Facebook-Gruppe Saterland  Polizei gibt Empfehlungen für den Umgang mit Hetze im Netz

| | 03.07.2024 08:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Saterländer Facebook-Gruppe wurde archiviert. Admininstrator Carsten Ambacher war genervt, weil vermehrt Beiträge Hass und Hetze enthielten. Foto: Kruse
Die Saterländer Facebook-Gruppe wurde archiviert. Admininstrator Carsten Ambacher war genervt, weil vermehrt Beiträge Hass und Hetze enthielten. Foto: Kruse
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Die Facebook-Gruppe „Ein richtiger Saterländer bist du, wenn ...“ wurde wegen zunehmender Hassbeiträge archiviert. Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta gibt Tipps für Opfer solcher Beiträge.

Saterland/Region – Es gab Beleidigungen, Anschuldigungen, üble Nachrede und Hetze. Am 26. Juni 2024 hat Administrator Carsten Ambacher die Facebook-Gruppe „Ein richtiger Saterländer bist du, wenn ...“ aus dem Netz genommen, sie wurde archiviert. Ambacher hatte in seiner Freizeit viel Arbeit damit, Beiträge zu überprüfen. Zuletzt nahmen Hassbeiträge zu. Der Ramsloher hatte genug, zog die Reißleine. Pöbeleien, Hetze im Netz im Internet sind kein Kavaliersdelikt.

„Das Internet und somit auch die Plattformen der Sozialen Medien sind kein rechtsfreier Raum“, teilt die Pressestelle der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta auf Anfrage zu dem Thema mit. „Sogenanntes ‚Hate Speech‘ („Hassrede“; Anmerkung der Redaktion) kann strafbar sein. Hierbei kommen verschiedene Delikte infrage, die dann im Einzelfall betrachtet werden müssten. Diese reichen von Beleidigungen, Bedrohungen bis hin zu Volksverhetzung oder zur Aufforderung zu Straftaten“, schreibt dazu Uta-Masami Bley. Die Polizeihauptkommissarin ist Sachbearbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeiinspektion in Cloppenburg.

Keine Statistik bei der Polizei

Eine Statistik über solche Fälle wird bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta nicht geführt. „Es müssten hierbei einfach zu viele verschiedene, denkbare Delikte Berücksichtigung finden“, schreibt Uta-Masami Bley. Die Polizei hat aber Empfehlungen für Opfer.

Die Polizei rät, Hass und Hetze im Netz nicht zu ignorieren. Betroffene oder auch andere Internetnutzer und Internetnutzerinnen, denen entsprechende Inhalte auffallen, können etwas dagegen tun, sagt Polizeihauptkommissarin Bley. Folgende Tipps hat sie zusammengefasst:

•Sie können bei der Polizeidienststelle vor Ort oder bei der Online-Wache Anzeige erstatten. Hierzu sollten Sie Beweise, wie Kommentare oder Chatverläufe z.B. durch Screenshots speichern und der Polizei zukommen lassen.

•Sie können Stellung beziehen, z. B. in Kommentarspalten.

•Sie sollten den Vorfall dem Betreiber der Plattform oder z.B. dem Admin der Gruppe melden.

Polizei empfiehlt, Anzeige zu erstatten

Claudia Stukenborg, Beauftragte für Jugendsachen des Präventionsteams der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, weiß: „Hass im Netz zielt oft auf ganze Personengruppen oder bedroht und beleidigt auch einzelne Personen aufgrund z.B. ihrer Herkunft, Religion oder Geschlechts. Mobbing spielt hier bei Jugendlichen eine besondere Rolle. Entsprechende Kommentare und Beiträge sollten nicht hingenommen werden. Die Täter sollen merken, dass es eine Gegenreaktion der Opfer bzw. der Zeugen gibt und diese ein solches Verhalten nicht tolerieren. Wir empfehlen in einem solchen Fall, welcher strafrechtlich relevant sein könnte, Anzeige zu erstatten.“

Mehr Informationen und Tipps von der Polizei gibt es im Internet.

Zentrale Meldestelle des BKA

Das Bundeskriminalamt hat eine Zentrale Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet. „Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern geht das BKA mit der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI BKA) gegen Hass und Hetze im Netz vor. Dadurch soll einer zunehmenden Verrohung der Kommunikation in sozialen Netzwerken entgegengewirkt und eine effektive Strafverfolgung der dort begangenen Straftaten ermöglicht werden“, heißt es auf der Internetseite des BKA.

Hass und Hetze im Netz nehmen zu

In der von Carsten Ambacher vor zwölf Jahren gegründeten Gruppe kam es zuletzt vermehrt zu Hassbeiträgen. Öffentlich wurden die allermeisten nicht, weil Ambacher aufpasste. „Ich habe viele Beiträge gar nicht freigegeben, weil sie Hass und Hetze enthielten. Daraufhin gab es Mails mit üblen Kommentaren“, berichtete der Ramsloher. Ambacher selbst wurde auch zur Zielscheibe der Pöbler.

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