Plaisir gegen de Boer Rhauderfehner Politiker zoffen sich wegen Bauern-Protesten
Vor den Demos in dieser Woche sorgte die Aktion von Landwirten gegen Minister Habeck für Aufregung. Die Lokalpolitiker Dirk de Boer (SPD) und Niels Plaisir (CDU) kriegten sich deswegen in die Haare.
Rhauderfehn - Seit Montag protestieren in ganz Deutschland viele Landwirte und Unterstützer aus anderen Berufszweigen gegen die Politik der Ampel-Regierung. Im sozialen Netzwerk Facebook hat es zu diesem Thema jetzt einen verbalen Schlagabtausch zwischen zwei Rhauderfehner Lokalpolitikern gegeben. Dabei handelt es sich um Dirk de Boer (SPD), Sprecher der Mehrheitsgruppe Ampel + im Rhauderfehner Gemeinderat, und den CDU-Politiker Niels Plaisir, der sowohl im Gemeinderat als auch im Leeraner Kreistag sitzt.
Ausgangspunkt für den Konflikt war bereits vor der Protestwoche die Aktion von Landwirten gegen Wirtschaftsminister Robert Habeck beim Fähranleger Schlüttsiel in Schleswig-Holstein. Dazu schrieb Dirk de Boer auf seinem Facebook-Profil: „Das war kein friedlicher Protest mehr, das war auch keine ,Blockade‘. Das war ein tätlicher Angriff, nicht nur auf den Wirtschaftsminister Robert Habeck, sondern auf unsere Demokratie!“ Dem widerspricht Niels Plaisir, indem er unter anderem schreibt: „Was es gegeben hat, waren Landwirte, aufgebracht und wütend, die sich an einem Abend versammelten, um mit dem Mann zu sprechen, der ihnen ihr Leben schwer macht. Das Video dokumentiert, wie friedlich und vernünftig diese Menschen sich verhalten. Wie sie ohne jegliche Gewalt ihr demokratisches Recht wahrnehmen, Protest auszuüben.“
Niels Plaisir: „Üble Nachrede“
De Boer reagierte sowohl im Internet als auch im Gespräch mit dieser Zeitung auf den und weitere Kommentare von CDU-Mann Plaisir und warf diesem vor, die Protestaktion bei der Fähre „zu verniedlichen und zu verharmlosen“. Ihn hätten die Kommentare von Plaisir „erschrocken“, so der 28-Jährige. „Wer für die Anwendung von Gewalt im demokratischen Disput Verständnis schafft, weicht die Grenzen unserer Grundordnung auf“, schreibt der SPD-Politiker.
Dieses brachte wiederum Plaisir auf die Palme. Im weiteren Verlauf der Diskussionen wirft er seinem Ratskollege de Boer sogar „üble Nachrede“ vor. Der Steuerberater und Rechtsanwalt Plaisir betont: „Ich habe schon Leute vertreten, die haben für so etwas eine Anklageschrift von einem Staatsanwalt erhalten.“ Er lasse sich nicht nachsagen, dass er „Gewalt verharmlose“.