Rathausneubau in Barßel  Imposanter Rohbau in der Ortsmitte emporgewachsen

| | 06.09.2023 17:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Barßels Bürgermeister Nils Anhuth und Maja Peters, Bautechnikerin der Gemeinde, vor dem Rohbau des Verwaltungstrakts, der im ersten Bauabschnitt direkt neben dem alten Barßeler Rathaus in der Ortsmitte des Kernorts entsteht. Foto: Fertig
Barßels Bürgermeister Nils Anhuth und Maja Peters, Bautechnikerin der Gemeinde, vor dem Rohbau des Verwaltungstrakts, der im ersten Bauabschnitt direkt neben dem alten Barßeler Rathaus in der Ortsmitte des Kernorts entsteht. Foto: Fertig
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Im Inneren des Millionenprojekts sind die Wände der Büros hochgezogen und lassen die Dimensionen erahnen. Die Gemeindemitarbeiter überlegen schon, wie sie ihre Möbel am neuen Arbeitsplatz stellen.

Barßel - Noch stehen im Büro von Barßels Bürgermeister Nils Anhuth Kisten vom Hafenfest herum. Doch mit improvisiertem Chaos im Büro ist es bald vorbei. Das neue Barßeler Rathaus ist im Bau, und der Verwaltungschef kann seine künftige Wirkungsstätte sogar schon betreten. Denn der Rohbau des Verwaltungstrakts steht.

So präsentiert sich die bauliche Situation im Herzen Barßels aktuell. Im Vorfeld hatte es erhebliche Widerstände gegen die Neubaupläne gegeben. Diese gipfelten in einem Bürgerentscheid, der die Umsetzung jedoch nicht verhinderte. Durch die zeitliche Verzögerung wurde der Bau allerdings teurer. Mit 15,5 Millionen Euro rechnet die Gemeinde derzeit. Foto: Fertig
So präsentiert sich die bauliche Situation im Herzen Barßels aktuell. Im Vorfeld hatte es erhebliche Widerstände gegen die Neubaupläne gegeben. Diese gipfelten in einem Bürgerentscheid, der die Umsetzung jedoch nicht verhinderte. Durch die zeitliche Verzögerung wurde der Bau allerdings teurer. Mit 15,5 Millionen Euro rechnet die Gemeinde derzeit. Foto: Fertig

Das imposante Bauwerk lässt schon jetzt die Dimensionen des künftigen Verwaltungsgebäudes erahnen, das bürgernah, nachhaltig, großzügig und lichtdurchflutet gestaltet wird.

Das Atrium des Gebäudes vermittelt einen ersten Eindruck von der Großzügigkeit der Raumgestaltung im Neubau. Foto: Fertig
Das Atrium des Gebäudes vermittelt einen ersten Eindruck von der Großzügigkeit der Raumgestaltung im Neubau. Foto: Fertig

Der Neubau wird auf dem Areal errichtet in direkter Nachbarschaft zum alten Rathaus in Barßels Ortsmitte. Die Zwischenwände der einzelnen Büros sind bereits in Trockenbauweise hochgezogen.

Bürgermeister blickt gerne auf den Neubau

Gerade sind die Handwerker dabei, den Estrich im Erdgeschoss zu verlegen. Parallel kümmern sich andere Gewerke um die technische Ausrüstung des Gebäudes, also um Heizung, Lüftung, Sanitäres und Elektrik.

Was hier so technisch wirkt, sind die Grundzüge der Toilettenanlage im neuen Barßeler Rathaus. Foto: Fertig
Was hier so technisch wirkt, sind die Grundzüge der Toilettenanlage im neuen Barßeler Rathaus. Foto: Fertig

„Jetzt hat man eine Vorstellung“, stellt Anhuth fest. Er blicke gerne aus dem Fenster auf das, was nebenan entsteht. „Ich finde das jeden Tag aufs Neue spannend, was sich dort tut. Jetzt wird das Resultat langsam greifbar“, sagt der Chef des neuen und des alten Rathauses.

In diesem Teil des Rohbaus wird künftig das Büro des Bürgermeisters sein, der sich in dem Raum bereits jetzt offensichtlich sehr wohlfühlt. Das Büro ist kleiner als sein jetziges. "Ich werde mich von Schränken trennen", stellte der Verwaltungschef in Aussicht. Foto: Fertig
In diesem Teil des Rohbaus wird künftig das Büro des Bürgermeisters sein, der sich in dem Raum bereits jetzt offensichtlich sehr wohlfühlt. Das Büro ist kleiner als sein jetziges. "Ich werde mich von Schränken trennen", stellte der Verwaltungschef in Aussicht. Foto: Fertig

Jeder der 35 Arbeitskräfte in der Gemeindeverwaltung hat freie Sicht auf seinen künftigen Einsatzort. Etliche ihrer Kollegen, erzählt Bautechnikerin Maja Peters, hätten sich von ihr oder ihrem Kollegen Markus Wiechmann schon mal durch den Rohbau führen lassen. Vor der Sommerpause wurde er auch dem Gemeinderat vorgestellt.

