Kinderbetreuung im Saterland  Gemeinde löst Platz-Probleme in Kitas mit Containern und Neubau

| | 04.07.2023 15:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Freie Stühle in einer Kindertagesstätte: Mehr Plätze in Kindergärten und Krippen will die Gemeinde Saterland schaffen, kurzfristig, aber auch langfristig. Foto: Pixabay
Freie Stühle in einer Kindertagesstätte: Mehr Plätze in Kindergärten und Krippen will die Gemeinde Saterland schaffen, kurzfristig, aber auch langfristig. Foto: Pixabay
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Politik und Verwaltung im Saterland haben schnell auf fehlende Kitaplätze in der Gemeinde reagiert. Das Fachkräfte-Problem will die Kommune eventuell mithilfe von Personaldienstleistern lösen.

Saterland - In der Gemeinde Saterland fehlen Kindergarten- und Krippenplätze. Insbesondere im Ortsteil Scharrel war das Problem mit Blick auf das neue Kindergartenjahr ab 1. August groß. Doch nun gibt es einen kurzfristigen Lösungsansatz, und auch mit Blick auf vermutlich weiter steigende Bedarfe in der Zukunft soll etwas getan werden. Am Montag während der Ratssitzung im Rathaus in Ramsloh gab es dafür Lob von Eltern für Politik und Verwaltung. „Es hat dazu geführt, dass wir alle entspannter mit der Situation umgehen. Dafür möchten wir gerne ‚Danke‘ sagen, dass es geklappt hat“, sagte Andre Benkens in Richtung Politik und Verwaltung. Der Familienvater aus Scharrel hatte im Mai und Juni gemeinsam mit anderen betroffenen Müttern und Vätern dafür gesorgt, dass das Thema öffentlich diskutiert wurde.

Stand Anfang Juni hatten Eltern, die sich um einen Platz für ihre Kinder in der Kita in Scharrel bemüht hatten, 30 Absagen erhalten. Es folgte ein öffentlicher Aufschrei: Es gab Elternversammlungen und Diskussionen. Gefordert wurden schnelle Lösungen von Politik und Verwaltung. Nun hatte Bürgermeister Thomas Otto (parteilos) bereits vor der Ratssitzung ein „großes Paket“ angekündigt, damit weitere Betreuungsplätze geschaffen werden. „Allerdings lassen sich einige bauliche Vorhaben nicht zeitnah umsetzen. Ein Problem bleibt, wie bundesweit, das Personal. Der Markt ist leergefegt. Helfen könnten in dem Fall eventuell temporär Personal-Dienstleister“, sagt Bürgermeister Thomas Otto, falls es nicht genügend Bewerbungen auf Stellenausschreibungen geben sollte.

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Neue Gruppe in Ramsloh-Hollen

Das Platzproblem wird in mehreren Etappen gelöst. Für über dreijährige Kinder gebe es noch einige freie Plätze in Sedelsberg. Zudem werde in Ramsloh im Kindergarten „Seelterfoakse“ (Bäidenstuun) in der Möhlenschleede in Ramsloh-Hollen eine Kleingruppe eingerichtet. Dort steht noch ein Raum zur Verfügung, so dass „wir nicht bauen müssen“, erklärte Otto. Damit könnte Scharreler Eltern Plätze in unmittelbarer Nachbarschaft angeboten werden.

Die Kindertagesstätte Unterm Regenbogen in Scharrel soll erweitert werden. Foto: Fertig
Die Kindertagesstätte Unterm Regenbogen in Scharrel soll erweitert werden. Foto: Fertig

Damit in Scharrel mehr Platz ist, wird zunächst auf eine Container-Lösung gesetzt. Für die Beschaffung, den Aufbau und die Einrichtung von Mobilcontainern werden außerplanmäßige Auszahlungen in Höhe von 400.000 Euro bereitgestellt“, erläuterte Kämmerer und Erster Gemeinderat Jens Gralheer während der Sitzung. Der Verwaltungsausschuss (VA) hatte dafür die Mittel bereits bewilligt, am Montag folgte der einstimmige Ratsbeschluss. Die Deckung erfolge durch die in diesem Jahr nicht benötigten Mittel für den Ausbau der Straße Möhlenschleede. Die außerplanmäßige Bereitstellung erfolgt im Vorgriff auf Mittel eines zweiten Nachtragshaushalts 2023. Die Container sollen auf einer Grünfläche in „Pastors Garten“ aufgestellt werden. Zudem plant die katholische Kirchengemeinde als Träger die räumliche Erweiterung des Kindergartens Unterm Regenbogen in Scharrel. Von den Kosten übernimmt die politische Gemeinde 90 Prozent, maximal rund 84.000 Euro.

Neubau geplant

Zudem ist mit Blick auf benötigte Betreuungsplätze in der Gemeinde der Neubau einer weiteren Kindertagesstätte geplant. Das sei dann Thema im November/Dezember in den Haushaltsberatungen für 2024, so Bürgermeister Otto. Rat und Verwaltung zogen bei dem Thema an einem Strang, im Rat herrschte Einstimmigkeit.

Ob solche Platzprobleme auch später in den Grundschulen im Saterland drohen könnten, wollte Andre Benkens von Verwaltung und Politik wissen. Im Schulbereich sehe er keine Probleme, sagte Thomas Otto und ergänzte. „Wir sind für die Gebäude zuständig, da sind wir für die nächsten Jahre gut aufgestellt.“ Aber auch da gebe es zunehmend einen Fachkräftemangel. Das Thema falle im Bereich der Schulen, anders als bei den Kindertagesstätten, nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde.