Straßenausbau im Saterland Anlieger befürchten Kosten von 160.000 Euro und mehr
Grundstückseigentümer an der Möhlenschleede in Ramsloh-Hollen befürchten existenzbedrohende Kosten beim geplanten Ausbau der Gemeindestraße. Sie wehren sich gegen die Pläne.
Ramsloh - Die wenigen Anlieger der Möhlenschleede in Ramsloh wehren sich gegen den geplanten Ausbau der Gemeindestraße vor ihren Haustüren in den Bauerschaften Hollen und Hollen-Brand. „Wir wollen diesen Ausbau so nicht!“ Das betonte Edmund Eilers als Sprecher der Anwohner am Montagabend während der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Verkehrswesen, Fremdenverkehr und Digitalisierung. Sollte der Ausbau in der geplanten Variante tatsächlich umgesetzt werden, würden auf die „Handvoll Anlieger“, die oft größere Flächen hätten, wie Eilers ausführte, je nach Grundstücksgröße Kosten in Höhe von 160.000 Euro und mehr zukommen. „Das kann man von den Bürgern so nicht verlangen“, sagte Eilers in einer Einwohnerfragestunde.
Die Politik im Rat der Gemeinde Saterland hatte bereits 2022 beschlossen, ein 700 Meter langes Teilstück der Möhlenschleede und einen 210 Meter langen Abschnitt der Raiffeisenstraße auszubauen. Der Ortsteil ist durch ein neues Wohngebiet in den vergangenen Jahren gewachsen. 2020 wurde an der Möhlenschleede eine Kindertagesstätte eröffnet.
Endausbau der Möhlenschleede in Hollen sorgt für Diskussionen
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„Warum so ein pompöser Ausbau?“
Die Anlieger des auszubauenden Abschnitts an der Raiffeisenstraße seien nicht beitragspflichtig, da diese Flächen über die neue Siedlung mit den Straßen Fännes Hachte und Fännes Skleede bereits voll erschlossen sind. Sie haben mit dem Grundstückspreis bereits die Erschließungskosten bezahlt. Die Möhlenschleede soll eine 5,50 Meter breite Fahrbahn sowie einen Rad- und Fußweg erhalten. 1,65 Millionen Euro brutto müssten dafür kalkuliert werden, sagte Roman Begel vom Ingenieur-Büro Frieling +Roelfs aus Vechta während der Sitzung. Ohne Fuß- und Radweg wären es etwa 1,2 Millionen Euro.
Nach Angaben von Bürgermeister Thomas Otto ist die Möhlenschleede bislang nur als Baustraße hergestellt und nicht im rechtlichen Sinne einer Ersterschließung endausgebaut worden. Darum müssten die Anlieger 90 Prozent der Kosten tragen. „Warum muss es ein so pompöser Ausbau sein?“, fragte Eilers.
Anwohnerin Ingrid Schäfer klagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass sie die Kosten in sechsstelliger Höhe nicht tragen könne. „Ich bin über 80 Jahre, ich bekomme in meinem Alter von keiner Bank einen Kredit.“
Neue Beratung
Immerhin: Über den Ausbau und die möglichen Varianten wollen Verwaltung und Politik noch einmal nachdenken. Der Ausschuss-Vorsitzende Matthias Reens (CDU) sagte: „Ich möchte wissen, was die kostengünstigste Ausbau-Variante nach DIN-Norm ist.“ Einen Schnellschuss solle es nicht geben: „Hier gilt Gründlichkeit vor Schnelligkeit.“
Zufrieden stellte das die Anwohner nicht. Sie wollen sich einen Rechtsbeistand nehmen.