Große Aufstiegsparty  Kickers Emden feiert nach Meisterstück in Otto-Shirts

| | 28.04.2024 21:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Direkt nach dem Spiel begann mit den 150 mitgereisten Fans die Meisterparty in den vorbereiteten Meistershirts. Foto: Doden/Emden
Direkt nach dem Spiel begann mit den 150 mitgereisten Fans die Meisterparty in den vorbereiteten Meistershirts. Foto: Doden/Emden
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Nach dem 16. Sieg in Serie steht der Regionalliga-Aufstieg fest. Unmittelbar nach dem 1:0-Sieg in Egestorf begann die Party. Dabei musste ein Akteur eine große Wettschuld einlösen.

Egestorf - Als die Sekt- und Bierduschen nach dem vollbrachten Meisterstück des BSV Kickers Emden weniger wurden, kam plötzlich ein Rasierapparat zum Einsatz. Zauberfuß Tobias Steffen packte sich Mittelfeldstratege Janek Siderkiewicz. Dieser wehrte sich kaum – wohl weil er wusste, dass es zwecklos gewesen wäre. Schnell bildete sich eine Menschentraube um „Friseur“ Steffen und „Kunde“ Siderkiewicz. Die Mitspieler amüsierten sich prächtig, kringelten sich teils auf dem Rasen. Dreieinhalb Minuten dauerte der Haarschnitt, wirklich Mühe gab sich Tobias Steffen nicht. Warum auch? Die Haare sollten eh alle ab. „Ey, wie sich das anfühlt, wie sich das anfühlt“, sagte der 26-Jährige aus Idafehn, während er über seine Glatze streichelte. Dann testete Siderkiewicz seine neue Frisur auf die Fußballtauglichkeit. Pascal Steinwender warf ihm Bälle zu, Siderkiewicz köpfte zurück. Klappte bestens. Die Teamkollegen grölten.

Die Mitspieler in Otto-Meistershirts, Janek Siderkiewicz „oben ohne“ – ohne Shirt und durch das Einlösen einer Wettschuld neuerdings auch ohne Haare. Foto: Doden/Emden
Die Mitspieler in Otto-Meistershirts, Janek Siderkiewicz „oben ohne“ – ohne Shirt und durch das Einlösen einer Wettschuld neuerdings auch ohne Haare. Foto: Doden/Emden

Es war eine von vielen Feierszenen des BSV Kickers Emden – für viele aber gewiss die einprägsamste – am Sonntag im Stadion an der Ammeke im Barsinghäuser Stadtteil Egestorf. Dort hatte Kickers mit einem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Egestorf-Langreder die Meisterschaft in der Oberliga und die Rückkehr in die Regionalliga perfekt gemacht. Es war der 16. Sieg in Serie. Wegen zahlreicher vergebener Chancen hatte es der BSV bis zum Schlusspfiff spannend gemacht. Doch auch die Gastgeber besaßen gute Möglichkeiten. Emdens überragender Schlussmann Isaak Djokovic verhinderte mehrfach den Egestorfer Ausgleich. Bei einem Remis wäre der Emder Titel, bei noch sechs ausstehenden Spielen, rechnerisch noch nicht perfekt gewesen. So aber blieb es beim 1:0-Sieg der Ostfriesen, die sich bestens vorbereitet auf das Meisterstück zeigten.

Erste Sektduschen

Unmittelbar nach Abpfiff sprudelte der erste Sekt, Augenblicke später wurden die ersten Bierkisten auf den Rasen getragen. Dann gab es noch einen ganz besonderen Karton für die Emder Mannschaft: einen mit den sogenannten Meistershirts. Diese hatte der aus Emden kommende Star-Komiker Otto angefertigt. Da ist es nicht verwunderlich, dass auf der Vorderseite der dunkelblauen T-Shirts neben dem Kickers-Wappen ein Fußball spielender Ottifant zu sehen ist. Drumherum steht „Wir sind Kickers Emden“ und „Aufstieg 24, Regionalliga Nord“. Auf der Rückseite steht lediglich in großer schrift „Dat Otto Huus“.

Emdens Trainer Stefan Emmerling erhielt nach dem 1:0-Sieg in Egestorf einige Sekt- und Bierduschen. Foto: Doden/Emden
Emdens Trainer Stefan Emmerling erhielt nach dem 1:0-Sieg in Egestorf einige Sekt- und Bierduschen. Foto: Doden/Emden

Den Anstoß zu diesen Shirts hat Otto Waalkes höchstselbst gegeben. „Er ist ja ein großer Fußball-Fan und hat den Aufschwung von Kickers mitbekommen. Da wollte er irgendwas machen“, schilderte Reiner Bruns, der sich als Kickers-Vorstandsmitglied ein wenig um die Shirts gekümmert hat. Waalkes grübelte mit seinem langjährigen Kumpel Robert Skrai, was er denn für Kickers machen könnte. Da entstand die Idee der Meistershirts. 500 Exemplare wurden erstmal angefertigt. In Kürze sind sie im Kickers-Fanshop erhältlich.

Scherz sorgt für Glatze

Die Emder Spieler waren die ersten, die diese Shirts erhielten. Janek Siderkiewicz zog es kurz nach dem Anziehen allerdings schon wieder aus: zum Haare schneiden. „Es war eine verlorene Wette“, klärte Siderkiewicz auf. „Mehr oder weniger als Scherz habe ich nach den ersten Spielen, die ja nicht so erfolgreich waren, in der Kabine gesagt, dass ich mir die Haare abrasiere, wenn wir Meister werden.“

Janek Siderkiewicz bekam von Tobias Steffen die Haare abrasiert. Foto: Doden/Emden
Janek Siderkiewicz bekam von Tobias Steffen die Haare abrasiert. Foto: Doden/Emden

Das haben sich seine Teamkollegen natürlich gemerkt. Kai Kaissis nahm einen Rasierer mit nach Egestorf, der nach dem vollbrachten Meisterstück dann tatsächlich zum Einsatz kam. „Ich hatte gehofft, dass ich davon heute noch verschont bleibe und es dann auf Malle passiert“, sagte Siderkiewicz. Damit kündigte er auch indirekt an, dass noch eine Kickers-Mannschaftsfahrt nach Mallorca folgen wird.

Simone Emmerling gratuliert ihrem Mann zum zweiten Aufstieg mit Kickers. Foto: Doden/Emden
Simone Emmerling gratuliert ihrem Mann zum zweiten Aufstieg mit Kickers. Foto: Doden/Emden

Genau dort hatte mit Marvin Eilerts schon einmal ein Spieler aus dem Emder Kader eine Glatze rasiert bekommen – nach der Saison 2018/19 und dem Emder Aufstieg in die Oberliga. Auch Markus Unger, Co-Trainer von Kickers, hat schon einmal die Haare abrasiert bekommen. „Damals bin ich in meiner ersten Herrensaison mit Fulda in die Regionalliga aufgestiegen“, verriet Unger. Janek Siderkiewicz hat also Vorgänger.

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