Tragisches Tierschicksal in Sedelsberg Zuhause gesucht - Junghund nach Unfall gelähmt
Die junge Labradorhündin streunerte allein im Südkreis Cloppenburg herum. Fangen ließ sie sich nicht. Auf dem Weg in eine Lebendfalle von Tierschützern lief das Tier vor ein Auto.
Sedelsberg - Bildhübsch ist die junge Labradorhündin und von freundlichem Wesen. Die Mitarbeiterinnen im Tierheim Sedelsberg haben dem Fundtier den Namen Freeda gegeben.
Normalerweise wäre ein Hund wie Freeda rasch wieder weg aus dem Heim. Doch Freeda hat ein tragisches Schicksal. Umso mehr hofft das Team um Tierheimleiterin Franka Thun, dass Freeda so bald wie möglich ein gutes Zuhause bei Menschen mit Verständnis bekommt, die sich liebevoll um sie kümmern.
Auf dem Weg zum Futter vors Auto gelaufen
Mitte April sei die junge Hündin erstmals streunend in Emstek gesichtet worden, berichtet Thun. Einfangen lassen ließ sie sich von niemandem. Bald wurde das Jungtier in der Nähe der Autobahn 1 gesehen – eine gefährliche Umgebung. Daraufhin sei die Hundesicherung Bremen und Umgebung mit einer Lebendfalle gekommen. Doch auf dem Weg dorthin, angelockt vom Futter in der Falle, lief Freeda vor ein Auto. Sie wurde angefahren, die Polizei kam und brachte den verletzten Hund in eine Tierklinik. Ein Halter ließ sich nicht ermitteln, einen Chip trägt der Hund auch nicht.
Der Tierschutzverein Friesoythe übernahm, und Freeda kam ins Tierheim nach Sedelsberg. Die Tierpflegerinnen sind begeistert von ihr. Sie müsse aus guter Haltung kommen, ist Franka Thun überzeugt, denn sie sei sehr umgänglich, lieb, verspielt und gehe auch gern mit Kindern um.
Seit dem Unfall sind die Hinterbeine gelähmt
Aber seit dem Unfall sind Freedas Hinterbeine gelähmt. Zwar kann sie sich bewegen, robbt übers Gras, wenn man sie auf die Wiese bringt. „Sie zeigt uns, dass sie Lust hat, was zu machen“, schildert Thun. Wenn man ihr Hinterteil hochnehme, laufe sie mit den Vorderbeinen, etwa so, wie Kinder, mit denen man „Schubkarre“ spielt.
Ein Hunde-Rolli steht zur Eingewöhnung für Freeda parat. Mit diesem Gerät könnte die Hündin selbstständig nach draußen.
Wirbelkörper gebrochen, Rückenmark beschädigt
Zunächst hatten die Frauen im Tierheim gehofft, dass es nur ein Hämatom sei, das auf Nerven drücke, weshalb Freedas Hinterbeine nicht funktionieren. Man wolle nichts unversucht lassen, um dem Tier, das ein, höchstens zwei Jahre alt sei, zu helfen, versicherte Thun, weil Freeda so einen unbändigen Lebenswillen habe.
Doch eine Untersuchung in der Tierklinik Oldenburg brachte jetzt das niederschmetternde Ergebnis: Ein Wirbelkörper ist gebrochen, das Rückenmark beschädigt. Freeda wird nie wieder auf ihren vier Beinen laufen können.
Hilfsmittel für alle Einschränkungen
Die gute Nachricht sei, sagt Franka Thun, dass die Hündin, sobald die Blutergüsse abgeheilt sein werden, keine Schmerzen mehr haben wird. „Sie kann mit dem Rolli gut leben“, versichert die Tierheimleiterin. Aufmerksamkeit braucht das Tier auch wegen seiner eingeschränkten Blasenfunktion. Man muss darauf achten, dass Freeda sich nicht wundliegt.
Doch es gebe für solche Fälle jede Menge Hilfsmittel, vom Höschen bis zum Tragegurt – „alles kein Problem, man muss es nur wollen“, so Thun.
Ebenerdige Pflegestelle gesucht
Der Tierschutz sucht nun baldmöglichst eine passende Pflegestelle für den Labrador, wo das Tier die Aufmerksamkeit bekommt, die es braucht und verdient. Selbstverständlich würde das Tierheim in engem Kontakt bleiben, auch weil Freeda weiterhin ärztlich betreut werden muss.
Toll wäre ein ebenerdiges Zuhause miteigenem Garten, in dem Freeda sich mit ihrem Rollstuhl frei bewegen könne. Außerdem wäre es schön, wenn sie zu Menschen käme, die sich Zeit für sie nähmen. Sie braucht viel Nähe und Zuwendung. Freeda ist ein wunderbarer Hund, finden alle im Tierheim - auch wenn einiges bei ihr anders ist als bei ihren Artgenossen.
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