Krieg in der Ukraine  Geschenktüten zu Weihnachten für Kinder in der Ukraine

| | 14.11.2023 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Michael Kröger in einer Lagerhalle in Ostrhauderfehn. Dort werden Hilfsgüter für die nächsten Transporte gelagert. Darunter befindet sich auch Ausrüstung für Feuerwehren, die Kröger hier präsentiert. Foto: Kruse
Michael Kröger in einer Lagerhalle in Ostrhauderfehn. Dort werden Hilfsgüter für die nächsten Transporte gelagert. Darunter befindet sich auch Ausrüstung für Feuerwehren, die Kröger hier präsentiert. Foto: Kruse
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Michael Kröger und Helfer organisieren die Aktion „999 + 1“ zu Weihnachten für Kinder im Kriegsgebiet. Der gebürtige Barßeler bittet um Spenden für Geschenktüten mit Süßigkeiten.

Barßel/Ostrhauderfehn - Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angriff, mit dem Ziel, die ukrainische Regierung in Kiew zu stürzen, wurde aus dem sogenannten Ukraine-Konflikt ein brutaler Angriffskrieg. Der tobt nun fast zwei Jahre. Jetzt steht Weihnachten vor der Tür: „Weihnachten im Krieg. Das haben Ukrainer schon im vergangenen Jahr erleben müssen. Und auch ein Jahr später hat sich die Situation nicht verändert“, sagt Michael Kröger. Der gebürtige Barßeler ruft deshalb zu einer besonderen Geschenkaktion für Kinder in der Ukraine auf und bittet wieder um Spenden.

In ein Dorf mit 3000 Flüchtlingen, darunter 224 Kinder, wurden 2022 zu Weihnachten Geschenke gebracht. Foto: Kröger
In ein Dorf mit 3000 Flüchtlingen, darunter 224 Kinder, wurden 2022 zu Weihnachten Geschenke gebracht. Foto: Kröger

Kröger, der seit acht Jahren in Kiew lebt, hat seit 2022 bereits 14 Hilfstransporte mit einem Gesamtvolumen von 364 Tonnen in das Kriegsgebiet organisiert, von Lebensmitteln über Möbel, Kleidung bis hin zu medizinischen Geräten. Er hat jedes Teil mit Lastwagen teilweise bis an die Front gebracht. Kröger gründete damals die „Direkthilfe Ukraine“. Er fand Kooperationspartner und Unterstützer in ganz Deutschland.

Aktion 999 + 1 zu Weihnachten

Der frühere Berufssoldat sitzt dabei immer selbst am Lenkrad. Erst am vergangenen Samstag ist er aus Kiew nach Barßel zurückgekehrt. Jetzt startet Kröger mit allen Kooperationspartner und Unterstützern eine besondere Spendenaktion: Sie möchten 1.000 Kinder in der Ukraine zu Weihnachten eine Freude bereiten. „Der 15. Hilfstransport soll etwas Besonderes sein“, sagt Kröger bei einem Gespräch in einer Lagerhalle in Ostrhauderfehn.

Er und sein Helferteam planen die gemeinsame Aktion „999 + 1“ zu Weihnachten. 1.000 Kinder in der Ukraine wollen sie beschenken. Mit im Boot sind weitere Organisationen, Vereine und Privatpersonen, über ganz Deutschland verteilt, mit denen Kröger schon längerer Zeit zusammenarbeitet und die ihn unterstützen. „Es ist ein großes Netzwerk entstanden“, sagt Kröger. Andere Hilfsorganisationen haben wegen vieler Schwierigkeiten längst aufgegeben, er nicht.

