Westoverledinger hört auf Leeraner Kreisbrandmeister Ralf Heykants wird sein Amt abgeben
Weil er aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten müsse, wird Ralf Heykants sein Amt als Kreisbrandmeister der Leeraner Feuerwehren abgeben. Ein Nachfolger wird gesucht.
Steenfelde / Leer - Der Leeraner Kreisbrandmeister Ralf Heykants gibt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zum Jahresende ab. Das teilte der Steenfelder am Donnerstag bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung der Stadt- und Gemeindebrandmeister des Landkreises Leer und des Kreisfeuerwehrverbands mit, wie er auf Nachfrage bestätigte. Die Sitzung fand in der Feuerwehrtechnischen Zentrale, FTZ, auf der Nesse in Leer statt. Am Tag zuvor hatte Heykants den Leeraner Landrat Matthias Groote über seine Absicht informiert.
„Ich musste diese Entscheidung treffen für meine Gesundheit“, sagte Heykants auf Nachfrage. Es sei ihm nicht leicht gefallen, das zu tun, fügte der 56-Jährige hinzu. Doch er habe gesundheitliche Probleme bekommen, und deshalb gemeinsam mit seiner Familie entschieden, dass die Doppelbelastung von Amt und Beruf für ihn nicht mehr tragbar sei. Heykants ist bei KS Gleitlager in Papenburg beschäftigt. Nach Ostern war er sechs Wochen lang ausgefallen. Als Kreisbrandmeister hatte ihn in dieser Zeit der Weeneraner Ernst Berends vertreten, Abschnittsleiter des Brandabschnitts Süd. Seit 14 Tagen arbeite er jetzt wieder, so Heykants. „Mir geht es wieder gut.“ Aber ihm bleibe nichts anderes übrig, als an seiner Lebensführung etwas zu verändern, so sehr er das bedauere.
Er werde weiterhin als Mitglied der Ortsfeuerwehr Steenfelde aktiv sein, stellte er in Aussicht und behalte auch den Vorsitz der Sterbekasse für die Ostfriesischen Feuerwehren.
Steenfelder mit Leib und Seele Feuerwehrmann
Die Führungsebene der Kreis-Feuerwehren sei „nicht darauf gefasst gewesen“, dass er sein Amt zur Verfügung stellen werde, habe aber mit viel Verständnis auf die Nachricht reagiert, schildert Heykants. Während der Versammlung mit rund 30 Anwesenden sei es ruhig geblieben, aber etliche hätten nach der Sitzung das persönliche Gespräch mit ihm gesucht.
Heykants ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Seit mehr als 40 Jahren ist er in bei der Feuerwehr Steenfelde aktiv. Dort war der 56-Jährige zwölf Jahre lang stellvertretender Ortsbrandmeister und sechs Jahre lang Ortsbrandmeister. Außerdem war Heykants sechs Jahre lang stellvertretender Gemeindebrandmeister von Westoverledingen. Bevor er Kreisbrandmeister wurde, hatte er das Ehrenamt zehn Jahre lang als Stellvertreter innegehabt, zunächst sechs Jahre lang als Stellvertreter von Theodor de Freese, anschließend von Johann Waten.
Zunächst kommissarisch im Amt
Der Holtlander Johann Waten hatte im September 2022 seine Wiederwahl zum Kreisbrandmeister nicht angenommen, weil von 65 Orts-, Gemeinde- und Stadtbrandmeistern nur 45 für ihn votiert hatten. Darin hatte er zu wenig Rückhalt für seine Person gesehen und nach der Wahl seinen Rücktritt erklärt.
Ende Oktober 2022 übernahm Heykants als sein Stellvertreter automatisch das Amt des Kreisbrandmeisters kommissarisch und leitet die Amtsgeschäfte seitdem. Innerhalb der Kreis-Feuerwehrführung hatte es intensive Gespräche zur Neubesetzung des Postens des Kreisbrandmeisters gegeben. Denn eine wichtige Voraussetzung ist, dass der neue Feuerwehrchef breite Unterstützung innerhalb der selbstständigen Gemeinde- und Stadtfeuerwehren hat. Der Posten des Kreisbrandmeisters ist arbeits- und zeitintensiv.
Amtsnachfolger wird gesucht
Nun stehen die 77 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Leer erneut vor der Aufgabe, einen Chef auf Kreisebene zu finden.
Die Sitzung, auf der er seinen Rücktritt bekanntgab, habe er auch deswegen kurzfristig einberufen, erklärte Heykants. „Weil wir einen Nachfolger finden müssen.“ Bis zum Jahresende könne sich nun jeder und jede in Ruhe dazu Gedanken machen. Wer sich vorstellen könnte, das Amt zu übernehmen, könne sich bei ihm melden.
Stellvertreter von Kreisbrandmeister Ralf Heykants sind für den Brandabschnitt Nord Peter Eggers aus Uplengen und Ernst Berends für den Brandabschnitt Süd. Bisher habe sich noch niemand zu einer möglichen Nachfolge geäußert, sagt Heykants. Weder Zustimmung, noch Ablehnung sei bisher signalisiert worden.
Das Amt des Kreisbrandmeisters ist ein Ehrenbeamtenverhältnis. Nachdem die Feuerwehren ihre Wahl getroffen haben, schlagen die Orts- und Gemeindebrandmeister aus dem Landkreis Leer den Gewählten als Kandidaten für das Amt des Kreisbrandmeisters vor. Die Wahl erfolgt durch den Kreistag. Der Kreisbrandmeister wird für sechs Jahre gewählt.
Sein Ziel sei es gewesen, wieder für mehr Konsens innerhalb der Feuerwehren des Landkreises Leer zu sorgen, sagte Heykants. Er hoffe, dieses Ziel erreicht zu haben. Alles Weitere werde sich in näherer Zukunft klären. Sieben Monate werde er sein Amt als Kreisbrandmeister noch ausüben. Bis dahin werde ein Nachfolger gefunden sein, so Heykants.