Facebook-Post als Auslöser Streit um Flatterbänder am Hollener See geht weiter
Die Gemeinde Saterland hat es dem Kiosk-Betreiber am Hollener See untersagt, Flatterbänder zur Vergrämung von Gänsen aufzuhängen. Kurz war es ruhig. Doch nun kündigten die Pächter neue Maßnahmen an.
Ramsloh-Hollen - Fortsetzung im Streit um Flatterbänder und Gänse-Scheiße am Hollener See. Ende hatte der neue Kiosk-Betreiber Stephan Bruchhardt im See Flatterbänder aufgehängt. Er wollte damit Wildgänse vertreiben. Die hatten es sich häufiger am Strand gemütlich gemacht und dort jede Menge Kot hinterlassen. Eigentümer des Naturbadesees ist die Gemeinde Saterland. Bürgermeister Thomas Otto ließ die Bänder durch den Bauhof der Gemeinde wieder entfernen. Der Streit eskalierte und beschäftigt inzwischen Anwälte.
In sozialen Medien kam es zu Hass, Hetze und übler Nachrede. Zielscheibe war Bürgermeister Thomas Otto. Das führte so weit, dass in dieser Woche die Facebook-Gruppe „Ein richtiger Saterländer bist du, wenn ...“ durch den Administrator Carsten Ambacher aus dem Netz genommen wurde.
Ruhe kehrt aber nicht ein. Am Freitag hing vormittags wieder ein Flatterband im See. Weitere Maßnahmen zur Vergrämung von Gänsen sollten folgen.
Pächter kündigten Maßnahmen an
Ratsherr Henning Stoffers (SPD) hatte am Freitag bei einem Spaziergang bemerkt, dass ein Flatterband im Wasser aufgespannt worden war. Er fragte bei der Verwaltung der Gemeinde Saterland nach dem Grund dafür. Dort herrschte Verwunderung. Denn eine Erlaubnis, Flatterbänder im See aufzuhängen, hatte die Gemeinde nicht erteilt. Allerdings hatte Ludger Meerjans, er ist Pächter des Zeltplatzes und des Kiosks am See, am Donnerstag per Mail eine Maßnahme bei der Gemeinde angekündigt. Darin hieß es, er habe die Erlaubnis vom Umweltamt des Landkreises erhalten, am Hollener See Hilfsmittel einzusetzen.
Meerjans hat den Kiosk an Bruchhardt verpachtet. Wegen des Streits hatte die Gemeinde vor wenigen Wochen Meerjans aufgefordert, den Vertrag mit Bruchhardt aufzulösen. Dieser Aufforderung ist er bis jetzt nicht nachgekommen. Der Kiosk ist weiterhin geöffnet.
Kein Antrag auf Genehmigung zur Anbringung von Flatterbändern
Am frühen Freitagnachmittag sagte Kiosk-Betreiber Stephan Bruchhardt, dass er keine weiteren Flatterbänder angebracht habe. Das wolle er jetzt aber im Badebereich machen, da der Landkreis Cloppenburg ihm grünes Licht gegeben habe.
Das stimmt allerdings nicht, wie eine Anfrage dieser Redaktion im Kreishaus ergab. Der Landkreis hatte sich bereits Anfang Juni zu dem Thema geäußert. Dabei ging es grundsätzlich um die Frage, ob Flatterbänder zur Vergrämung eingesetzt werden dürfen. Beachtet werden müssten dabei der Artenschutz und der Tierschutz, sagte Pressesprecher Frank Beumker. „Das Ausgrenzen von Gänsen mit Flatterband stellt kein tierschutzrechtliches Problem dar“, so Beumker.
„Ein Antrag zur Genehmigung der Anbringung der Flatterbänder am Hollener See liegt beim Landkreis Cloppenburg nicht vor. Daher können das Erfordernis einer Genehmigung und die Aussichten auf Genehmigung nicht beurteilt werden“, so der Kreissprecher. Allerdings sei der Landkreis auch nicht Eigentümer des Hollener Sees. Diese Entscheidung obliegt dem Eigentümer. Aus dem Grund könne sich die Kreisverwaltung auch nicht dazu äußern, ob Bruchhardt dort ein Flatterband aufhängen dürfe oder nicht.
Das sagt Bürgermeister Thomas Otto dazu
Bürgermeister Thomas Otto teilte am Freitag auf Anfrage mit: „Der See gehört der Gemeinde Saterland und nicht Herrn Meerjans. Vertraglich ist mit ihm vereinbart, dass er den Strand sauber zu halten hat. Von Gänsen verscheuchen, steht da nichts drin. Wir wollen dort einen Einklang von Mensch und Natur. Es soll ein Natursee bleiben und kein Ballermann werden.“ Überspitzt gesagt, so Otto, könne Meerjans dann ja auch Badegäste verscheuchen, die Zigarettenstummel am Strand hinterlassen.
Ratsherr Henning Stoffers wundert sich über das Verhalten der Pächter. „Das ist reine Provokation. Die halten sich nicht an Regeln und Vorgaben. Mir ist aufgefallen, dass es dort nicht sauber ist. Innerhalb weniger Minuten habe ich am Freitag dort eine Handvoll Kronenkorken aufgesammelt. Die scheinen mir gefährlicher für Füße zu sein als Gänsekot.“