Erstliga-Abenteuer erstmal vorbei Nikita Pliuto verlässt Wetzlar – bleibt aber Profi
Der Handballer aus Ostfriesland wechselt zum ambitionierten Drittligisten TuS Ferndorf. Kommt es zu einem Duell mit Bruder Maxim?
Wetzlar - Es sind erneut aufregende Tage für Nikita Pliuto. Am Freitag ging es für den Handball-Profi nach dem Heimaturlaub in Marienhafe zurück nach Wetzlar, tags drauf stand der Umzug nach Ferndorf an und nun am Montag lernte er beim Trainingsauftakt seine neuen Teamkollegen kennen. Der 22-Jährige mit weißrussischen Wurzeln wechselte von Bundesligist HSG Wetzlar zum Drittligisten TuS Ferndorf. Nach nur einem Halbjahr endet also das Erstliga-Abenteuer für Nikita Pliuto – zumindest vorerst. Die HSG Wetzlar, die den 113-Kilo-Mann im Februar vom OHV Aurich verpflichtet hatte, schaffte zwar den angepeilten Klassenerhalt, setzt in der neuen Saison aber lieber auf andere Kreisläufer.
Ganz ziehen lassen möchte die HSG Nikita Pliuto aber offenbar nicht. Denn sie sicherte sich ein Zweitspielrecht. Es ist eine Vereinbarung zwischen Wetzlar und Ferndorf. Demnach kann die HSG den Ostfriesen unter bestimmten Bedingungen zurückholen, beispielsweise, sollten nachweislich mehrere Kreisläufer von Wetzlar für einen längeren Zeitraum verletzt sein. „Ehrlich gesagt hoffe ich, dass ich die Saison in Ferndorf bleibe“, sagt Pliuto. „Es ist immer blöd, während einer Spielzeit das Team zu wechseln. In Ferndorf haben wir auch viel vor.“ Der Klub aus NRW peilt, nachdem der direkte Wiederaufstieg in der abgelaufenen Saison knapp verpasst worden war, die Rückkehr in die 2. Liga an.
Pliuto erzielt sechs Bundesliga-Tore
Diese möchte auch die HSG Konstanz schaffen. Dort spielt ab sofort Maxim Pliuto, der Zwillingsbruder von Nikita. Der Linksaußen wechselt zur neuen Saison vom OHV Aurich zum Zweitliga-Absteiger und wird damit wie sein Bruder Handball-Profi. Die Pliuto-Zwillinge spielen mit ihren Klubs in verschiedenen Drittliga-Staffeln. „Es könnte ja sein, dass wir in der Aufstiegsrunde aufeinander treffen. Das könnte dann sehr interessant werden“, sagt Nikita Pliuto, der bei der HSG Wetzlar in den vergangenen Monaten ein Auf und Ab erlebte.
„Anfangs habe ich unter Trainer Hrvoje Horvat noch relativ viele Einsatzzeiten bekommen, nach dem Trainerwechsel wurden es dann eher weniger. Dafür haben wir aber öfter gewonnen.“ Alles in allem sei er aber zufrieden mit dem Halbjahr in Wetzlar. Sechs Bundesliga-Tore sind dem 1,97-Meter-Riesen, der nahezu nur in der Offensive zum Einsatz gekommen war, gelungen.
Sommerpause voll ausgekostet
Beim OHV Aurich hatte er zuvor auch eine wichtige Rolle in der Verteidigung, im Mittelblock, übernommen. Dieses dürfte auch bei seinem neuen Verein TuS Ferndorf wieder der Fall sein. Der TuS arbeitet allerdings weitaus mehr unter professionellen Bedingungen als der OHV. Fast alle Spieler des TuS sind Vollprofis. „Von der Trainingshäufigkeit wird es genauso sein wie in Wetzlar. Neunmal die Woche ist jetzt in der Vorbereitung Training, sieben Einheiten werden es wöchentlich während der Saison sein“, weiß Nikita Pliuto, der zu Jahresanfang noch hauptberuflich als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen gearbeitet hatte.
Die Sommerpause hat er voll ausgekostet. Mit der Wetzlar-Mannschaft ging es zum Klassenerhalt-Feiern nach Mallorca, mit Freundin Cara Klooster aus Norden flog er ins türkische Side und mit Bruder Maxim und einem Kumpel nach Fuerteventura. Zum Abschluss durften es dann noch ein paar Tage bei den Eltern in Marienhafe sein, ehe der Tapetenwechsel nach Ferndorf anstand.