Am Frühstückstisch mit... Mit Schule und Ehrenamt hat Josephine Dietrich einiges zu tun
Die 16-Jährige ist Gemeindejugendring-Vorsitzende. Sie erzählt beim Treffen in der Schul-Cafeteria über dieses Amt – und was Jugendlichen auf dem Fehn am meisten fehlt.
Rhauderfehn - Mit dem Frühstücken hat es Josephine Dietrich eigentlich nicht so. Die Schülerin des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums, besucht die zehnte Klasse, und muss in der Regel früh raus: Beginnt der Unterricht mit der ersten Stunde, ist sie um 6 Uhr auf den Beinen, sonst eine Stunde später. „Da frühstücke ich zuhause nicht. Erst in der Schule, mit Freunden: So ab der ersten Pause“, sagt die 16-Jährige. Vorher isst und trinkt sie eigentlich nichts. Zum Frühstückstermin mit der Redaktion gibt es dann aber doch schon einen heißen Tee, frisch aus der gerade eben geöffneten Kantine des Gymnasiums. Die ist gut sortiert. „Da finde ich schon was.“
Dietrich ist seit November 2022 Vorsitzende des Gemeindejugendrings Rhauderfehn. Damals hatte sie eine Ideenwerkstatt besucht. „Die damalige Vorsitzende hat mich direkt angesprochen, ob ich das Amt gerne übernehmen möchte“, sagt sie.
Regelmäßige Treffen im Jugendcafé Rhauderfehn
Der Besuch der Ideenwerkstatt sei ihr erster Kontakt zum Gemeindejugendring gewesen. „Das war richtig schön. Ich habe mich da gleich wohlgefühlt. Jeder hat versucht, die Idee zu visualisieren, um zu gucken, ob das realistisch ist. Es wurde nicht gesagt: Das geht nicht, das ist unrealistisch. Sondern: Wir versuchen das. Jede Idee wird respektiert. Wenn etwas klappt, dann ist das toll. Wenn nicht, dann eben nicht. Es war einfach klasse.“ Letztlich sagte sie deshalb auch zu, im Gemeindejugendring mitzumachen und den Vorsitz zu übernehmen. Was Josephine Dietrich noch gefällt, ist, dass auch die Erwachsenen durchaus an der Meinung der Mitglieder des Gremiums interessiert sind. „Die wollen hören, was die Jugendlichen vorschlagen.“
Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sich die Mitglieder ab 19 im Jugendcafé am Markt. „Manchmal sind dort auch neue Gesichter dabei“, so Dietrich. Das Interesse am Gemeindejugendring sei bei den jungen Menschen in der Gemeinde schon vorhanden. „Es ist auf jeden Fall eine schöne Atmosphäre. Jeder kann gerne dazukommen.“ Insgesamt bliebe die Zahl der Mitglieder stabil. Derzeit gebe es um die zehn, elf aktive Mitglieder - vor allem im Vorstand.
Wieder Schwimmbadfahrten geplant
Etwas Hoffnung auf weiteren Zulauf setzt die Fehntjerin auf das neue Kinder-Parlament. „Das ist die Idee, dass die Kinder dort, wenn sie zwölf sind, weitermachen – im Gemeindejugendring – weil sie Interesse haben, an der Politik mitzuarbeiten.“
Zu tun und zu organisieren gibt es in dem Gremium immer etwas: „Wir haben einige Aktivitäten. Zum Beispiel sind wir beim Rathaus-Fest oder Gemeindefesten allgemein dabei. Da helfen wir sehr gerne mit, zum Beispiel betreuen wir die Event-Geräte. Wir hatten letztes Jahr eine Event-Geräte-Schulung für die Vorstandsmitglieder.“ Außerdem organisiert der Gemeindejugendring alljährlich in den Sommerferien Schwimmbadfahrten. „Die soll es auch dieses Jahr geben.“
Ein Schwimmbad wird am dringendsten gewünscht
Der Gemeindejugendring, sagt Dietrich, sei eine Interessenvertretung von Jugendlichen für Jugendliche. „Wir möchten uns einbringen, um die Interessen der Jugendlichen zu stärken, die Bedingungen zu verbessern.“ Sie persönlich findet es gut, dass die Gemeinde verschiedene Jugend-Treffpunkte hat. „Da tun sich verschiedene Gruppen zusammen. Ich bin selber aktiv im Café am Markt und merke, dass da nicht nur eine Gruppe von Jugendlichen und Kindern hingeht. Es sind mehrere Gruppen, die aufeinandertreffen und dann auch gemeinsam was machen.“
Bei den Verbesserungsideen für die Gemeinde stehe an erster Stelle ein Schwimmbad. „Wir sind da dran, aber wir müssen halt schauen, wie weit man da kommt.“ Persönlich habe sie den Eindruck, dass das vielleicht eine Chance habe. „Ich habe nie mitbekommen, dass das jetzt komplett weggeschlagen wurde aus der Politik.“ Gedanken zum Schwimmbad haben sich die Jugendlichen unter anderem im Dezember bei einer Tagung in der Historische Ökologische Bildungsstätte gemacht.
„Man fühlt sich respektiert“
Wenn in der Politik Themen beraten werden, die junge Menschen betrifft, etwa im Fachausschuss oder im Präventionsrat, dann ist Josephine Dietrich oder ein Stellvertreter mit dabei. „Wir können dann äußern, wie wir die Sache sehen. Dort, sagt sie, fühlten sich die jungen Leute durchaus ernst genommen. „Man fühlt sich respektiert. Auf jeden Fall.“