Nach Sylt-Eklat Gigi D’Agostino-Lied wird nicht auf Fest in Flachsmeer gespielt
Die Organisatoren des Kreisfeuerwehr-Festes in Flachsmeer haben entschieden, das Lied nicht zu spielen. Auch die Veranstalter von 705 Jahre Langholt kündigen dieses für ihr Jubiläumsfest an.
Flachsmeer/Langholt - Der Hit „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino wurde zuletzt bei mehreren Partys und Festen rassistisch umgetextet und missbraucht. Vor allem der Eklat in der Promi-Bar „Pony“ auf Sylt sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Aber auch mehrere Besucher des Schützenfestes in Bunnen in der Stadt Löningen (Kreis Cloppenburg) brüllten am Pfingstwochenende fremdenfeindliche Parolen, als der DJ dieses Lied auflegte. Die Organisatoren des Münchener Oktoberfestes und von anderen Großveranstaltungen kündigten mittlerweile an, den Song nicht auf ihren Partys spielen zu wollen. Jetzt ziehen auch die Veranstalter von hiesigen Festen Konsequenzen.
Vom 14. bis 16. Juni findet in Flachsmeer das Kreisfeuerwehr-Verbandsfest statt. Wie Ortsbrandmeister Andre Westermann am Mittwoch erklärte, werde das Lied von Gigi D’Agostino an allen drei Tagen nicht gespielt. Das betrifft unter anderem sowohl die Löschparade mit anschließender Party am Freitag als auch die Wild-Fire-Party am Samstag. „Wir möchten da kein Risiko eingehen“, betont Westermann. Das Verbot des Liedes sei am Dienstag in Absprache mit der Kreisfeuerwehr Leer erfolgt.
Schon seit einigen Wochen legt der Westoverledinger DJ Gerold Pruin, bekannt als der Hitmixer, das Lied nicht mehr auf. „Bereits im April auf der Scheunenfete in Holte habe ich das nicht mehr gespielt“, sagt er. Es sei einfach zu gefährlich, dass dieses missbraucht werde und die ganze Veranstaltung in Verruf gerät. Früher habe er den Song oft gespielt. „Der kam immer gut an“, sagt Pruin.
Auch Langholt wird verzichten
Wie die Organisatoren der 705-Jahr-Feier in Langholt mit diesem Thema umgehen, soll am kommenden Montag, 3. Juni, besprochen werden. Das kündigte Marco Groenewold vom Organisations-Team an. Am Montag findet die Abschlussbesprechung für das Fest statt, das ebenfalls vom 14. bis 16. Juni über die Bühne geht. Eine Tendenz gebe es aber bereits jetzt. „Ich bin dafür, dass wir das Lied nicht spielen, um dort gar keine Diskussionen aufkommen zu lassen“, erklärt Groenewold. Er geht davon aus, dass auch seine Mitstreiter dieser Auffassung sein werden. „Wir wollen solchen Leuten keine politische Plattform bieten“, betont Groenewold.
Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat sich unterdessen gegen das Verbot von Liedern ausgesprochen. Es sei richtig und wichtig, dass Veranstalter jetzt darüber nachdächten, wie sie Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Nazi-Gegröle bei Festen verhindern könnten, sagte Roth den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Allerdings könnten weder der Song „L’amour toujours“, noch der italienische Musikproduzent Gigi D’Agostino etwas dafür, „wie dieser Song in unserem Land von Menschen mit rechtsextremen und antidemokratischen Einstellungen in übelster Form missbraucht und entstellt wird“.