In Den Haag geschnappt Der Käsekönig von Rhauderfehn wurde festgenommen
Der Serienbetrüger Marco D. trieb im Frühjahr 2020 in Rhauderfehn sein Unwesen. Zuletzt schlug er in seiner niederländischen Heimat zu. Dort, in Den Haag, ist er am Wochenende festgenommen worden.
Rhauderfehn/Den Haag - Der in Rhauderfehn als sogenannter Käsekönig bekannt gewordene Serienbetrüger Marco D. ist am Samstag, 13. April 2024, in seinem Heimatland festgenommen worden. Das berichtet die niederländische Tageszeitung Haarlems Dagblad. Die Zeitung schreibt: „Er wurde aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen, den das Nachbarland Deutschland gegen den Serienbetrüger ausgestellt hat. Das Auslieferungsverfahren wurde eingeleitet.“ Solch ein Befehl kann unter anderem erteilt werden, wenn jemand des Verdachts eines strafbaren Delikts, auf das mehr als ein Jahr Gefängnisstrafe steht, beschuldigt wird. Das bedeutet, dass D. nun nach Deutschland ausgeliefert und ihm hier der Prozess gemacht werden soll.
Die Auslieferung hatte die Staatsanwaltschaft Aurich beantragt. Deren Sprecher Stefan Gleissner erklärt zum weiteren Verfahren: „Wenn die niederländischen Behörden zustimmen, dann wird der Beschuldigte in Deutschland einem Haftrichter vorgeführt und kommt dann hier ins Gefängnis.“ Im weiteren Verlauf werde er sich dann vor Gericht wegen mehrfachen Betruges verantworten müssen. Zuständig sei dann das Amtsgericht Leer, wie Gleissner weiter sagt.
Im Frühjahr 2020 sorgte der sogenannte Käsekönig in Rhauderfehn für großes Aufsehen. Marco D. hatte auf dem Fehn viel vor: Käsefabrik, 200 Arbeitsplätze für die Region, Käsehandel und ein Fondue-Restaurant im ehemaligen Verlaatshus. Eine angeblich in Monaco ansässige „Dutch Cheese Group“ und deren Tochterfirma „Die Käsespezialisten“ sollten die Vorhaben realisieren. Sogar ein Pressesprecher wurde engagiert, der auch die Einstellungsgespräche führte.
Festnahme im Mai 2020 in Langholt
Über Wochen schaukelten sich die angeblichen Vorhaben der gleichermaßen angeblichen Firmen vor allem im sozialen Netzwerk Facebook hoch. Am Ende stellte sich heraus: Es war alles erstunken und erlogen. Der Schwindel flog auf, der damals 53-Jährige wurde im Mai 2020 in Langholt festgenommen. Erst kam er in Abschiebehaft, dann wurde er zurück in sein Heimatland Niederlande gebracht.
Dort hat der Betrüger und Hochstapler nun erneut zugeschlagen – dieses Mal in seiner niederländischen Heimat in Haarlem und in einem noch viel höheren Maße. Er hinterließ bei Händlern und Geschäftsleuten jede Menge Schulden – und bei vielen Menschen seelische Schäden. In Ijmuiden hatte er einen Feinkostladen mit dem Namen „Fromagerie Tradition“ eröffnet. Diesen ließ er jedoch nach kurzer Zeit zurück - inklusive der Ware. Nun haben seinen Betrügereien zunächst ein Ende und er sitzt hinter Gittern.