Michael Kröger, hier verkleidet als Weihnachtsmann, brachte 2022 bereits zu Weihnachten Geschenke ins Kriegsgebiet. Hier ist er in einem Heim für behinderte Kinder in Kiew. 70 Kinder wurden dort beschenkt. Foto: Kröger
Michael Kröger, hier verkleidet als Weihnachtsmann, brachte 2022 bereits zu Weihnachten Geschenke ins Kriegsgebiet. Hier ist er in einem Heim für behinderte Kinder in Kiew. 70 Kinder wurden dort beschenkt. Foto: Kröger

1000 Geschenktüten sollen befüllt werden

Bereits zum Weihnachtsfest 2022 wurde eine Geschenkaktion für 500 Kinder in der Ukraine von Michael Kröger organisiert. Stofftiere, Spielzeug und Süßigkeiten wurden ins Kriegsgebiet gebracht. Nun sollen 1.000 Geschenktüten befüllt werden, mit „allem, was in eine Tüte passt, um Kindern eine Überraschung zu bereiten“, fasst Kröger zusammen. Das seien zum Beispiel Schokolade, Lebkuchen, Kekse und andere weihnachtliche Leckereien, Stofftiere und Spielzeug, zum Beispiel Barbiepuppen, Puzzle, Playmobil und Lego. Auch Elektroartikel sind gerngesehen sowie Geschenke für Kinder im Alter von 1 bis 16 Jahren.

Ungeeignet hingegen seien Gesellschaftsspiele, Bücher und Kleidung – denn damit sei das Team überhäuft worden, so Kröger. Er bittet um neue und neuwertige Sachen. Außerdem sollten die Spenden unbedingt sauber und in gutem Zustand sei, da oft Kaputtes oder Verschmutztes abgegeben worden sein. Idealerweise werden die Spenden in einem Karton abgegeben, denn das eigne sich am besten für den Transport.

Aufruf gilt vorrangig für Sachspenden

Der Aufruf gilt vorrangig für Sachspenden. Trotzdem freut sich das Team auch über finanzielle Unterstützung für den Kauf weiterer Geschenke und vor allem, um den Transport in die Ukraine und vor Ort finanzieren zu können. Beträge können per PayPal über „Freund und Familie“ an kroeger_72@web.de überwiesen werden. Weitere Kontodaten, besonders auch für Unternehmen, die eine Spendenquittung benötigen, findet man auf www.direkthilfe-ukraine.com. Alle Sachspenden werden bis Sonntag, 10. Dezember, angenommen.

Für die gebündelte Abgabe der Spenden hat Michael Kröger Annahmetage und -zeiten organisiert. Für weitere Fragen können sich Spender mit Michael Kröger über WhatsApp, Telefon: +380987807313, oder per E-Mail abstimmen. Auf Anfrage und je nach Weg biete er auch an, Sachen selbst abzuholen.

Zwischenlager in Ostrhauderfehn

Im Dezember werde alles in das Zwischenlager nach Ostrhauderfehn gebracht. Erst dort werden die Sachen auf die Geschenktüten aufgeteilt, deswegen sollten sie nicht schon im Voraus weihnachtlich verpackt werden. Die gepackten Tüten fährt Kröger wiederum in die Ukraine.

Zur Orientierung: Die Größe einer Geschenktüte entspricht etwa einer handelsüblichen Einkaufstüte. Die Spenden, die am Ende nicht in die Tüten passen, werden von uns aber trotzdem an ukrainische Kinder weitergegeben, versichert Kröger. Zum Beispiel in ein Kinderheim.

Gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit allen Kooperationspartner, Vereinen, Privatpersonen und vor allem dem Verein „Ammerland hilft der Ukraine“ und dessen Vorsitzenden Ralf Gauger, dem Kröger beigetreten ist, um auf Firmenspenden, Spendenquittungen ausstellen zu können, ist immer sehr erfolgreich, betont Kröger.

„Die Sachen kommen dort an, wo es versprochen wird“, versichert er. Zu sehen sei das auch auf unzähligen Bildern und Videos, die Michael Kröger auf Facebook und seinem Telegramkanal veröffentlicht. Das sei dem Team besonders wichtig. „Ich freue mich, wenn wir da ein bisschen was erreichen“, betont Kröger.

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