Rathausneubau in Barßel Imposanter Rohbau in der Ortsmitte emporgewachsen
Im Inneren des Millionenprojekts sind die Wände der Büros hochgezogen und lassen die Dimensionen erahnen. Die Gemeindemitarbeiter überlegen schon, wie sie ihre Möbel am neuen Arbeitsplatz stellen.
Barßel - Noch stehen im Büro von Barßels Bürgermeister Nils Anhuth Kisten vom Hafenfest herum. Doch mit improvisiertem Chaos im Büro ist es bald vorbei. Das neue Barßeler Rathaus ist im Bau, und der Verwaltungschef kann seine künftige Wirkungsstätte sogar schon betreten. Denn der Rohbau des Verwaltungstrakts steht.
Das imposante Bauwerk lässt schon jetzt die Dimensionen des künftigen Verwaltungsgebäudes erahnen, das bürgernah, nachhaltig, großzügig und lichtdurchflutet gestaltet wird.
Der Neubau wird auf dem Areal errichtet in direkter Nachbarschaft zum alten Rathaus in Barßels Ortsmitte. Die Zwischenwände der einzelnen Büros sind bereits in Trockenbauweise hochgezogen.
Bürgermeister blickt gerne auf den Neubau
Gerade sind die Handwerker dabei, den Estrich im Erdgeschoss zu verlegen. Parallel kümmern sich andere Gewerke um die technische Ausrüstung des Gebäudes, also um Heizung, Lüftung, Sanitäres und Elektrik.
„Jetzt hat man eine Vorstellung“, stellt Anhuth fest. Er blicke gerne aus dem Fenster auf das, was nebenan entsteht. „Ich finde das jeden Tag aufs Neue spannend, was sich dort tut. Jetzt wird das Resultat langsam greifbar“, sagt der Chef des neuen und des alten Rathauses.
Jeder der 35 Arbeitskräfte in der Gemeindeverwaltung hat freie Sicht auf seinen künftigen Einsatzort. Etliche ihrer Kollegen, erzählt Bautechnikerin Maja Peters, hätten sich von ihr oder ihrem Kollegen Markus Wiechmann schon mal durch den Rohbau führen lassen. Vor der Sommerpause wurde er auch dem Gemeinderat vorgestellt.
Kosten auf mittlerweile 15,5 Millionen Euro geklettert
Der Bau eines Bürgerhauses mit Verwaltungstrakt kostet allerdings Millionen von Euro. 15,5 Millionen seien es aktuell, sagt Anhuth. Der erste Bauschnitt – das ist der Rohbau des künftigen Rathauses – lasse sich bereits beziffern.
Für den zweiten Bauabschnitt, in dem an der Stelle, wo sich jetzt noch das alte Rathaus befindet, ein Bürgerhaus gebaut wird, seien die Berechnungen gerade erneut angepasst worden, nachdem sich schon beim ersten Bauabschnitt Kostensteigerungen bei den Ausschreibungen ergeben haben.
Wie viel Fördergeld es für das Großprojekt gibt, sei noch nicht geklärt, das wisse man erst zu Beginn des zweiten Bauabschnitts, so Anhuth.
Von der KfW-Bank gibt es rund 550.000 Euro als Tilgungszuschuss. Das ist nur halb so viel, wie man mal gehofft hatte. Die Außenanlagen, zu denen Parkplätze und ein Marktplatz gehören, sind mit 1,67 Millionen Euro veranschlagt. Getragen wird diese Summe jeweils zu einem Drittel von der Gemeinde Barßel, dem Land und dem Bund.
Lärm und Betrieb auf dem Bau
In dem Neubau werden sich mehr Einzelbüros befinden als im bisherigen Barßeler Rathaus, wie Anhuth und Peters bei einer Begehung des Rohbaus zeigen. Die Büroräume sind dann zwar kleiner, allerdings benötige die Verwaltung künftig auch weniger Platz, weil viele Unterlagen digitalisiert werden.
Im Rohbau herrschen Betrieb und Baulärm. Die Handwerker arbeiten sich geschossweise von unten nach oben.
Wenn der Estrich durchgetrocknet sein wird, werden im Erdgeschoss die Bodenbeläge verlegt. Mitte September kommen die Oberlichter ins Atrium. Drei Lichtbände von je sieben Meter Länge bei 2,50 Meter Breite.
Fassade wird hell eingeschlämmt
Die Fassade soll ebenfalls noch im September verschlämmt und verfugt werden. Der helle Klinker wird eingeschlämmt, doch seine Struktur bleibe erkennbar. In hellem Ton in Ton soll der markante Bau erstrahlen.
Wie es vorangehe mit den Fugarbeiten sei auch dem Wetter geschuldet, präzisiert Anhuth. Wenn es schüttet, halte die Farbe nicht. Der nasse Sommer haben ihnen bei den Bauarbeiten zwar nicht in die Karten gespielt, sie aber auch nicht zurückgeworfen. „Wir waren außen fertig, als der Dauerregen einsetzte.“
Jetzt, da der Rohbau steht, gewinnt auch das Thema Umzug im Rathaus an Präsenz. Manch einer überlegt schon mal, wie sein vorhandenes Mobiliar ins neue Büro passt. Mit der Fertigstellung des Verwaltungstrakts rechnet man in Barßel um den Jahreswechsel. Der Umzug ist für Februar 2024 geplant.
Große Aufgabe
Bis dahin müsse die neue Serverstruktur aufgebaut sein und auch laufen, sagt Anhuth. IT und Hochbau arbeiteten mit Hochdruck daran.
Das Rathauspersonal werde abteilungsweise umziehen, damit die Bürgerinnenn und Bürger möglichst keine Unterbrechung im Service erleben. „Das alles zu orchestrieren, ist keine kleine Aufgabe“, stellt der Bürgermeister fest. Aber es mache Freude, das Mammutprojekt hautnah mitzuerleben.