Kosten auf mittlerweile 15,5 Millionen Euro geklettert

Der Bau eines Bürgerhauses mit Verwaltungstrakt kostet allerdings Millionen von Euro. 15,5 Millionen seien es aktuell, sagt Anhuth. Der erste Bauschnitt – das ist der Rohbau des künftigen Rathauses – lasse sich bereits beziffern.

Über den Dächern von Barßel mit freier Sicht auf den Kirchturm der Pfarrkirche Ss. Cosmas und Damian: Diesen Überblick gewinnt man vom Dach des Rohbaus aus. Später wird das Flachdach vollflächig mit Fotovoltaik ausgestatte Foto: Fertig
Über den Dächern von Barßel mit freier Sicht auf den Kirchturm der Pfarrkirche Ss. Cosmas und Damian: Diesen Überblick gewinnt man vom Dach des Rohbaus aus. Später wird das Flachdach vollflächig mit Fotovoltaik ausgestatte Foto: Fertig

Für den zweiten Bauabschnitt, in dem an der Stelle, wo sich jetzt noch das alte Rathaus befindet, ein Bürgerhaus gebaut wird, seien die Berechnungen gerade erneut angepasst worden, nachdem sich schon beim ersten Bauabschnitt Kostensteigerungen bei den Ausschreibungen ergeben haben.

Es muss jede Menge Elektronik im Neubau angeschlossen werden. Foto: Fertig
Es muss jede Menge Elektronik im Neubau angeschlossen werden. Foto: Fertig

Wie viel Fördergeld es für das Großprojekt gibt, sei noch nicht geklärt, das wisse man erst zu Beginn des zweiten Bauabschnitts, so Anhuth.

Mit Noppenfolie zum Befestigen der Fußbodenheizungsschlangen ist das Erdgeschoss des Rohbaus ausgelegt. Foto: Fertig
Mit Noppenfolie zum Befestigen der Fußbodenheizungsschlangen ist das Erdgeschoss des Rohbaus ausgelegt. Foto: Fertig

Von der KfW-Bank gibt es rund 550.000 Euro als Tilgungszuschuss. Das ist nur halb so viel, wie man mal gehofft hatte. Die Außenanlagen, zu denen Parkplätze und ein Marktplatz gehören, sind mit 1,67 Millionen Euro veranschlagt. Getragen wird diese Summe jeweils zu einem Drittel von der Gemeinde Barßel, dem Land und dem Bund.

Lärm und Betrieb auf dem Bau

In dem Neubau werden sich mehr Einzelbüros befinden als im bisherigen Barßeler Rathaus, wie Anhuth und Peters bei einer Begehung des Rohbaus zeigen. Die Büroräume sind dann zwar kleiner, allerdings benötige die Verwaltung künftig auch weniger Platz, weil viele Unterlagen digitalisiert werden.

Vergnügt weist Barßels Bürgermeister auf die Fläche, wo künftig das Hochregallager für das Archiv der Gemeindeverwaltung untergebracht sein wird. Foto: Fertig
Vergnügt weist Barßels Bürgermeister auf die Fläche, wo künftig das Hochregallager für das Archiv der Gemeindeverwaltung untergebracht sein wird. Foto: Fertig

Im Rohbau herrschen Betrieb und Baulärm. Die Handwerker arbeiten sich geschossweise von unten nach oben.

Bautechnikerin Maja Peters kümmert sich in Vertretung von Bautechniker Markus Wiechmann um die Belange auf der Baustelle. Planerisch betreut werden die Arbeiten, die nach einem preisgekrönten Entwurf des Stuttgarter Architekten Matthias Schneider ausgeführt werden, von Christian Bär vom Büro Janßen Bär Partner aus dem ammerländischen Bad Zwischenahn. Foto: Fertig
Bautechnikerin Maja Peters kümmert sich in Vertretung von Bautechniker Markus Wiechmann um die Belange auf der Baustelle. Planerisch betreut werden die Arbeiten, die nach einem preisgekrönten Entwurf des Stuttgarter Architekten Matthias Schneider ausgeführt werden, von Christian Bär vom Büro Janßen Bär Partner aus dem ammerländischen Bad Zwischenahn. Foto: Fertig

Wenn der Estrich durchgetrocknet sein wird, werden im Erdgeschoss die Bodenbeläge verlegt. Mitte September kommen die Oberlichter ins Atrium. Drei Lichtbände von je sieben Meter Länge bei 2,50 Meter Breite.

