Scheibe ist raus  Rhauderfehner Bücherzelle wieder kaputt

| | 03.05.2023 15:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die untere Scheibe fehlt derzeit in der Bücherzelle. Foto: Janßen
Die untere Scheibe fehlt derzeit in der Bücherzelle. Foto: Janßen
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Das Fenster soll wieder eingesetzt werden. Bis dahin bleiben die unteren Regale leer. Die ehrenamtlichen Bücher-Sammler haben aber auch gute Nachrichten.

Rhauderfehn - Vor einigen Tagen strahlten Sandra Gräfenstein-Plaisier und Detlef M. Plaisier noch – als sie vor der Rhauderfehner Bücherzelle einen Scheck für einen guten Zweck überreichten. Diese Woche machten die beiden Ehrenamtler lange Gesichter: Die Bücherzelle ist schon wieder defekt.

Nachdem erst im März Randalierer eine Scheibe aus der Zelle montiert und zerschlagen hatten, hing diese Woche erneut die ersetzte Scheibe halb aus der Tür. „Das scheint aber kein Vandalismus gewesen zu sein. Die Dichtung ist aufgerissen, vielleicht hat von innen jemand beim Gucken vor die Scheibe gestoßen und die hat sich dann gelöst“, mutmaßt Plaisier. Anders als beim ersten Mal gab es jetzt auch keine Scherben, denn der Bauhof hatte vorsorglich statt einer Glas- eine Plexiglasscheibe eingesetzt. Außerdem wurde die Zelle dieses Mal nicht für die Dauer der Reparatur geschlossen. Plaisiers entfernten lediglich die Bücher auf den unteren Regalen, damit sie bei Regen keinen Schaden durch eindringendes Wasser nehmen. Die herausgelöste Scheibe soll demnächst wieder eingesetzt werden.

Viel Arbeit rund ums Buch

Die Ehrenamtler stecken viel Arbeit in die Betreuung der Zelle. Fast täglich schauen Plaisiers und weitere Ehrenamtler nach dem rechten, räumen die Regale auf und sortieren nicht mehr zeitgemäße oder kaputte Bücher aus. Jeder kann Bücher in die Zelle hineinstellen oder Lesestoff kostenfrei entnehmen.

Weil das so gut ankommt und oft mehr Bücher von Spendern angeboten werden, als in der Zelle Platz finden, haben Plaisiers den Bücherflohmarkt ins Leben gerufen. Zwei bis dreimal im Jahr geben sie an einem Stand im Rhauderfehner Edeka dabei Bücher gegen eine freiwillige Spende ab – und machen sich auch damit eine Menge Arbeit.

Helmut Hartema (von links), Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Rhauderfehn, und Andreas Engel, Vorsitzender des Vereins Rückenwind, nahmen den symbolischen Scheck von Detlef M. Plaisier und Sandra Gräfenstein-Plaisier entgegen. Foto: Janßen
Helmut Hartema (von links), Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Rhauderfehn, und Andreas Engel, Vorsitzender des Vereins Rückenwind, nahmen den symbolischen Scheck von Detlef M. Plaisier und Sandra Gräfenstein-Plaisier entgegen. Foto: Janßen

Geld für den Verein „Rückenwind“

500 Euro sind beim letzten Flohmarkt zusammengekommen, 20 Euro kamen später durch einen Nachverkauf in den Topf. Über dieses Geld freuten sich Helmut Hartema, Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Rhauderfehn, und Andreas Engel, Vorsitzender des Vereins Rückenwind. Der Förderverein sorgt dafür, dass für soziale Notfälle genug Geld in der Kasse ist - durch Mitgliedsbeiträge und eben Spenden.

„Die Nachfrage ist deutlich gestiegen. Man merkt, dass viele bei steigenden Preisen einfach finanziell nicht mehr zurecht kommen“, berichtet Hartema von der wachsenden Not vieler Menschen. Vor allem die Energiekosten trieben viele in die Verzweiflung. Zuschüsse zu Energiekosten sei derzeit der Hauptabgabeblock. Aber auch mit Lebensmittelgutscheinen versuche das Diakonische Werk, die Not zu lindern. „Die 520 Euro aus dem Buchverkauf bedeuten gut 15 Lebensmittelgutscheine mehr, die abgegeben werden können“, freute sich das Ehepaar Plaisier.

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