Sturm hielt alle in Atem  „Poly“ haute Bäume um – dutzende Einsätze im Oberledingerland

| | 05.07.2023 18:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine umgekippte Eiche hat auf der Rinderweide von Landwirt Dirk Engel in Rhaude Zäune beschädigt. Foto: Engel
Eine umgekippte Eiche hat auf der Rinderweide von Landwirt Dirk Engel in Rhaude Zäune beschädigt. Foto: Engel
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In Westoverledingen, Rhauderfehn und Ostrhauderfehn wurden örtliche Einsatzleitungen eingerichtet. Sie entlasteten die Leitstelle Ostfriesland in Wittmund.

Oberledingerland/Ostfriesland - Mit Vollgas raste das Sturmtief Poly an diesem Mittwoch über Ostfriesland hinweg. Die Feuerwehren im Oberledingerland waren zeitweise im Dauereinsatz. Die gute Nachricht: Personen kamen hier nicht zu Schaden. Anders als im benachbarten Emsland: Dort starb eine 64-Jährige.

Das tödliche Unglück ereignete sich in Rhede. Die 64-Jährige wurde während eines Spaziergangs mit ihrem Hund von einem entwurzelten Baum getroffen und verstarb noch an der Unfallstelle.

Helfer behielten Wetterdaten im Auge

„Hier sind wir nochmal glimpflich davon gekommen“, vermeldete am Nachmittag der Rhauderfehner Gemeindebrandmeister Oskar Gerdes. 22 Einsätze hatten sieben Wehren bis dahin abgeleistet. Kein Ortsteil blieb verschont. „Aber es ist niemand verletzt worden. Und auch Häuser wurden nicht zerstört. In erster Linie haben wir Bäume entfernt, die auf Straßen gekippt waren.“ Man sei vorgewarnt gewesen, so Gerdes. „Aber dann staunt man doch, wie heftig es kommt. Die Bäume sind voller Laub, die Kronen sind schwer. Da knicken die so weg.“

Den ganzen Tag über behielten die Einsatzkräfte die Wetterdaten im Auge. „Mal schauen, was noch so kommt. Laut Wetterdienst kommt da noch ein bisschen was“, sagte Gerdes am Nachmittag.

Einsätze wurden vor Ort koordiniert

Rund 70 bis 80 Kräfte waren in der Gemeinde im Einsatz. Die, die auswärts arbeiten und am Nachmittag nach Hause kamen, lösten die anderen ab oder füllten die Reihen auf. Koordiniert wurden die Kräfte von der örtlichen Einsatzleitstelle, die in der Halle der Feuerwehr in Westrhauderfehn eingerichtet worden war. „Das wird bei Großschadenslagen und Sturmlagen so gehandhabt“, erklärte der Gemeindebrandmeister.

Auch Ostrhauderfehn und Westoverledingen hatten solche Einsatzleitstellen vor Ort eingerichtet. „Das soll die Leitstelle in Wittmund entlasten“, so Markus Bruns, Sprecher der Westoverledinger Feuerwehren. Deren Einsatzleitwagen stand im Feuerwehrhaus Ihrhove.

Der Einsatzleitwagen der Westoverledinger Wehren stand im Feuerwehrhaus Ihrhove. Foto: Bruns
Der Einsatzleitwagen der Westoverledinger Wehren stand im Feuerwehrhaus Ihrhove. Foto: Bruns

Baum blockierte Breinermoorer Wehr

Zu mehr als 30 Einsätzen waren die Feuerwehrleute aus Westoverledingen bis zum frühen Abend ausgerückt. „Und es reißt nicht ab“, so Bruns. Auch hier ging es hauptsächlich um Bäume oder Äste auf Straßen. Die Breinermoorer Wehr musste allerdings auch zu einem Wohnhaus fahren, auf das ein Baum gekippt war – allerdings, ohne allzu großen Schaden anzurichten, wie Bruns betont. Dafür brauchten die Feuerwehrleute aus Breinermoor zunächst selbst Support: Ein umgestürzter Baum hatte ihre Fahrzeughalle blockiert. Er wurde vom Bauhof rasch entfernt, damit die Einsatzkräfte losfahren konnten.

Mit sieben Einsätzen bis zum Spätnachmittag kam Ostrhauderfehn von den drei Oberledingerlandgemeinden noch am glimpflichsten davon. Ein Baum war auf ein Haus gekippt. „Der Schaden ist nicht so groß – für den Besitzer aber natürlich schlimm genug“, so André Visser, Sprecher der Ostrhauderfehner Wehren. Und: Die Ampel an der Wreesmann-Kreuzung hatte sich – wieder einmal – im Sturm verdreht. Rund 30 bis 35 Feuerwehrleute waren in Ostrhauderfehn, Holterfehn und Langholt im Einsatz.

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