Spieler tragen sich ins Gästebuch ein SV Meppen rührt Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller
Zu Tee und Krintstuut lud die Gemeinde Rhauderfehn die 1. Herrenmannschaft des Fußball-Regionalligisten SV Meppen ein. Bürgermeister Geert Müller zeigte sich persönlich bewegt von dem Treffen.
Rhauderfehn - Teambuilding ist das große Thema des fünftägigen Trainingslagers, das die 1. Herrenmannschaft des Fußball-Regionalligisten SV Meppen diese Woche in Rhauderfehn absolviert. Am Mittwoch waren die rund 30 Kicker um Trainer Adrian Alipour auf Einladung der Gemeinde Rhauderfehn zu Gast in der Teestube des Fehn- und Schiffahrtmuseums. Bei Tee mit Sahne und Kluntje, serviert in Porzellan mit blauweißem Zwiebelmuster, und Krintstuut ging es ebenfalls um Mannschaftsgeist.
Denn davon sind auch Entstehung und Entwicklung der Gastgebergemeinde Rhauderfehn geprägt. Das erläuterte Museumsleiter Markus Neumann während des Teetrinkens. Sein Einblick in die Fehngeschichte war unterlegt von Fotos auf der Großbildleinwand.
Als erstes war eine historische Aufnahme eines Trupps Fehntjer Torfstecher zu sehen. Dank moderner Bildbearbeitung trug jeder der kernigen Kolonisten ein Trikot in den Farben des SV Meppen.
Bürgermeister ist gerührt
Das freute die jungen Fußballspieler. Sie trugen während der Teezeremonie ihre Unterschriften ins Gästebuch der Gemeinde ein. Das Buch ging zwanglos durch die Reihen. Dazu gab es eine sehr persönliche Ansprache von Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller. Es sei ein schwieriger Termin für ihn, sagte er bewegt. Ihm brach vor Rührung die Stimme, als er eingestand, Meppen sei Teil seines Lebens gewesen. Seine Tochter Toma Ihlenburg hat sieben Jahre lang für den SV Meppen gespielt. Nach dem verpassten Aufstieg in die Bundesliga ist die Verteidigerin jetzt zum FC Carl Zeiss Jena gewechselt. Dennoch bleibe sie in Meppen im Verein, sagte ihr Vater.
Müller betonte, wie sehr er Unternehmergeist und Machertum der Emsländer schätze, wie neben Talent auch die harte Arbeit auf dem Platz zum Erfolg des SV Meppen beitrage und wie kraftvoll der Verein von Fans und Spielereltern getragen werde. „Wenn Meppen aufsteigt, kriegen die Torfstecher nicht nur die Trikots in den Vereinsfarben an, sondern auch die Gesichter der Spieler“, stellte er angesichts des bearbeiteten historischen Fotos vom Fehn in Aussicht und wünschte der 1. Herrenmannschaft viel Erfolg.
Teambuildung bei Fußballern und Fehnschiffern
Gegenseitige Wertschätzung von Verein und Gemeinde habe zu der Tee-Einladung geführt, erläuterte der Verwaltungschef auf Platt.
Treibende Kraft dabei sei Rainer Bron gewesen. Er wisse nicht, flachste Müller, ob Bron besser Fußball spiele als er - aber man kenne sich jedenfalls seit Kindertagen. Der Fehntjer Bron, der auch im Gemeinderat sitzt, ist beim SV Meppen im Bereich Marketing und Vertrieb tätig. Er hatte die Idee, das Trainingslager der 1. Herren nach Rhauderfehn zu verlegen. Fünf Tage lang, von Montag bis Freitag, ist die Mannschaft vor Ort. Untergebracht sind die Kicker im Hotel Alte Navigationsschule an der 1. Südwieke.
Damit war man wieder beim Thema Teambuilding angelangt: Die Handelsschiffe aus Rhauderfehn, die vor dem Ersten Weltkrieg in allen großen Häfen anlegten, seien oft gemeinschaftlich finanziert gewesen, wusste Museumsleiter Neumann zu erzählen, und die Kanäle auf denen sie hinaus in alle Welt schipperten, seien gemeinschaftlich ausgehoben worden, um das Moor zu entwässern und schiffbar zu machen.
Mittwoch Freundschaftsspiel gegen TuRa 07
Die Fehntjer seien stolz auf ihre Vergangenheit, deren Blütezeit viel mit Mannschaftsgeist zu tun hatte, so Neumann. An diesem Mittwoch, 3. Juli, tritt die 1. Herren des SV Meppen zum Freundschaftsspiel gegen TuRa 07 Westrhauderfehn an.
Vorher wurden in der Teestube des Fehn- und Schiffahrtsmuseums als Geste der Freundschaft Präsente ausgetauscht.
Bürgermeister Geert Müller freute sich über einen Wimpel in den Vereinsfarben Blau-Weiß, den alle Spieler der 1. Herren mit einem Autogramm versehen hatten. Kapitän Jonas Fedl, der ihn überreichte, erhielt seinerseits vom Rhauderfehner Verwaltungschef das Gemeinde-Maskottchen Fokko vom Fehn als Plüschfigur.