Kein Tropenholz in Rhauderfehn  Erste Fehnbrücke wird mit besonderem Holz saniert

| | 26.06.2023 17:56 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Thomas Weers vom Bauamt auf der Brücke an der 1. Südwieke: Das Bauwerk nahe des Rathauses soll dieses Jahr erneuert werden. Foto: Janßen
Thomas Weers vom Bauamt auf der Brücke an der 1. Südwieke: Das Bauwerk nahe des Rathauses soll dieses Jahr erneuert werden. Foto: Janßen
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Fast 50 Brücken gibt es in Rhauderfehn. Daran gibt es immer was zu tun. Als nächstes in die Brücke beim Rathaus dran. Dort probiert die Kommune etwas Neues aus.

Rhauderfehn - Sie ist tüchtig in die Jahre gekommen: Die Fußgängerbrücke an der 1. Südwieke in der Nähe des Rathauses sieht ziemlich ramponiert aus. Farbe blättert ab, Balken sind vermodert. In diesem Jahr wird sie deshalb erneuert. Diese wie andere Brückensanierungen lässt die Gemeinde sich einiges kosten – um Wege für die Bürger zu verkürzen und um das Fehnbild zu erhalten.

Viele Holzteile der Brücke sich durchgemodert. Foto: Janßen
Viele Holzteile der Brücke sich durchgemodert. Foto: Janßen

An der Rathaus-Brücke wird dabei erstmals im Gemeindegebiet auf ein neues Material gesetzt: „Früher wurde oft Tropenholz verwendet. Wegen der Langlebigkeit. Das will man heute nicht mehr“, sagt Thomas Weers. Der Mitarbeiter des Rhauderfehner Bauamtes ist für die Brücken zuständig. Für die Sanierung der Rathaus-Brücke werden schnell nachwachsende Weichhölzer genutzt, die auf eine spezielle Art behandelt werden: die sogenannte Acetylierung. Dadurch erhalten sie ähnliche Eigenschaften wie Harthölzer, etwa die Lebensdauer.

Gute Bewertungen bisher

„In den Niederlanden wird dieses nachhaltige Holz schon häufig eingesetzt“, sagt Weers. „Nach dem, was man so liest, wird es sehr gut bewertet.“ In Rhauderfehn soll sich nun in der Praxis zeigen, was das „neue“ Holz taugt. Begonnen wird mit den Arbeiten kurz nach Ferienbeginn. Dann kommt der Brückenüberbau runter. Wenn alles glatt laufe, solle die Brücke im Herbst wieder stehen.

In den Sommerferien sollen die Arbeiten beginnen. Ob die Liebesschlösser anschließend wieder an der Brücke hängen werden, steht noch nicht fest. Foto: Janßen
In den Sommerferien sollen die Arbeiten beginnen. Ob die Liebesschlösser anschließend wieder an der Brücke hängen werden, steht noch nicht fest. Foto: Janßen

Fast 50 Brücken stehen im Gemeindegebiet. „Davon sind 24 Straßenbrücken, der Rest sind Fußgängerbrücken“, so Weers. Auch für die große Brücke am Verlaatshus ist er zuständig, zumindest teilweise. „Die Straße ist eine Bundesstraße, dafür ist der Bund verantwortlich. Der Klappteil aber fällt in unsere Zuständigkeit.“

Handlungsbedarf bei den Drehbrücken

Für die Sanierung der Brücken hatte die Gemeinde 2020 ein Programm erstellt. Allerdings kommen immer wieder Brücken dazu, an denen Mängel deutlich werden. Etwa an der 3. Südwieke und am Ostfrieslandwanderweg. Auf der Liste stehen auch die Auto- und die nur wenig davon entfernte Geh- und Radwegbrücke an der Bietzestraße über das Holter Sieltief. Die Autobrücke soll im kommenden Jahr erneuert werden. Solange solle die Radwegbrücke als Ausweichmöglichkeit genutzt werden, so Weers. Eine Sanierung steht bei der Brücke über das Burlager-Langholter-Tief in Burlage am Alten Brunsel an.

Der Lack ist ab: Unter der Farbe kommt das spröde Holz zum Vorschein. Foto: Janßen
Der Lack ist ab: Unter der Farbe kommt das spröde Holz zum Vorschein. Foto: Janßen

In diesem Jahr werden zudem Reparaturarbeiten an verschiedenen Drehbrücken durchgeführt. Da gebe es ziemlichen Bedarf, so Weers. Heißt: Einige Brücken sind gerade keine Augenweide. Sie seien vor vielen anderen Projekten der Gemeinde in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund getreten. Jetzt werde aber geschaut, wie man sie wieder herrichten könne. „Wir werden mit einer Firma an einer Brücke testen, wie man sie am besten auseinander bekommt. Da sind Elemente verrostet, nur mit neuer Farbe ist es nicht getan.“

Rund 120.000 Euro Kosten

Für die Unterhaltung der vielen Rhauderfehner Brücken werden jährlich rund 45.000 Euro im Haushalt vorgehalten, erklärt Ihno Hanken, stellvertretender Leiter der Abteilung Finanzen im Rhauderfehner Rathaus.

Bei den Investitionen für Brücken-Erneuerungen seien die jährlichen Kosten unterschiedlich: „Je nachdem, wie viele Arbeiten umgesetzt werden und wie umfangreich sie sind.“ Im vergangenen Jahr seien für Sanierungsarbeiten 472.000 Euro angesetzt worden. In diesem Jahr werde für die Erneuerung der Brücke an der 1. Südwieke rund 120.000 Euro eingeplant.

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