Gemeinde Barßel  Alte Dame vererbt ihr Vermögen dem Verein „Stöppkes“

| | 07.07.2023 17:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Vorstand von „Stöppkes“ mit einem Foto, auf dem die Verstorbene Erna Modler an einem Klavier sitzt :(von links) Mariechen Murra, Vorsitzender Thomas Perzul und Günter Streppe. Foto: Kruse
Der Vorstand von „Stöppkes“ mit einem Foto, auf dem die Verstorbene Erna Modler an einem Klavier sitzt :(von links) Mariechen Murra, Vorsitzender Thomas Perzul und Günter Streppe. Foto: Kruse
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Im Alter von 99 Jahren ist Erna Modler im April verstorben. Ihr gesamtes Vermögen, so war es laut Testament ihr Wunsch, soll für etwas Sinnvolles und Bleibendes verwendet werden.

Barßel/Elisabethfehn – Eine im Alter von 99 Jahren verstorbene Dame aus Barßel hat ihr gesamtes Vermögen dem gemeinnützigen Verein „Stöppkes“ mit Sitz in Elisabethfehn vererbt. „Damit haben wir nicht gerechnet, ich war zunächst geplättet“, sagt Thomas Perzul. Der Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Elisabethfehn ist Vorsitzender des 2008 gegründeten Vereins. Dieser setzt sich für die Belange von Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde Barßel ein.

„Viele Menschen unterstützen diese Arbeit, und so können wir vielen Kindern helfen, denn Armut unter Kindern gibt es auch in unserer direkten Umgebung“, erklärt Perzul. Am Freitagvormittag informierte er gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Mariechen Murra und Günter Streppe die Presse über das unverhoffte Erbe in sechsstelliger Höhe. Es gibt bereits Pläne, wie das Vermögen eingesetzt werden soll.

„Als Vorstand von ,Stöppkes‘ waren wir völlig überrascht, dass Frau Erna Modler unseren Verein als Erben für ihr Vermögen eingesetzt hat“, so Perzul. Erna Modler hat mehr als 30 Jahre in Barßel gelebt. Im April dieses Jahres ist sie im Alter von 99 Jahren verstorben. Erna Modler war in der Gemeinde Barßel vielen Menschen bekannt. Bei vielen Veranstaltungen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde hat sie Gruppen am Klavier begleitet. „Die Musik und auch die Gemeinschaft in der Nachbarschaft und mit den Menschen in Barßel war ihr immer sehr wichtig“, erzählt Perzul. Im damaligen „Förderverein Mittelstand Barßel“ war sie als Schriftführerin aktiv. „Interessiert hat sie sich des Öfteren auch von den Aktivitäten unseres Vereins erzählen lassen“, sagt Perzul bei dem Termin im Martin-Luther-Haus in Elisabethfehn.

Erna Modler liebte Musik. Bei Veranstaltungen in der evangelischen und in der katholischen Kirchengemeinde hat sie oft Gruppen am Klavier begleitet. Foto: Passmann
Erna Modler liebte Musik. Bei Veranstaltungen in der evangelischen und in der katholischen Kirchengemeinde hat sie oft Gruppen am Klavier begleitet. Foto: Passmann

Zu dem Erbe gehört auch ein Wohnhaus

Da Erna Modler alleinstehend war, keine Kinder hatte und mit ihrem Erbe etwas Sinnvolles und Bleibendes anfangen wollte, habe sie sich entschieden, wie der Vorstand jetzt erfahren habe, bereits vor Jahren ihr Testament zugunsten des Vereins „Stöppkes“ zu verfassen. Zu ihrem Erbe gehört neben Barvermögen auch ein Wohnhaus. „Das möchten wir in naher Zukunft verkaufen“, so Perzul. Der Verein könne es nicht sinnvoll nutzen, und eine Vermietung komme nicht infrage. „Aktuell bieten wir das Haus in der Tjalkstraße in bester Lage von Barßel zum Kauf an“, so Kassenwart Günter Streppel. Für das Objekt können Gebote abgegeben werden.

„Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeiten, die uns hiermit eröffnet werden“, betont Mariechen Murra. Der Vorstand habe sich bereits konkrete Gedanken gemacht, wie das Erbe eingesetzt werden soll. „Eine Idee, die uns im Vorstand schon länger beschäftigt, junge Menschen zukünftig verstärkt in beruflicher Ausbildung und Studium durch ein Stipendium zu unterstützen, werden wir dank dieses Erbes nun weiterverfolgen und in die Wirklichkeit umsetzen können“, sagt Perzul. Mit dem Erbe werde der Vorstand verantwortungsvoll und mit Bedacht umgehen. „Die Gründung einer Stiftung scheint uns ein möglicher Weg zu sein. Das braucht jedoch Zeit und Beratung“, betont der Vorsitzende. Der Erlös des Hausverkaufs könne dann in die Stiftung fließen.

Zu dem Erbe gehört auch ein Wohnhaus. Das möchte der Vorstand des Vereins Stöppkes nun verkaufen. Foto: Passmann
Zu dem Erbe gehört auch ein Wohnhaus. Das möchte der Vorstand des Vereins Stöppkes nun verkaufen. Foto: Passmann
„Wir sind Erna Modler sehr dankbar und uns dieser großen Verantwortung bewusst“, betont Perzul.

Die tagesaktuelle Arbeit von „Stöppkes“ soll von diesen Überlegungen unbenommen wie gewohnt weitergehen“, so Mariechen Murra. Sie betont, dass der Verein weiter auf Spenden angewiesen sei. Der Verein bietet Unterstützung bei der Anschaffung von Kleidung, Fahrrädern und Möbeln für Kinderzimmer. Ebenso die Übernahme von Kosten für Betreuung, Bildung, Freizeit und vieles mehr. Diese Hilfe, so Perzul, soll auch in Zukunft für Familien mit geringem Einkommen zur Verfügung stehen.

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