Sicherheitsdienst im Freibad Bei warmem Wetter reagieren Badegäste hitziger
In den Städten Cloppenburg und Aurich hat man auf Aggressionen von Badegästen reagiert und für die Freibäder einen Sicherheitsdienst eingestellt. Wie sieht es im Freibad Hengstforde im Ammerland aus?
Apen/Cloppenburg - Im Freibad der Stadt Cloppenburg, dem Soestebad, werden künftig Security-Mitarbeiter eingesetzt. Das hat die Politik beschlossen, weil regelmäßig Besuchergruppen den friedlichen Badebetrieb stören. In der Saison 2023 war es vermehrt zu Pöbeleien und verbalen Attacken gegenüber dem Personal gekommen, wenn dieses die Gäste auf die Einhaltung der Haus- und Badeordnung hingewiesen hatte. 2023 war dem Mitarbeiterteam Deeskalationstraining angeboten worden, damit es mit konfliktreichen Situationen bestmöglich umgehen konnte. Dieses Jahr reicht die Maßnahme offenbar nicht mehr aus, weshalb im Cloppenburger Freibad jetzt zu Stoßzeiten ein Sicherheitsdienst zum Einsatz kommt. Der Einsatz erfolgt zunächst probehalber, hatte Stadträtin Stefanie Lübbers in der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport, Familie und Soziales mitgeteilt.
Bundesweit war es im vergangenen Jahr vermehrt zu Eskalationen in Freibädern gekommen. In Großstädten wie Berlin und Mannheim gab es Schlägereien unter Badegästen, das Badeland in Celle wurde im Juni kurzzeitig geschlossen, weil eine Gruppe Jugendlicher junge Frauen bedrängt hatte. Im Freizeitbad De Baalje in Aurich, wo 2023 in mindestens drei Fällen die Polizei angerückt war, wurden die Mitarbeiter geschult, um in schwierigen Situationen angemessen zu reagieren. Zudem wurden für diese Saison zusätzlich zwei Sicherheitskräfte eingestellt.
Keine Polizeieinsätze in Hengstforde
Wie läuft es im Freibad Hengstforde im ammerländischen Apen, das auch gerne von Badegästen aus dem Nordkreis Cloppenburg besucht wird?
„Wir haben hier schon mal darüber gesprochen. Aber für dieses Jahr ist nichts geplant“, sagt dazu Dirk Brunßen-Gerdes, der seit Juli 2022 stellvertretender Badleiter ist. „Je heißer die Temperaturen, desto hitziger werden auch die Badegäste“, hat er beobachtet. Doch zu wirklich schwierigen Situationen sei es in seiner Amtszeit bisher nicht gekommen. „Das ist hier noch ziemlich dörflich“, so Brunßen-Gerdes, „und wir kriegen es gut hin.“ Die Polizei sei jedenfalls 2023 in dem idyllisch an der Hengstforder Mühle gelegenen Freibad nicht im Einsatz gewesen.
Das bestätigt Apens Bauamtsleiter Peter Rosendahl, in dessen Fachbereich der Freibadbetrieb fällt. Es habe schon mal schwierige Situationen gegeben, so Rosendahl. Das sei vor allem in der Corona-Zeit gewesen, als die Lage ohnehin angespannt gewesen war. Es gebe auch insgesamt eine Entwicklung in der Gesellschaft, die es für das Personal nicht einfacher mache, mit bestimmten Leuten umzugehen. Doch da sei man zwischen Rathaus und Freibad in gutem Austausch, könne Dinge intern klären, und es sei in Apen bisher nicht vorgesehen, für das Freibad zusätzlich Kräfte einzustellen, die die Sicherheit gewährleisten. Das Freibad Hengstforde sei beliebt bei Einheimischen wie bei Auswärtigen. „Darauf sind wir stolz, und alle sollen hier eine gute Zeit erleben“, unterstreicht der Fachbereichsleiter.
Jeden Abend bis 20 Uhr geöffnet
Fünf Fachkräfte in zwei Schichten kümmern sich um die Badegäste. Die Öffnungszeiten sind verlängert worden, wie die Gemeinde Apen auf ihrer Homepage mitteilt. In dieser Saison hat das Freibad am Wochenende und an Feiertagen bis 20 Uhr geöffnet. Werktags ist von 6.30 bis 8 Uhr Frühschwimmen, anschließend läuft der Badebetrieb von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet für Kinder und Jugendliche 2 Euro, für Erwachsene 4 Euro. Für Saisonkarten zahlen Jugendliche 50 und Erwachsene 100 Euro. Die Familienkarte kostet 180 Euro.
„Seit dem Muttertag steigt die Anzahl der Badegäste“, freut sich Brunßen-Gerdes. Das warme Wetter trage dazu bei, dass viele Leute Abkühlung im Wasser suchten. „Wir sehen viele bekannte Gesichter“, hat der stellvertretende Freibadchef festgestellt. Mit dem Saisonauftakt sei man „sehr zufrieden“.