Saterland will neues Verkehrszeichen  Gemeinde hält an Plänen für Überholverbot von Radlern fest

| | 21.02.2023 16:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Gemeinde Saterland möchte ein neues Verkehrsschild am Barselkeweg. Foto: Passmann
Die Gemeinde Saterland möchte ein neues Verkehrsschild am Barselkeweg. Foto: Passmann
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Der Landkreis Cloppenburg hatte für den Barselkeweg ein Verbot des Überholens von Zweiradfahrern abgelehnt. Nun gibt es eine juristische Prüfung. Einen Ausbau der Straße will die Kommune nicht.

Saterland-Ramsloh - Auf dem Barselkeweg in Ramsloh beim Hollener See und dem Sportplatzweg in Sedelsberg soll ein Verbot des Überholens von Zweiradfahrern gelten. Grund dafür ist der schlechte Zustand der Seitenräume dieser Nebenstraßen. Die Gemeinde Saterland hatte dafür einen Antrag beim Landkreis Cloppenburg gestellt. Weil die Kreisverwaltung keinen Bedarf dafür sieht, hat die Gemeinde eine juristische Prüfung des Ablehnungsbescheides zu dem beantragten Überholverbot in Auftrag gegeben.

Das teilte Bürgermeister Thomas Otto auf Anfrage mit. Einen Ausbau der Straßen möchte die Gemeinde nicht, aus einem bestimmten Grund. Beantragt hatte die Verwaltung das Aufstellen des Verkehrszeichens 277.1 für die Nebenstraßen. Ziel ist es, Fahrradfahrer besser zu schützen. Sie dürften dann nicht von Autos und anderen Fahrzeugen mit vier Rädern überholt werden. Das Verkehrszeichen gibt es erst seit 2020 und ist in den Landkreisen Cloppenburg und Leer noch nirgendwo aufgestellt worden.

Darum soll der Barselkeweg nicht ausgebaut werden

Der Landkreis Cloppenburg sieht auch im Saterland keine Notwendigkeit dafür. Er lehnte den Antrag Anfang Februar ab. Wenn sich Verkehrsteilnehmer an geltende Regeln halten würden, dürften Zweiradfahrer dort ohnehin nicht überholt werden, hieß es aus dem Kreishaus. Hintergrund des Antrags beim vielbefahrenen Barselkeweg ist der schlechte Zustand der Seitenräume. Neben der einspurigen Fahrbahn gibt es viele tiefe Schlaglöcher. Ein Ausweichen ist somit kaum gefahrlos möglich, weder für Kraftfahrzeugfahrer noch Radfahrer.

„Die teilweise asphaltierten Seitenräume im Barselkeweg können einem Begegnungsverkehr großer und schwerer Fahrzeuge dort trotz gelegentlicher Ausbesserungsarbeiten nicht standhalten – es handelt sich aber eben gerade nicht um eine zweispurige Straße“, teilte Bürgermeister Otto dazu mit.

Die Seitenräume des Barselkewegs sind in einem schlechten Zustand. Foto: Kruse
Die Seitenräume des Barselkewegs sind in einem schlechten Zustand. Foto: Kruse

Warum wird die Straße nicht ausgebaut?

Warum wird die Straße nicht ausgebaut, wollte diese Redaktion wissen: Die Gemeinde hatte sich in der Vergangenheit nach Worten des Bürgermeisters „deutlich und bewusst gegen einen weiteren Ausbau entschieden“. Damit sollte einer Verkehrszunahme auf dieser direkten Verbindung zwischen Hauptstraße und der Ortsumgehung „Am Ostermoor“, die voraussichtlich zu Lasten der Naherholung am Hollener See und des dort verlaufenden Reitpfades gehen würde , entgegengewirkt werden, teilte Otto mit.

Die Kreisverwaltung hatte Anfang Februar den Antrag der Gemeinde Saterland abgelehnt. Die Aufstellung des Verkehrszeichens 277.1 würde, so die Meinung im Kreishaus in Cloppenburg, nicht den gewünschten Zweck erfüllen, da ein Überholen ohnehin schon nicht möglich ist, wenn die Fahrzeugführenden sich an die immer geltenden Regeln der Straßenverkehrsordnung halten.

„Außerdem wird sich das Fahrverhalten dieser am Verkehr Teilnehmenden nicht ändern, nur weil dort ein Verkehrszeichen aufgestellt ist, das auf ein Überholverbot verweist, welches ohnehin schon besteht“, hatte Pressesprecher Frank Beumker dieser Redaktion mitgeteilt.

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