Aus Haft entlassen  Der Käsekönig von Rhauderfehn ist wieder auf freiem Fuß

| | 29.04.2024 14:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mit Anzeigen wie dieser wollte Marco D. im Frühjahr 2020 für sein Unternehmen „Käsespezialisten“ werben. Doch dieses hat es nie gegeben. Screenshot: Zein
Mit Anzeigen wie dieser wollte Marco D. im Frühjahr 2020 für sein Unternehmen „Käsespezialisten“ werben. Doch dieses hat es nie gegeben. Screenshot: Zein
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Der Serienbetrüger Marco D. war am 13. April in Den Haag festgenommen worden. Doch nur wenige Tage später ist der 57-Jährige aus der Haft entlassen worden. Was wir wissen – und was nicht.

Rhauderfehn/Haarlem - Der im Frühjahr 2020 in Rhauderfehn als Käsekönig bekannt gewordene Serienbetrüger Marco D. ist wieder auf freiem Fuß. Das teilte Stefan Gleissner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aurich, auf Nachfrage mit. Marco D. war am 13. April 2024 in Den Haag verhaftet worden. Wie das Haarlems Dagblad berichtet, sei er bereits wenige Tage später wieder aus dem Gefängnis entlassen worden.

„Ich kann bestätigen, dass er gegen Auflagen aus der Haft entlassen wurde. Die Hintergründe sind hier nicht bekannt“, erklärte Gleissner. Die Staatsanwaltschaft Aurich ist in Deutschland federführend bei den Ermittlungen gegen den Käsekönig. Sie hatte auch beantragt, den 57-Jährigen nach Deutschland ausliefern zu lassen, um ihm hier den Prozess zu machen. Wie es jetzt weitergeht, bleibt zunächst offen. Staatsanwalt Gleissner betonte: „Eine Entscheidung über das hiesige Auslieferungsersuchen wurde noch nicht getroffen.“

Marco D. hatte im Frühjahr 2020 auf dem Fehn viel vor: Käsefabrik, 200 Arbeitsplätze für die Region, Käsehandel und ein Fondue-Restaurant im ehemaligen Verlaatshus. Eine angeblich in Monaco ansässige „Dutch Cheese Group“ und deren Tochterfirma „Die Käsespezialisten“ sollten die Vorhaben realisieren. Sogar ein Pressesprecher wurde engagiert, der auch die Einstellungsgespräche führte.

Festnahme im Mai 2020 in Langholt

Über Wochen schaukelten sich die angeblichen Vorhaben der gleichermaßen angeblichen Firmen vor allem im sozialen Netzwerk Facebook hoch. Am Ende stellte sich heraus: Es war alles erstunken und erlogen. Der Schwindel flog auf, der damals 53-Jährige wurde im Mai 2020 in Langholt festgenommen. Erst kam er in Abschiebehaft, dann wurde er zurück in sein Heimatland Niederlande gebracht.

Dort hat der Betrüger und Hochstapler nun erneut zugeschlagen – dieses Mal in seiner niederländischen Heimat in Haarlem und in einem noch viel höheren Maße. Er hinterließ bei Händlern und Geschäftsleuten jede Menge Schulden – und bei vielen Menschen seelische Schäden. In Ijmuiden hatte er einen Feinkostladen mit dem Namen „Fromagerie Tradition“ eröffnet. Diesen ließ er jedoch nach kurzer Zeit zurück – inklusive der Ware.

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