Ein Nachruf Rhauderfehner Ahlerich Hamel nach schwerer Krankheit gestorben
Im Alter von 64 Jahren ist der Rhauderfehner Ahlerich Hamel gestorben. Er erlag einer langen schweren Krankheit. Langjährige Wegbegleiter erinnern sich in diesem Nachruf an die Zeit mit ihm.
Rhauderfehn - Nach langer schwerer Krankheit ist am Samstag, 31. August 2024, der Rhauderfehner Ahlerich Hamel gestorben. Er wurde 64 Jahre alt. Hamel hinterlässt seine Ehefrau Anita sowie einen Sohn und eine Tochter. Die letzten Wochen vor seinem Tod verbrachte Hamel im Hospiz Huus in Leer.
Hamel hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten vielfach ehrenamtlich engagiert – in kirchlichen Vereinen und Stiftungen sowie bei TuRa 07 Westrhauderfehn. Dort war Hamel von 1991 bis 2004 im Vorstand, von 1994 bis 2004 als Vorsitzender. Sein gesamtes Berufsleben verbrachte Ahlerich Hamel, der von seinen Freunden und Wegbegleitern kurz Ali gerufen wurde, bei der Volksbank Westrhauderfehn. Nach der Ausbildung wurde Hamel als Bankkaufmann übernommen. 1992 erfolgte die Ernennung zum Prokuristen, seit 2007 gehörte er zum Vorstand der Volksbank. 2019 ging Hamel in die passive Altersteilzeit. Insgesamt war er 42 Jahre lang für die Volksbank Westrhauderfehn tätig.
Harald Lott: „Er hinterlässt eine große Lücke“
Einer seiner langjährigen privaten und beruflichen Wegbegleiter war Harald Lott. Dieser schreibt zum Tod seines Freundes und Nachbarn: „Der Tod von Ali macht mich sehr traurig. Wir haben über 40 Jahre gemeinsam bei der Volksbank gearbeitet, davon die letzten zwölf Jahre im Vorstand. Eine weitere gemeinsame Vorstandstätigkeit ergab sich bei TuRa 07. Ich habe Ali immer als einen verlässlichen, pflichtbewussten, engagierten und höflichen Freund und Kollegen wertgeschätzt. Seine fachliche Kompetenz, seine Bodenständigkeit und seine Einsatzbereitschaft haben ihm im Beruf und im Ehrenamt zu Recht Respekt und Anerkennung eingebracht. Ali war für mich auch über das Arbeitsleben hinaus durch sein vielfältiges Interesse, seine Besonnenheit und seinen besonderen Humor immer ein guter Gesprächspartner. Er hinterlässt nicht nur in seiner Familie eine große Lücke.“
Fast 30 Jahre lang hat Uwe Brechtezende mit Hamel bei der Volksbank Westrhauderfehn zusammengearbeitet, fünf Jahre davon gemeinsam im Vorstand. „Es war ein sehr trauriger und bitterer Moment, als ich von seinem Tod erfahren habe“, sagt Brechtezende. Hamel sei für ihn mehr als ein Kollege gewesen. „Er war immer sehr bodenständig, gepaart mit viel Empathie. Er hatte das Herz am rechten Fleck“, betont Brechtezende. Hamel habe immer das Wohl der Bank, ihrer Mitarbeiter und der Mitglieder im Blick gehabt. Und er sei immer für neue Ideen zu haben gewesen. „Bei allem hat ihm auch sein Gottvertrauen geholfen. Denn Ali war ein gläubiger Mensch“, so Brechtezende.
Andreas Engel: „Sehr empathisch“
Von 2019 bis 2023 war Hamel als Vertreter des Kirchenkreisvorstandes Mitglied im Vorstand des Vereins „Rückendwind“ in Rhauderfehn. Dieser unterstützt Menschen in Not. Andreas Engel, Vorsitzender von „Rückenwind“, erinnert sich: „Ali war immer ein besonnener und kluger Ratgeber für unsere Arbeit. Er war geerdet und stand mit beiden Beinen auf dem Boden.“ Durch seine Tätigkeit in der Bank habe er auch immer die Zahlen im Blick gehabt. „Er war sehr empathisch und konnte mit den Menschen mitfühlen, die in Schwierigkeiten geraten waren“, so Engel. Er selbst hatte den schwerkranken Hamel zuletzt im Frühjahr dieses Jahres besucht.
Für sein großes Engagement erhielt Hamel im Jahr 2023 den Ehrenamtspreis „Blinkfüür“ des Landkreises Leer. Die CDU-Bundestagsabgeordnete und Laudatorin Gitta Connemann lobte Hamel „als ein Beispiel dafür, wie individuelle und berufliche Talente und Fähigkeiten gewinnbringend für das Ehrenamt eingesetzt werden können“.
Ahlerich Hamel als Fan des FC Bayern
Der Ostrhauderfehner Hans-Joachim Koch ist seit Jahrzehnten mit Ahlerich Hamel befreundet. „Wir haben uns regelmäßig zu Geburtstagen und Unternehmungen getroffen“, berichtet Koch, der zurzeit 3. Vorsitzender von TuRa 07 Westrhauderfehn ist und früher die Axa-Versicherung in Rhauderfehn geführt hat. „Ali war ein sehr intelligenter und wissbegieriger Mensch, mit dem ich mich sehr gut unterhalten konnte. Es machte einfach Spaß, mit ihm zu diskutieren. Dabei ging es um Politik, um Wirtschaft, aber auch um Fußball. Denn Ali war ein großer Fan vom FC Bayern München, ich wiederum bin Werder-Fan. Da haben wir uns gerne mal gekabbelt“, so Koch.
Zwei Tage vor dem Tod habe Koch ihn im Hospiz Huus besucht, um Abschied zu nehmen. Kurz davor, am 25. August, konnte sich Hamel noch einen großen Wunsch erfüllen. Er nahm an seiner goldenen Konfirmationen teil. „Seine Frau und seine Kinder haben das mit großem Aufwand möglich gemacht“, berichtet Koch. Sein zweiter großer Wunsch blieb jedoch unerfüllt. „Ali wollte so gerne noch die Hochzeit seiner Tochter im Oktober miterleben. Er hatte sogar noch das Brautkleid mit ausgesucht. Doch leider hat er das nicht mehr geschafft“, sagt Koch traurig.