Harders hört 2026 auf Nachfolger von Ostrhauderfehns Bürgermeister – wer will?
In zwei Jahren wird ein neuer Bürgermeister in Ostrhauderfehn gewählt. Wie bereiten sich die Parteien darauf vor – und haben sie schon einen Kandidaten in Aussicht?
Ostrhauderfehn - Vor wenigen Tagen verkündete Ostrhauderfehns Bürgermeister Günter Harders, dass er bei der nächsten Wahl im Jahr 2026 nicht wieder kandidieren wird. Grund sind gesundheitliche Probleme. Harders, der seit 2006 im Amt ist, wird dann 20 Jahre als Verwaltungschef tätig gewesen sein. Wie gehen die vier Parteien, die zurzeit im Gemeinderat sitzen, mit Harders’ Rückzugs-Ankündigung um – und wie bereiten sie sich auf die Wahl vor? Wir haben nachgefragt. Hier kommt ein Überblick:
SPD
Die Ankündigung von Günter Harders sei für die SPD zu diesem Zeitpunkt „überraschend gekommen“, wie die Co-Vorsitzendes des SPD-Ortsvereins, Marlene Marks, mitteilte. „Wir respektieren seine Entscheidung und danken ihm für seine bisherige Arbeit und sein Engagement für Ostrhauderfehn“, erklärte Marks. Die SPD werde sich in den kommenden Monaten und Wochen intensiv mit einem Verfahren beschäftigen, um eine Kandidatin oder einen Kandidaten zu finden. Namen nannte sie noch nicht.
Zur Erinnerung: Bei der Kommunalwahl 2021 waren Sascha Laaken (793 Stimmen) und Janneke Groote (604 Stimmen) mit Abstand am erfolgreichsten bei den Sozialdemokraten. Ob die SPD tatsächlich einen eigenen Kandidaten nominiert oder es eine Kooperation gibt, ist noch offen. „Unser Ziel ist es, die beste Kandidatin oder den besten Kandidaten zu finden, die/der mit uns Ostrhauderfehn zukunftsfest aufstellt und dafür sind wir offen für verschiedene Optionen“, sagte Marks.
UWG
Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) bildet gemeinsam mit der CDU die Mehrheitsgruppe im Gemeinderat. Die UWG-Ortsvereinsvorsitzende Karina Behrens teilte zum Harders-Rückzug mit: „Wir schätzen seine bisherige Arbeit, die frühzeitige Ankündigung und können seine Entscheidung nachvollziehen.“ Die UWG wolle das Thema nun in der Sommerpause zunächst intern aufarbeiten. „Sicherlich haben mein Vorgänger und Fraktionssprecher Lars Krummen und ich uns zu dem Thema ausgetauscht, steigen in die Kandidatensuche ein – ein konkreter Fahrplan steht jedoch noch nicht“, so Behrens. Apropos Lars Krummen: Der Vorsitzende des Schützenvereins hatte 2021 mit 707 Stimmen am meisten Zustimmung aller UWG-Kandidaten erhalten.
Zu einer möglichen Kooperation mit anderen Parteien bei der Nominierung eines Kandidaten erklärte Behrens: „Für uns zählt der Fortschritt für Ostrhauderfehn, daher sind wir immer offen für Ideen und Gespräche. Es sind sicherlich alle Fraktionen und Gruppen daran interessiert, eine geeignete Kandidatin oder einen geeigneten Kandidaten zu finden, die/der in möglichst vielen Fraktionen als auch von der Verwaltung Zuspruch findet.“
CDU
Ruth Wreesmann, Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Ostrhauderfehn, teilte zum Harders-Rückzug mit: „Die Ankündigung hat uns überrascht, wobei wir seine Entscheidung uneingeschränkt nachvollziehen können. Wir begrüßen den frühen Zeitpunkt der Entscheidung, weil damit allen Fraktionen ausreichend Zeit gegeben wird, sich Gedanken zu machen und den notwendigen Austausch vorzunehmen.“ Innerhalb der CDU hat es bereits einen ersten Gedankenaustausch gegeben. „Ein konkreter Plan für das weitere Vorgehen besteht aber noch nicht. Wir werden jetzt die Sommerpause für vorrangig interne Gespräche nutzen und anschließend die weitere Vorgehensweise festlegen. Nach unserer Auffassung sind angesichts der Wichtigkeit des Amtes alle gut beraten, hier keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen“, erklärte Wreesmann, die bei der vergangenen Kommunalwahl mit 603 Stimmen die erfolgreichste CDU Kandidatin war.
Spätestens nach der Sommerpause soll es sowohl mit dem Gruppenpartner, der UWG, als auch mit den anderen Ratsfraktionen einen ergebnisoffenen Austausch geben. „Im Interesse dieses Ziels unterwerfen wir uns keinen Denkverboten, sodass auch ein/e gemeinsame/r Kandidatin nicht ausgeschlossen ist“, teilte Wreesmann mit.
Grüne
Der Sprecher der Grünen im Gemeinderat, Dieter Ertwiens-Buchwald, erklärte, dass er persönlich nach den jüngsten Aussagen nicht überrascht gewesen sei von der Harders-Ankündigung. „Das hatte sich stetig abgezeichnet“, sagte er. Zu einem möglichen Grünen-Kandidaten 2026 betonte er: „Wir haben uns in der Kürze der Zeit noch nicht in der Fraktion beraten, ich weiß aber aus Erfahrung, dass die Grünen immer für eine Überraschung gut sind. Das ist für uns ein wesentlicher Teil einer gelebten Demokratie. Sicherlich werden wir uns intern umschauen, wer Interesse an einer Kandidatur hätte.“
Ertwiens-Buchwald selbst war 2014 Gegenkandidat von Harders und erreicht damals rund 26 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl wurde er auch von der SPD und den Linken unterstützt. Bei der jüngsten Kommunalwahl 2021 war Ertwiens-Buchwald mit 323 Stimmen erfolgreichster Grünen-Kandidat. „Auch wenn einige sicherlich meinen, es ist ja noch lange hin bis 2026, so werden wir hier schon zeitnah unsere Gespräche aufnehmen und sondieren“, erklärte er zum weiteren Vorgehen.