Nikolaus im Saterland Neun Freiwillige mit Bart im Bischofsgewand
Im Saterland können Familien sich vom Nikolaus besuchen lassen. In allen vier Ortsteilen übernehmen Freiwillige diesen Dienst. Karsten Fugel berichtet, wie es beim Nikolausbesuch in Ramsloh zugeht.
Ramsloh - Der Nikolaustag am 6. Dezember ist für viele Kinder ein Höhepunkt in der Adventszeit. Jetzt ist es wieder soweit. Besonders anschaulich wird den Kindern im Saterland das Brauchtum rund um die Heiligenfigur vermittelt, die auf Nikolaus von Myra zurückgeht, der im vierten nachchristlichen Jahrhundert Bischof in Kleinasien war.
Im Saterland kommt der Nikolaus tatsächlich in den Familien zu Besuch, und zwar auf Bestellung. In allen vier Orten des Gemeindegebiets sind Ehrenamtliche mit rotem Mantel, Bischofsstab, Rauschebart und Mitra auf dem Kopf unterwegs, begleitet von Engeln, um die Kinder zu bescheren.
Knecht Ruprecht im Saterland abgeschafft
Die Nikolausgruppe in Ramsloh wurde vor mehr als 50 Jahren als kirchliche Gruppe von der Lehrerin Käthe Eilers ins Leben gerufen. Der Pädagogin war es damals sehr wichtig, dass der Heilige als guter Mensch dargestellt wird, der den Kindern Freude bereitet. Damit wurde im Saterland der Nikolaus mit seinem strafenden Knecht Ruprecht abgeschafft, der von den Kleinen oft nur angsteinflößend erlebt worden war. Unterstützt wurde Käthe Eilers von Marlene Thoben sowie Ludger und Gerhard Thedering. Sie und weitere Ehrenamtliche sorgten viele Jahre lang im Hintergrund dafür, dass alles rund um die Nikolaus-Auftritt reibungslos klappte.
Seit 2014 leiten Karsten Fugel und Anke Tebben die Nikolausgruppe der Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland in Ramsloh.
Neun Nikoläuse ziehen durch Ramsloh
In diesem Jahr, berichtet Karsten Fugel, sind neun Ehrenamtliche im Gewand des Nikolauses unterwegs. Die Ramsloher Nikoläuse besuchen an diesem Dienstag, dem Vorabend des Nikolaustages, und am Mittwoch, 6. Dezember 2023, 96 Haushalte, in denen Familien mit Kindern leben. Als Nikolaus in Ramsloh unterwegs sind Niko Altrogge, Ingo Wilkens, Peter Neiteler und Matthias Eilers sowie Heiko Sobing, Christian Kramer, Florian Fugel und Horst Kruse.
Karsten Fugel selbst zieht sich den roten Mantel nur im Bedarfsfall an. Er ist Springer, falls einer der Haupt-Nikoläuse ausfällt.
Es ist durchaus eine anspruchsvolle Aktion, die neben Zeit auch gute Organisation erforderlich macht. Unterstützung erhält die Ramsloher Gruppe dabei von der Freiwilligen Feuerwehr ihres Ortes sowie Andre Stoppelmann als Chef des Unternehmens Taxi Saterland. Beide stellen die Fahrzeuge zur Verfügung, mit denen der Nikolaus und sein Gefolge durch Ramsloh fahren.
Engel überreichen Geschenke
Denn der heilige Mann kommt nicht alleine zu den Kindern. Er ist jeweils in Begleitung eines Engels. Die Engelein werden dargestellt von jungen Mädchen. Sie sollen mit ihrer Freundlichkeit und Lieblichkeit den Kleinen jede Furcht nehmen, die sie vielleicht beim Anblick eines bärtigen Mannes mit Bischofsstab ergreift. Außerdem kommt ihnen die wichtige Aufgabe zu, den Kindern die Geschenke zu überreichen. Begleitet werden die Saterländer Nikoläuse außerdem von sogenannten Vorläufern. Das sind ältere Jugendliche. Diese klingeln vorab an den Haustüren der Familien, die vom Nikolaus besucht werden. Sie nehmen die Gabentüten entgegen, die später wieder überreicht werden und geben den Eltern Gelegenheit, ihre Kinder schon mal auf den anstehenden Besuch einzustimmen.
„Ich freue mich immer, wenn wir mit einem Lied willkommen geheißen werden“, berichtet Fugel von seinen Praxiserfahrungen. Er erzählt, wie so ein Besuch abläuft. Wenn er als Nikolaus auftritt, holt er meist erstmal eines der Kinder zu sich, das seinen Stab halten darf. Damit ist schon mal die erste Distanz überwunden. Dann wird gemeinsam ins Goldene Buch geguckt, was denn dort so über die Kinder drinsteht, es wird gefragt, was sie sich zu Weihnachten wünschen. Meist sagen die Kleinen dann noch ein Gedicht auf, schenken ein selbstgemaltes Bild oder singen ein Lied. Und dann ist der Besuch auch schon wieder vorbei, denn es sind ja noch eine Menge anderer Kinder zu besuchen.
Erlös für den guten Zweck
Dabei freuen sich die Ehrenamtlichen über eine kleine finanzielle Anerkennung. Mit dem Geld wird die Ausrüstung instandgehalten. Die ersten Gewänder damals wurden noch selbst angefertigt. Doch auch an gekauften Kostümen ist immer mal wieder etwas auszubessern. Die Spenden gingen ausschließlich in die notwendige Unterhaltung, betont Fugel. Ebenfalls davon bezahlt, wird das gemeinsame Schnitzelessen, das nach der Tour im Pfarrheim stattfindet, zubereitet von dem Frauenteam im Pfarrheim.
Alles, was an Geld übrigbleibt, wird alle paar Jahre für einen guten Zweck gespendet. Diesbezüglich ist die Gruppe offen für Anregungen, wem man das Geld sinnvollerweise zukommen lassen könnte, sagt der Organisator.
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