Hit von Gigi D’Agostino  Verbote von Liedern auf Partys sind keine Dauerlösung

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Ein Kommentar von Henrik Zein
| 31.05.2024 12:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Sylter Club „Pony“ gab es an Pfingsten rassistische Parolen beim Lied „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino. Foto: Wendt/DPA
Im Sylter Club „Pony“ gab es an Pfingsten rassistische Parolen beim Lied „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino. Foto: Wendt/DPA
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Das Lied „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino wird auf vielen Festen nicht mehr gespielt. Dauerhaft lösen solche Verbote aber nicht das Grundproblem, schreibt GA-Redaktionsleiter Henrik Zein.

Der Hit „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino wird seit vielen Jahren auf Partys gespielt. So viel Aufmerksamkeit wie in den vergangenen Tagen hat der Song aber schon lange nicht mehr bekommen. Grund dafür ist ein Vorfall in der Sylter Promi-Bar „Pony“, wo junge Leute an Pfingsten rassistische Parolen zu dem Song gegrölt haben. Auch auf vielen anderen Festen gab es ähnliche Vorfälle. Nun ziehen die Organisatoren einiger Veranstaltungen die Konsequenzen und lassen das Lied nicht mehr auflegen. Prominentestes Beispiel ist das Münchener Oktoberfest. Aber auch auf hiesigen Veranstaltungen wie dem Kreisfeuerwehr-Verbandsfest in Flachsmeer Mitte Juni gibt es kein „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino. Dieser Schritt ist aus Sicht der Veranstalter aufgrund der aktuell sehr hitzigen Diskussion um den Song nachvollziehbar. Zu groß ist die Gefahr, dass durch rechte Parole das ganze Fest in Verruf geraten könnte. Doch Verbote von Liedern sollten keine Dauerlösung sein.

Denn der Boykott von Liedern, die von Rechtsextremen missbraucht werden, löst das Grundproblem nicht. Die Gäste, die solche rassistischen Gedanken haben, sind ja trotzdem auf der Party – und werden schnell andere Lieder finden, die sie für ihre Zwecke missbrauchen. Gefragt sind deshalb die Veranstalter, die DJs und die Sicherheitskräfte. Sie müssen dafür sorgen, dass diejenigen, die rechtsextreme Parolen brüllen, sofort hinausgeworfen werden. Und gefragt sind auch die restlichen Besucher, die bei rassistischen Parolen Zivilcourage zeigen und ganz deutlich machen sollten: Ihr seid auf diesem Fest nicht erwünscht!

Den Autor erreichen Sie unter h.zein@ga-online.de

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