Fußball-Bezirksliga Bi Le Tran zweifelt nicht am eingeschlagenen SVG-Weg
Der SV Großefehn befindet sich in einer sportlichen Krise. Der Trainer hat schon an vielen Stellschrauben gedreht. Nun gastiert mit dem TuS Pewsum ein Team in Großefehn, das gut drauf ist.
Ostfriesland - Die Situation ist für Bi Le Tran völlig neu. Seine ersten beiden Trainerjahre – überhaupt – waren eine einzige Erfolgsgeschichte beim SV Großefehn. Doch seitdem Gewissheit herrscht, dass der 32-Jährige auch seine Zukunft beim SVG sieht, ist beim Fußball-Bezirksligisten irgendwie der Wurm drin. Alle vier Ligaspiele in diesem Jahr gingen verloren. „So einen Negativlauf sind wir, bin ich, gar nicht gewohnt. Es ist auch schwer zu sagen, woran es liegt“, sagt Bi Le Tran. „Hoffentlich können wir den Bock gegen Pewsum umstoßen.“ An Gründonnerstag, 28. März 2024, empfängt der SVG um 20 Uhr den TuS Pewsum, der das dritte von sieben Auswärtsspielen in Folge bestreitet. Zehn Kilometer weiter östlich hat der VfB Germania Wiesmoor zeitgleich Schlusslicht TuS Hinte zu Gast.
Anfang 2022 hat Bi Le Tran den Cheftrainerposten beim SV Großefehn übernommen. Er führte die Mannschaft zum Staffelsieger der Bezirksliga-Abstiegsrunde und in der folgenden Saison zum Vizemeister-Titel. In dieser Saison ging der SV Großefehn als Mitfavorit und war auch zur Winterpause in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Die Erfolgsbilanz unter Bi Le Tran bis dato: 59 Ligaspiele, 41 Siege, neun Unentschieden und neun Niederlagen. So ist es kein Wunder, dass sich der SVG um eine Vertragsverlängerung mit Bi Le Tran bemühte, der auch Abwanderungsgedanken hatte. Kurz vor dem Rückrundenstart Ende Februar entschied sich der 32-Jährige für eine Zukunft beim SVG. Seitdem hagelte es vier Pleiten in vier Spielen – die leisen Titelhoffnungen sind futsch.
Teamabend und Videoanalyse beim SV Großefehn
„Mit meiner Vertragsverlängerung hat die Negativserie nichts zu tun. Ich glaube weiterhin an unseren Weg“, sagt Bi Le Tran. „Aber natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, woran das liegen kann.“ Ein nicht unwesentlicher Grund seien die schwierigen Trainingsbedingungen in der Winterpause ohne Flutlicht-Platz. „Die personelle Situation kann nicht als Ausrede herhalten. Wir haben dieselben Spieler dabei wie in der Hinrunde – und mit Shawn King kam noch ein guter Spieler nach einer Verletzung zurück.“
Bi Le Tran hat schon an verschiedenen Stellschrauben gedreht, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Neues Spielsystem, anderes Personal – bislang hat nichts gefruchtet. „Wir haben auch zusammengesessen und über die Situation gesprochen, haben eine Videoanalyse und einen Teamabend gemacht“, schildert Bi Le Tran. „Man merkt den Jungs die Verunsicherung im Spiel an, vielleicht tut es uns ganz gut, wenn wir nun mal nicht der Favorit sind“, sagt der SVG-Coach mit Blick auf die Partie gegen den TuS Pewsum, der in der Tabelle mittlerweile an Großefehn vorbeigezogen ist.
TuS Pewsum hat einen Auswärts-Marathon
Dagegen sieht Pewsums Trainer Jonas Petersen sein Team keinesfalls als Favorit in der Partie. Er spricht von einem „50-50-Spiel“. „Großefehn hat so viel Qualität und Erfahrung“, hat Petersen Respekt vor dem Gegner. Von der Hand weisen lässt sich die unterschiedliche Form der beiden Teams nicht. Pewsum gewann nach einer laut Petersen „flüssigen“ Vorbereitung vier der fünf Bezirksliga-Spiele in 2024. „Auch gegen Larrelt hätten wir nicht verlieren müssen.“
Die Pewsumer befinden sich derzeit in einer unglaublichen Auswärtsspiel-Serie. Siebenmal in Folge muss der TuS in der Fremde antreten. Hintergrund sind zwei Heimrecht-Tausche (gegen Strudden und Middels) im ersten Aufeinandertreffen der Teams, das dann auf dem Pewsumer Kunstrasen ausgetragen wurde. „Das Großefehn-Spiel ist nun noch reingerutscht, weil wir Ende 2023 ja vorzeitig in die Winterpause geschickt wurden“, erklärt Petersen die ungewöhnliche Serie, die ihn gar nicht so sehr stört. „Ich freue mich, dass wir gut drauf sind und einen guten Spielrhythmus haben.“ Der TuS spielt bis zum Saisonende – abgesehen von einem Doppelspieltag im Mai – nur einmal wöchentlich. Ganz anders sieht die Lage beim VfB Germania Wiesmoor aus, der noch 18 Partien – sieben mehr als Pewsum – absolvieren muss. Ab sofort muss Wiesmoor auch immer unter der Woche ran.