Aktion gegen häusliche Gewalt  Frauenrechte auf Brötchentüten

| | 23.11.2023 16:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen mit Vertreterinnen des DRK Cloppenburg und Andreas Knappe von der Bäckerinnung mit den Brötchentüten, die für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren sollen. Foto: Kreisverwaltung Cloppenburg
Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen mit Vertreterinnen des DRK Cloppenburg und Andreas Knappe von der Bäckerinnung mit den Brötchentüten, die für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren sollen. Foto: Kreisverwaltung Cloppenburg
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Die Bäckerinnungen im Oldenburger Münsterland machen sich stark für Gewalt gegen Frauen. Die Brötchentüten, die jetzt über ihre Ladentheken gehen, sind mit einem nachdrücklichen Aufruf versehen.

Landkreis Cloppenburg - Aktuell kommen viele Backwaren, die in Bäckereien im Oldenburger Münsterland über den Tresen gehen, in auffälligeren Tüten daher, als gewohnt. Mit der Aktion „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ soll auf Beratungsangebote und Hilfsmöglichkeiten hingewiesen werden, die in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta vorhanden sind. Anlass dafür ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, der jedes Jahr am 25. November begangen wird.

„Wir wollen das Thema ‚Häusliche Gewalt‘ auf den Tisch bringen“, sagt Stephanie Bonk vom DRK-Kreisverband Cloppenburg. „Mit dieser Aktion gelingt uns das wortwörtlich“. Schon zum zweiten Mal hat das Deutsche Rote Kreuz in Cloppenburg, zu dem die Beratungs- und Interventionsstelle (kurz: BISS) der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta gehört, viele Kooperationspartner*innen an einen Tisch geholt: sowohl die Landkreise Cloppenburg und Vechta, als auch die Städte Cloppenburg, Friesoythe, Vechta und Lohne unterstützen die Aktion.

Vechta und Lohne neu dabei

Die Städte Vechta und Lohne sind in diesem Jahr neu dazugestoßen. Auch die Bäcker-Innung Oldenburger Münsterland zählt zum Kreis der Unterstützenden; in viele Filialen werden die auffälligen Aktionstüten in den nächsten Tagen verteilt.

„Betroffene von häuslicher Gewalt müssen sich nicht verstecken“, sagt Bonk. „Wir arbeiten stets daran, diese schambehaftete Thematik in die Öffentlichkeit zu holen und den Betroffenen zu signalisieren, dass es Hilfsangebote gibt und sie nicht alleine sind“. Die Beratungs- und Interventionsstelle reagiert grundsätzlich, wenn die Polizei einen Fall von häuslicher Gewalt festgestellt hat, und tritt mit den Betroffenen in Kontakt – und das unabhängig von Geschlecht, Alter, Nationalität oder Religion. Hilfesuchende können sich jedoch auch eigenständig an die BISS wenden und die Beratung in Anspruch nehmen.

Fallzahlen auf hohem Niveau

In den vergangenen Jahren bleibt die Anzahl der Fälle im Feld der häuslichen Gewalt kontinuierlich auf einem hohen Niveau, sowohl im Oldenburger Münsterland, als auch in der gesamten Bundesrepublik. „Dies kann auch daran liegen, dass sich mehr und mehr Menschen trauen, bei häuslicher Gewalt Hilfe zu holen“, so Bonk. „Und Aktionen wie ‚Gewalt kommt uns nicht in die Tüte‘ tragen dazu bei, dass mehr Leute für das Thema sensibilisiert werden können“.

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