Schönstattschwester verlassen das Saterland  Abschied von Schwester Elsmarie und Schwester Aniela

| | 20.01.2024 10:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Pfarreiratsvorsitzender Georg Pugge, Schwester M. Aniéla, Ludger Fischer, Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland, und Schwester Elsmarie vor dem Marienbild in der Sedelsberger Kirche. Foto: privat
Pfarreiratsvorsitzender Georg Pugge, Schwester M. Aniéla, Ludger Fischer, Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland, und Schwester Elsmarie vor dem Marienbild in der Sedelsberger Kirche. Foto: privat
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Mehr als drei Jahrzehnte waren die beiden Schönstattschwestern Elsmarie und Aniela im Saterland seelsorgerisch tätig. Nun gehen sie in Ruhestand. Am 4. Februar verabschiedet die Kirchengemeinde sie.

Sedelsberg - Mehr als 30 Jahre lang haben sich die beiden Schönstätter Marienschwestern Elsmarie und M. Aniela in der katholischen Kirchengemeinde in Sedelsberg eingesetzt. Zum Jahreswechsel beendeten die beiden ihren Dienst in der Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland. Am Sonntag, 4. Februar 2024, werden sie in der Kirche St. Petrus Canisius in Sedelsberg in einem Dankgottesdienst verabschiedet, der um 10 Uhr beginnt. Im Anschluss findet ein Empfang mit Mittagsimbiss im Canisiushaus in Sedelsberg zu Ehren der Schwestern statt.

Dann heißt es für Aniéla Krokauer und Elsmarie Rosskamp Abschied zu nehmen. Mit ihrem Weggang endet im Saterland eine Ära: 91 Jahre waren Schönstätter Marienschwestern in Sedelsberg seelsorgerisch tätig. Ludger Fischer, Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland, erinnert an die Anfänge der Schönstätter Marienschwestern in Sedelsberg. 1929 hatte Kaplan Rudolf Klein Arkenau als Pfarrrektor die neu eröffnete Seelsorgestelle in Sedelsberg übernommen. Er bemühte sich bei Pater Josef Kentenich, der wenige Jahre zuvor die Schönstattbewegung gegründet hatte, um Schwestern.

Schwestern verrichteten vielseitige Dienste

1932 zogen die ersten Marienschwestern nach Sedelsberg. Die heutige Kirche wurde erst einige Jahre später errichtet, 1936. Die Marienschwestern nahmen Aufgaben wahr, wie ambulante Krankenpflege, sie erteilten Religionsunterricht in der Schule, bereiteten Kinder auf deren Erstkommunion vor, versahen Küster- und Orgeldienst, gaben Koch- und Nähkurse und gründeten und leiteten den 1947 in Sedelsberg eingerichteten Kindergarten.

Dies sei der erste Kindergarten in der Region gewesen, betont Pfarrer Fischer. Dort erhielten die Kinder in der kargen Nachkriegszeit regelmäßig warmes Mittagessen, denn damals arbeiteten viele Mütter in der Torfindustrie. Sedelsberg sei ein „armer Ort“ gewesen, sagt der Pfarreiratsvorsitzende Georg Pugge. Mit ihren sozialen Diensten habe die Kirche dort viel für die Menschen getan. „Dafür stehen in Sedelsberg die Marienschwestern.“ Ihr Weggang bedeutet einen großen Verlust, den viele Menschen bedauern. Schon jetzt höre man in dem 3000 Einwohner-Ort Sedelsberg, dass man die Schönstätter Marienschwestern vermissen werden, die den Ort und das Saterland mit ihren vielseitigen christlichen Diensten geprägt hätten. Die Pfarrei St. Jakobus, Saterland schloss sich 2008 zusammen aus den früheren Gemeinden St. Georg Strücklingen, St. Jakobus Ramsloh, St. Peter und Paul Scharrel und St. Petrus Canisius Sedelsberg.

Aus dem Münsterland und dem Ruhrgebiet

Die aus Dortmund stammende Schwester M. Aniéla trat 1974 in die Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern ein. 1993 kam sie nach Sedelsberg und zog in das Schwesternhaus beim Kindergarten St. Marien ein. Seit 30 Jahren versieht sie den Küsterdienst. Die katholische Bücherei in Sedelsberg wurde 20 Jahre lang von ihr geleitet. In Sedelsberg und Scharrel hatte sie zudem Mädchengruppen gegründet und geleitet.

Eine der letzten Gelegenheiten, gemeinsam vor dem Altar der Sedelsberger Kirche zu sein: (von links) Pfarrer Ludger Fischer, Schwester Elsmarie, Schwester M. Aniela und Pfarreiratsvorsitzender Georg Pugge. Foto: privat
Eine der letzten Gelegenheiten, gemeinsam vor dem Altar der Sedelsberger Kirche zu sein: (von links) Pfarrer Ludger Fischer, Schwester Elsmarie, Schwester M. Aniela und Pfarreiratsvorsitzender Georg Pugge. Foto: privat

In allen vier Kirchorten war Schwester Aniéla in der Vorbereitung der Erstkommunion und Firmung tätig. Außerdem war sie viele Jahre Mitglied im Pfarreirat und Liturgieausschuss gewesen. Die aus dem westlichen Münsterland stammende Schwester Elsmarie ist seit 54 Jahren Schönstätter Marienschwester. Die ausgebildete Krankenschwester kam 1981 in das Saterland, wo sie bis 1988 in der Caritas-Sozialstation Barßel-Saterland wirkte und in der ambulanten Krankenpflege arbeitete.

Schwestern waren gern im Saterland

Nach Dienst in einem Altenheim ihrer Heimatgemeinde Borken und als Leiterin einer Tagespflege im Sauerland kam Schwester Elsmarie 2004 zurück nach Sedelsberg, um in drei Pflegeheimen des Saterlands seelsorglich tätig zu sein. Seit 2007 war sie in der Pfarrei St. Jakobus pastorale Mitarbeiterin, vorwiegend in der Alten- und Krankenpastoral, in der Hospizarbeit und in mehreren karitativen Bereichen. Ebenso war auch Schwester Elsmarie Mitglied im Pfarreirat und gehörte dem Caritas-Vorstand an.

Beide Schwestern waren als Lektorinnen, Kommunionhelferinnen, sowie als Wortgottesdienstleiterinnen eingesetzt. „Wir sind gern in Sedelsberg gewesen. Der Ort ist uns ans Herz gewachsen“, sagt Schwester M. Aniéla. Sie wird in das Provinzhaus der Schönstätter Marienschestern nach Borken umziehen.

Andere Schwestern verließen Saterland schon viel früher

Auch Schwester Elsmarie behält viele schöne Erinnerungen an Sedelsberg: „Was soll ich sagen? Es war einfach eine schöne Zeit hier. Schade, dass die Zeit jetzt für uns im Saterland vorbei ist.“ Schwester Elsmarie wird in die Lutherstadt Wittenberg ziehen und dort die Gemeinschaft der Marienschwestern unterstützen.

Den Weggang der beiden Marienschwestern bedauert Pfarrer Ludger Fischer: „Sie werden uns fehlen. Sie haben haben unzähligen Menschen zur Seite gestanden, zugehört, geholfen, getröstet und für viele gebetet.“

Die Schönstatt-Schwestern waren die letzten ihrer Art im Saterland. Schon vor Jahren verließen die Vorsehungsschwestern Strücklingen, die Thuiner Franziskanerinnen Ramsloh und die Hedwig-Schwestern das St. Michaelstift im Ortsteil Bollingen.

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