Gemeindeverwaltung Saterland Bürgermeister arbeitet vom Krankenlager aus
Thomas Otto, Chef der Saterländer Verwaltung, hat gravierende gesundheitliche Probleme. Deswegen ist sein Stuhl im Rathaus in Ramsloh seit einigen Wochen verwaist. Das soll sich bald wieder ändern.
Ramsloh - Saterlands Bürgermeister Thomas Otto (parteilos) versieht seinen Dienst derzeit vom Krankenbett aus. Der Rathaus-Chef leidet unter Nierensteinen. Seit Mitte Mai ist er deswegen krankgeschrieben und muss sich wegen dieses schmerzhaften Leidens ärztlicher Behandlungen unterziehen.
Wie Otto auf Nachfrage mitteilte, werde er in der kommenden Woche in einer Klinik behandelt. Er hoffe, ab Mitte Juni „wieder meiner gewohnten dienstlichen Tätigkeit mit Wahrnehmung aller Termine nachgehen zu können“.
Im Austausch mit Fachbereichsleitern
Bis es soweit sei, arbeite er im Home-Office . Dabei stehe er in engem Austausch mit seinem Vertreter, dem Ersten Gemeinderat und Kämmerer Jens Gralheer, sowie den beiden anderen Fachbereichsleitern der Saterländer Verwaltung, Christof Naber, der für Schulen, Kindergärten, Feuerwehr und das Ordnungswesen zuständig ist, sowie Timo Hinrichs, dem als Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen Grundstücks- und Liegenschaftsangelegenheiten obliegen.
Im Rathaus ist das Fehlen des Verwaltungschefs in vielen Belangen spürbar und wird bedauert. „Das tut mir so leid für ihn“, sagt etwa der Saterfriesisch-Beauftragte Henk Wolf. Sonst habe er den Bürgermeister regelmäßig zu Arbeitsbesprechungen getroffen. Das fehle nun. Überhaupt sei Thomas Otto ein Mann, der überall dabei sei. Das Saterland sei eine überschaubare Gemeinde. „Da spürt man wirklich, dass er fehlt“, versichert Wolf.
Kollegen helfen sich gegenseitig
Das empfindet auch sein Vertreter Jens Gralheer, der damit auch für die beiden anderen Fachbereichsleiter spricht. Einerseits sei das menschlich bedauerlich, so Gralheer, aber er merke die Mehrbelastung durchaus. Zwar sei Otto erreichbar, man stehe telefonisch und per Mail in regelmäßigem Austausch, das sei „alles gut“, versichert Gralheer.
Aber natürlich könne der Bürgermeister derzeit keine Termine wahrnehmen, weder beim Notar, noch bei der Kreisverwaltung. Das schlage vor allem bei ihm als Vertreter durch. Hinzu komme, so Gralheer, dass man nicht in jeder Materie drinstecke. Da sei man auf das Fachwissen der Kolleginnen und Kollegen angewiesen. Nun sei die Gemeindeverwaltung im Saterland so klein, dass man sich dort immer gegenseitig helfen müsse. Doch die Absenz des Chefs sei schon „eine Belastung fürs ganze Haus“.
Bürgermeister über Soziale Medien erreichbar
Der Dienstbetrieb laufe dennoch sicher und in geordneten Bahnen weiter, schildert Gralheer. Anfragen von Bürgern, die „gerne den Chef gesprochen hätten“, habe es bislang nicht gegeben. Zudem sei Thomas Otto in den Sozialen Medien aktiv und etwa über Facebook erreichbar.
Nicht zusätzlich belastet fühlen sich nach Aussage von Rainer Fugel die drei ehrenamtlichen Vertreter des Bürgermeisters aus dem Rat. Es sei höchstens mal ein Altengeburtstag mehr, sagt der CDU-Ratsherr, ansonsten „kommen wir da nicht weiter hinter“.
Stellvertretender Bürgermeister ebenfalls erkrankt
So geht es auch Thomas Giehl. Der 58-Jährige, der bis März Fraktionssprecher der Gruppe CDU/FDP war, ist nach eigenem Bekunden seit sieben Wochen nicht im Rathaus gewesen. Giehl ist selbst gesundheitlich angeschlagen, befinde sich aber auf dem Weg der Besserung. Mit dem erkrankten Saterländer Verwaltungschef stehe er in freundlichem WhatsApp-Austausch, sagt Giehl.