I.S.A.R. Germany im Einsatz  Saterländer gedanklich bei Helfern im Erdbebengebiet

| | 09.02.2023 12:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
I.S.A.R.-Helfer versuchen, verschüttete Menschen aus den Trümmern eines Hauses in der Stadt Kirikhan zu retten. Dieses Bild veröffentlichte die Organisation in ihrem Live-Blog. Foto: I.S.A.R.
I.S.A.R.-Helfer versuchen, verschüttete Menschen aus den Trümmern eines Hauses in der Stadt Kirikhan zu retten. Dieses Bild veröffentlichte die Organisation in ihrem Live-Blog. Foto: I.S.A.R.
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Der Strücklinger Rolf Kornblum ist als Mitglied der Hilfsorganisation I.S.A.R. regelmäßig als Katastrophenhelfer weltweit im Einsatz. In der Türkei ist er nicht dabei. Vielleicht ändert sich das noch.

Strücklingen / Kirikhan - Nach den verheerenden Erdbeben in der Türkei und in Syrien dauern die Rettungsarbeiten an. Viele Menschen sind noch verschüttet. Auch aus Deutschland sind Rettungsteams ausgerückt, um zu helfen. Rolf Kornblum aus Strücklingen gehört seit 2013 der Organisation I.S.A.R. Germany an, die 2003 in seiner Geburtsstadt Duisburg gegründet wurde. Beim Einsatz im türkisch-syrischen Grenzgebiet kann er aus beruflichen Gründen nicht dabei sein, was er sehr bedauert. Der 60-Jährige ist stellvertretender Leiter der Facheinrichtung für Intensivpflege in Barßel, FIP. Dort ist er im Moment unabkömmlich.

Der Wahl-Saterländer Rolf Kornblum ist seit 2013 regelmäßig für die in Duisburg gegründete, nach Katastrophen international tätige Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany im Einsatz. Im Erdbebengebiet in der türkisch-syrischen Grenzregion kann er zu seinem Bedauern derzeit nicht dabei sein. Foto: privat
Der Wahl-Saterländer Rolf Kornblum ist seit 2013 regelmäßig für die in Duisburg gegründete, nach Katastrophen international tätige Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany im Einsatz. Im Erdbebengebiet in der türkisch-syrischen Grenzregion kann er zu seinem Bedauern derzeit nicht dabei sein. Foto: privat

Doch gedanklich ist Kornblum an seinen Kollegen vom I.S.A.R.-Team ganz dicht dran. Bereits eine halbe Stunde nach dem ersten Beben in der Montagnacht um 4.18 Uhr sei um 4.47 eine Anfrage der I.S.A.R. rausgegangen, wer vor Ort Hilfe leisten könne, erzählt er. 42 Kräfte und sieben Rettungshunde seien mit entsprechender Ausrüstung Montagfrüh vom Flughafen Köln/Bonn gestartet. Auf der Homepage der I.S.A.R. wird fortlaufend über den Stand der Rettungsarbeiten berichtet. Im Einsatz sind die Helfer in der Stadt Kırıkhan in der Provinz Hatay, in der Nähe der syrischen Grenze.

Das I.S.A.R.-Team, das ins Erdbebengebiet flog, beim letzten Briefing von dem Einsatz am Flughafen Köln Bonn. Die Organisation veröffentlichte das Bild auf ihrer Homepage. Foto: Braun/I.S.A.R.
Das I.S.A.R.-Team, das ins Erdbebengebiet flog, beim letzten Briefing von dem Einsatz am Flughafen Köln Bonn. Die Organisation veröffentlichte das Bild auf ihrer Homepage. Foto: Braun/I.S.A.R.

Erster Einsatz gleich nach der Ankunft

Kurz nach seiner Ankunft wurde das Team bereits zur ersten Einsatzstelle gerufen. Mitglieder der Partnerorganisation I.S.A.R. Turkey hatten an einem eingestürzten Gebäude Klopf- und Rufzeichen wahrgenommen. Umgehend begannen die Teams aus der Türkei und Deutschland damit, sich durch die Trümmer zu der eingeschlossenen Person vorzuarbeiten. Wie Paul-Philipp Braun im Blog auf der Homepage der I.S.A.R. schildert, seien in der Nacht zu Dienstag zwei Menschen aus dem Schutt ihrer Häuser gerettet worden. „Einer von ihnen ist erst 16 Jahre alt, nahezu unverletzt kroch er aus dem Spalt, in dem er gefangen war. ,Merhaba‘ - Hallo, ruft er seinen Retterinnen und Rettern zu. Er ist eines der besten Beispiele, wieso unsere Hilfe hier so wichtig ist“, so Braun. Ohne die Suchhunde von I.S.A.R. Germany wäre er vermutlich nie aus seinem Gefängnis gekommen.

Aktuell sind die Helfer der Duisburger Organisation seit mehr als 30 Stunden damit beschäftigt, eine Frau aus den Trümmern eines Hauses in Kirikhan zu bergen. Die Lage sei aufgrund der Trümmerstruktur gefährlich und kompliziert, so der Live-Blog. „Zentimeter für Zentimeter bahnt sich unser Bergungsteam einen Weg durch Beton und Steine. Inzwischen kann die Frau mit einem Schlauch mit Wasser versorgt werden. Noch ist es aber nicht möglich, sie zu befreien. Wir geben nicht auf!“

Unter großen Schwierigkeiten haben sich die Helfer des I.S.A.R.-Teams in mehr als 30-stündiger Arbeit zu einer Verschütteten vorgearbeitet. Es gelang ihnen, die Frau durch einen Schlauch mit Wasser zu versorgen. Foto: I.S.A.R.
Unter großen Schwierigkeiten haben sich die Helfer des I.S.A.R.-Teams in mehr als 30-stündiger Arbeit zu einer Verschütteten vorgearbeitet. Es gelang ihnen, die Frau durch einen Schlauch mit Wasser zu versorgen. Foto: I.S.A.R.

Ausrüstung ist auf lange Versorgung ausgerichtet

I.S.A.R. Germany arbeitet in Kirikhan in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden. Untergebracht ist die Rettungsmannschaft in Zelten. Die Ausrüstung ist darauf ausgerichtet, dass sich das Team mindestens zehn Tage unabhängig im Katastrophengebiet versorgen kann. Für diesen Zeitraum hat es ausreichend Nahrungsmittel, Wasser und Kraftstoff mitgeführt.

Rolf Kornblum verfolgt genau, was seine Teamkameraden leisten. Im Herzen ist er mit dabei. „Es ist gut möglich, dass ich noch nachkomme“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Das hänge von seiner Arbeit in der FIP ab. Denn im Erdbebengebiet wird jede Hand gebraucht.

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