Untersuchung in Rhauderfehn  Mehr Windenergie – wo sollen die Anlagen hin?

| | 12.07.2023 06:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Gemeinde Rhauderfehn möchte Voraussetzungen für mehr Windenergie schaffen. Foto: Archiv
Die Gemeinde Rhauderfehn möchte Voraussetzungen für mehr Windenergie schaffen. Foto: Archiv
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Eine Studie zeigt auf, welche Flächen in der Gemeinde Rhauderfehn für Windparks in Frage kommen. Drei will die Politik in ihre Planung aufnehmen.

Rhauderfehn - Die Rhauderfehner Politik macht den Weg frei für mehr Windkraftanlagen. Ein Planungsbüro hat das Gemeindegebiet unter die Lupe genommen und untersucht, welche Flächen für Windparks in Frage kommen. Dabei sind vier Gebiete herausgekommen, die den rechtlichen Anforderungen und Kriterien der Gemeinde Genüge tun.

Warum mehr Windenergie?

Der Schritt zu mehr Windenergie ist gewünscht, aber auch Pflicht: Zum einen hatte der Rat der Gemeinde im vergangenen Herbst auf Antrag der Gruppe Ampel+ beschlossen, den Ausbau der Windenergie zu befürworten. Zum anderen gelten bundesweit neue gesetzlichen Regeln. Alle Bundesländer müssen Flächen für Windenergie bereithalten. Wieviel, ist festgesetzt worden. Niedersachsen muss bis Ende 2027 demnach 1,7 Prozent und bis Ende 2032 sogar 2,2 Prozent der Landesfläche zur Verfügung stellen. Der Landkreis Leer ist nach derzeitigem Entwurf mit 1,26 Prozent seiner Fläche dabei.

Wofür ist die Potentialstudie

Eine rechtzeitige Planung, so Bauamtsleiter Michael Taaks, sei wichtig, denn: Wenn die Kommunen das Soll nicht durch eigene Planung erreicht, gibt sie das Steuer aus der Hand. Dann müssten Anträge von Windpark-Investoren (zwei liegen bereits vor) durchgewunken werden, sofern nicht zum Beispiel Abstände zu Wohnhäusern dagegen sprächen. Die Gemeinde könnte dann nicht mehr steuern, wo sie gerne Windenergie zulassen möchte und wo nicht. Das kann sie nur durch eine rechtzeitige Festlegung im Flächennutzungsplan.

In ihre Potentialstudie hat Dipl. Landschaftsökologin Gudrun Zenner vom Planerbüro NWP deshalb zum einen die harten Kriterien wie eben Mindestabstände einfließen lassen. Berücksichtigt ist aber auch, welche Flächen die Kommune zum Beispiel lieber für die Natur zurückhalten möchte.

Welche Flächen bleiben übrig?

Vier Flächen blieben laut Expertin als Potentialflächen für Windenergie übrig. Mit dreien möchte die Gemeinde in die öffentliche Beteiligung gehen: Eine rund 136,5 Hektar große Fläche liegt nördlich von Backemoor, links der Ledastraße, unterhalb des Ledadeichs, Richtung Gemeindegrenze zu Breinermoor (Westoverledingen). 53,9 Hektar groß ist eine Fläche, die auf dem Mercedes-Testgelände im Rhauderfehner Gemeindegebiet liegt. Weitere 33,3 Hektar in Klostermoor, westlich der 3. Südwieke, wären ebenfalls geeignet. Sie grenzen an den bereits vorhandenen Windpark an. Die vierte Fläche, auf der anderen Seite der 3. Südwieke, wurde nicht aufgenommen, um Klostermoor nicht übermäßig zu belasten.

Kritik an dem Votum

Dass die Ergebnisse der Studie ausgerechnet in den Ferien beraten worden seien, kritisiert Andreas Meinders (Moin). „Besser wäre es gewesen, die Bürger erst einmal über die Ergebnisse zu informieren. Es gibt einige Initiativen, die den Windparks kritisch gegenüberstehen. Die hätten auch losgelöst von so einer Sitzung die Möglichkeit verdient, sich zu äußern.“ Die Mehrheit im Fachausschuss stimmte aber dafür, mit den drei Flächen in die weitere Planung zu gehen.

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