Veranstalter macht deutlich Kein Gigi D’Agostino-Verbot auf dem Dorffest in Burlage
Auf Großveranstaltungen wie dem Münchener Oktoberfest wird der umstrittene Hit „L’amour toujours“ nicht mehr gespielt. In Burlage dagegen spricht man sich gegen das Verbot aus.
Burlage - Das Lied „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino wird weiter heftig diskutiert. Nachdem der Song zuletzt bei mehreren Partys und Festen umgedichtet und rechtsextreme Parolen zu dem Lied gegrölt wurden, reagieren Veranstalter und spielen den Hit nicht mehr. So hatten sich zuletzt auch die Organisatoren des Münchener Oktoberfestes zu diesem Schritt entschieden. Auch auf heimischen Veranstaltungen wie dem Kreisfeuerwehr-Verbandsfest in Flachsmeer und vermutlich auch auf der 705-Jahr-Feier in Langholt wird der Song nicht aufgelegt.
Kein Verbot des Liedes wird es dagegen auf dem Dorffest in Burlage geben, das vom 31. Mai bis 2. Juni über die Bühne geht. Das machte jetzt Ortsbrandmeister und Mitorganisator Wolfgang Harms im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich. „Ich habe mich da mit Jürgen Buß vom Schützenverein abgesprochen. Wir werden es nicht verbieten“, so Harms. Dafür gebe es für ihn keine Gründe. „Wenn das Lied nicht mehr gespielt werden soll, dann muss es auf den Index. Das ist aber bislang nicht der Fall“, sagt der Ortsbrandmeister.
Ob das Lied überhaupt aufgelegt werde, müsse aber das Team vom Friesenradio entscheiden, das am Freitag, 31. Mai, ab 22 Uhr für die Musik sorgt. „Sollte bei dem Lied jemand auffällig werden und rassistische Parolen zu dem Lied grölen, werde er gepackt und vom Platz verwiesen“, so Harms. Die Organisatoren haben für den Discoabend einen Sicherheitsdienst engagiert. Am Samstagabend spiele dann eine Band auf dem Festball. „Da wird das Lied sowieso nicht gespielt“, sagt Harms.
Claudia Roth auch gegen Verbote
Kulturstaatsministerin Claudia Roth hatte sich ebenfalls zurückhaltend zum geplanten Verbot des Partyhits „L’amour toujours“ auf mehreren Volksfesten geäußert. Wichtiger sei ein konsequentes Eingreifen bei rassistischen Äußerungen, argumentierte die Grünenpolitikerin in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Es sei richtig, wenn sich Veranstalter jetzt Gedanken machten, wie dafür gesorgt werden könne, dass Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Nazi-Gegröle beim Oktoberfest und anderen Festen keinen Platz hätten, sagte Roth. Allerdings könnten weder „L’amour toujours“ noch der italienische Musikproduzent Gigi D’Agostino etwas dafür, „wie dieser Song in unserem Land von Menschen mit rechtsextremen und antidemokratischen Einstellungen in übelster Form missbraucht und entstellt wird“.