Kundgebung mit AfD-Redner Darum haben SPD und Grüne die Demo in Rhauderfehn verlassen
Weil AfD-Politiker Arno Arndt bei der Kundgebung in Rhauderfehn sprechen durfte, hatten Vertreter von SPD und Grünen die Demonstration verlassen. Das sind die Hintergründe für den Rückzug.
Rhauderfehn - Die Kundgebung am Samstagnachmittag auf dem Marktplatz in Rhauderfehn sorgt für viel Gesprächsstoff. Das Aufregerthema schlechthin: Weil der AfD-Politiker Arno Arndt aus Nortmoor auf der Bühne sprechen durfte, zogen Rhauderfehns Vertreter von SPD und Grünen den Rückzug an. Ihre angekündigten Reden fielen aus. Warum sie das gemacht haben – oder sie erst gar nicht zu der Kundgebung erschienen sind, haben sie nun noch einmal deutlich gemacht.
Für die SPD wollten der Ortsvereinsvorsitzende Gero Groote und dessen Parteikollege Dirk de Boer, Sprecher der Mehrheitsgruppe Ampel+ im Rhauderfehner Gemeinderat, ursprünglich gemeinsam reden. Vorgesehen waren sie dafür laut Redner-Plan für 15.45 Uhr, direkt nach Arno Arndt von der AfD. Doch dazu kam es nicht mehr.
De Boer nimmt Bezug zu Albrecht Weinberg
Sozialdemokrat Dirk de Boer erklärte am späten Samstagnachmittag, warum er nicht mehr gesprochen und die Demonstration verlassen hat. Er teilte mit: „Das ist meine ganz persönliche freie Entscheidung und nicht undemokratisch. Das Handeln der AfD passt nicht in mein Verständnis einer offenen Gesellschaft. Überall in Deutschland gehen Menschen deswegen auf die Straße.
Wenn ich eins von unserem einzigen Ehrenbürger, Albrecht Weinberg, gelernt habe, dann das man nicht mit Menschen auf einer Bühne steht, die heute wieder über Deportationen sinnieren!“ Davon, dass auch die AfD auftreten sollte, hatten de Boer und sein Parteikollege Groote erst während der Veranstaltung erfahren – und dann die Konsequenzen gezogen.
Grünen-Politiker Vesper kam erst gar nicht zur Demo
Solidarisch zeigte sich dabei auch das Grünen-Ratsmitglied Alf Schaa, das wie de Boer und Groote der Gruppe Ampel+ im Rhauderfehner Gemeinderat angehört. Ursprünglich wollte für die Grünen Thorsten Vesper, wie Schaa ebenfalls Ratsmitglied in Rhauderfehn, eine Rede auf der Kundgebung halten. Doch Vesper entschied sich, erst gar nicht zu der Demo zu gehen. Wieso er das gemacht hat, erklärte er so: „Als die erste Einladung kam, hatte ich mich anfangs bereiterklärt, dort eine Rede zu halten. Allerdings musste ich mich nach Recherchen über Veranstaltungsinfos und Organisation davon distanzieren, überhaupt dort aufzutauchen.“
Vesper kritisierte in seinem Statement zudem, dass es bislang in Rhauderfehn, anders als beispielsweise in Ostrhauderfehn, keine Demonstration gegen Rechtsextremismus gab - und ergänzt bezugnehmend zur Kundgebung am Samstag: „Das einzige, was stattfindet, ist genau das Gegenteil. Und das auf unserer neuen Kulturbühne auf dem Marktplatz. Erst vor Kurzem wurde eine Satzung zur Nutzung der Bühne veröffentlicht in der steht, dass dort keine politischen Veranstaltungen stattfinden dürfen. Doch irgendwie war es plötzlich alles ganz anders.“ Zum Rückzug der SPD- und Grünen-Politiker schreibt er weiter: „Nach Bewertung der Situation kann und muss ich meinen politischen Kollegen zu 100 Prozent den Rücken stärken, da sie alles richtig gemacht haben.“
AfD darf in Rhauderfehn reden – SPD und Grüne verlassen Demo
Bilder und Eindrücke von der Kundgebung in Rhauderfehn
Demo-Organisatoren kritisieren Rückzug von SPD und Grünen
Lautstarkes Zeichen für Demokratie und Vielfalt in Rhauderfehn