Fassade wird hell eingeschlämmt

Die Fassade soll ebenfalls noch im September verschlämmt und verfugt werden. Der helle Klinker wird eingeschlämmt, doch seine Struktur bleibe erkennbar. In hellem Ton in Ton soll der markante Bau erstrahlen.

Vom Dach des Neubaus, auf dem sich Maja Peters und Nils Anhuth hier aufhalten, hat man einen freien Blick auf das alte Rathaus. Das wird in absehbarer Zeit abgerissen, um Platz zu machen für das Bürgerhaus, das im zweiten Bauabschnitt des Millionenprojekts realisiert wird. Foto: Fertig
Vom Dach des Neubaus, auf dem sich Maja Peters und Nils Anhuth hier aufhalten, hat man einen freien Blick auf das alte Rathaus. Das wird in absehbarer Zeit abgerissen, um Platz zu machen für das Bürgerhaus, das im zweiten Bauabschnitt des Millionenprojekts realisiert wird. Foto: Fertig

Wie es vorangehe mit den Fugarbeiten sei auch dem Wetter geschuldet, präzisiert Anhuth. Wenn es schüttet, halte die Farbe nicht. Der nasse Sommer haben ihnen bei den Bauarbeiten zwar nicht in die Karten gespielt, sie aber auch nicht zurückgeworfen. „Wir waren außen fertig, als der Dauerregen einsetzte.“

Neben dem Neubau wurden zwei Auswahlmusterflächen für den Bauausschuss der Gemeinde Barßel verfügt und geschlämmt, um zu klären, wie die Fassade tatsächlich gestaltet werden soll. So wie die rechte dieser beiden Flächen beschlossen die Ratsgremien. Foto: Fertig
Neben dem Neubau wurden zwei Auswahlmusterflächen für den Bauausschuss der Gemeinde Barßel verfügt und geschlämmt, um zu klären, wie die Fassade tatsächlich gestaltet werden soll. So wie die rechte dieser beiden Flächen beschlossen die Ratsgremien. Foto: Fertig

Jetzt, da der Rohbau steht, gewinnt auch das Thema Umzug im Rathaus an Präsenz. Manch einer überlegt schon mal, wie sein vorhandenes Mobiliar ins neue Büro passt. Mit der Fertigstellung des Verwaltungstrakts rechnet man in Barßel um den Jahreswechsel. Der Umzug ist für Februar 2024 geplant.

Große Aufgabe

Bis dahin müsse die neue Serverstruktur aufgebaut sein und auch laufen, sagt Anhuth. IT und Hochbau arbeiteten mit Hochdruck daran.

Über den Dächern von Barßel mit freier Sicht auf den Kirchturm der Pfarrkirche Ss. Cosmas und Damian: Diesen Überblick gewinnt man vom Dach des Rohbaus aus. Später wird das Flachdach vollflächig mit Fotovoltaik ausgestatte Foto: Fertig
Über den Dächern von Barßel mit freier Sicht auf den Kirchturm der Pfarrkirche Ss. Cosmas und Damian: Diesen Überblick gewinnt man vom Dach des Rohbaus aus. Später wird das Flachdach vollflächig mit Fotovoltaik ausgestatte Foto: Fertig

Das Rathauspersonal werde abteilungsweise umziehen, damit die Bürgerinnenn und Bürger möglichst keine Unterbrechung im Service erleben. „Das alles zu orchestrieren, ist keine kleine Aufgabe“, stellt der Bürgermeister fest. Aber es mache Freude, das Mammutprojekt hautnah mitzuerleben.

Noch einmal ein Blick von oben: Diesmal ist die Rundung des Treppenaufgangs eingefangen, über die man in die einzelnen Stockwerde gelangt. Im Hintergrund steht das alte Rathaus, das mehr als 50 Jahre auf dem Buckel hat. Foto: Fertig
Noch einmal ein Blick von oben: Diesmal ist die Rundung des Treppenaufgangs eingefangen, über die man in die einzelnen Stockwerde gelangt. Im Hintergrund steht das alte Rathaus, das mehr als 50 Jahre auf dem Buckel hat. Foto: Fertig

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