Am 7. Februar geht‘s los Zahnarzt Dr. Balaom eröffnet neue Praxis in Ostrhauderfehn
Es ist bereits der siebte Standort des Mediziners. Der 67-Jährige legt in seinen Praxen auch einen besonderen Wert auf die Vielsprachigkeit.
Ostrhauderfehn - Der aus Friesoythe kommende Zahnarzt Dr. Fathey Balaom eröffnet am 7. Februar eine neue Praxis in der Hauptstraße 73 in Ostrhauderfehn. Es ist bereits der siebte Standort des 67-Jährigen. Die Praxis befindet sich in den Räumlichkeiten, in denen zuvor der Zahnarzt Dr. Detlef Haak-Rasche praktiziert hatte.
„Wir freuen uns, dass wir nun auch in Ostrhauderfehn sind“, sagt Balaom. In der neuen Praxis werden zunächst drei Zahnärzte arbeiten: Wiebke Würdemann-Arndt, die auch die medizinische Leitung hat, die aus Kosovo kommende Fatbardha Mustafa sowie Oralchirurg Dr. Ihab Salhab, der aus Syrien stammt. Sechs Behandlungszimmer sowie weitere Räume stehen zur Verfügung. „Bei Bedarf könnten wir auch noch erweitern. Genug Platz ist vorhanden“, sagt Balaom. Auch Kinder können zur Behandlung kommen. Neben den drei Zahnärzten werden sieben weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Ostrhauderfehner Standort tätig sein. Wer sich die neuen Räumlichkeiten einmal anschauen möchte, der kann das bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 4. Februar, von 11 bis 17 Uhr machen. Dort wird es auch ein buntes Programm für Kinder geben.
1984 erste Praxis eröffnet
Der aus Israel stammende Dr. Fathey Balaom ist im Alter von 18 Jahren nach Deutschland gekommen. Nach dem Studium der Zahnmedizin in Göttingen eröffnete er 1984 seine erste Praxis in Friesoythe, die es auch heute noch gibt. „Das ist unser größter Standort und unsere Zentrale“, sagt der 67-Jährige, der verheiratet ist und drei Kinder hat. Nach und nach kamen weitere Praxen in Ramsloh, Lorup, Ahlhorn, Elsfleth und als letztes zu Beginn dieses Jahres in Haselünne dazu. Nun folgt Ostrhauderfehn. „Wir haben insgesamt 140 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 22 Zahnärzte“.
Es werden viele Sprachen gesprochen
Dr. Fathey Balaom betont weiter: „Wir sprechen mit allen Menschen in ihrer Sprache, jeder ist bei uns willkommen“, so der 67-Jährige. So würden beispielsweise alleine am Standort in Friesoythe 17 Sprachen gesprochen. „Dadurch können natürlich auch Hemmungen und Ängste genommen werden, wenn jemand die deutsche Sprache nicht fließend beherrscht“, erklärt Balaom.
Im vergangenen Quartal haben seine Mitarbeiter an den fünf Standorten, die es damals schon gab, 7000 Patienten behandelt. „Wir bieten auch einen mobilen Service an. Das heißt, wir fahren mit einem Mini-Bus mit einer mobilen Behandlungseinheit und Röntgengerät dorthin, wo es gewünscht wird“, so Balaom. Vor allem viele Alten- und Pflegeheime würden das nutzen.
Zahnärzte mit Nachwuchssorgen
Wie wichtig die Ansiedlung von neuen Zahnärzten ist, macht auch der Papenburger Zahnarzt Dr. Michael Debbrecht deutlich. Er ist Sprecher der Zahnärztekammer für den Bereich Ostfriesland, zu dem auch das nördliche Emsland gehört. „Noch ist die Zahnärzte-Versorgung in Ordnung, doch in den kommenden fünf bis zehn Jahren bekommen wir ein großes Problem“, sagt Debbrecht. Viele Praxen auf dem Land würden schließen müssen, weil die Inhaber in den Ruhestand gehen und es keinen Nachfolger gibt. „Und Neuansiedlungen folgen eher in Medizinischen Versorgungszentren in größeren Städten und Gemeinden. In den kleinen Orten wird die Anzahl der Praxen dagegen abnehmen“, vermutet der 55-Jährige.
Ein aktuelles Problem sei vor allem die zunehmende Bürokratie. „Die Zahnärzte haben einen immer größer werdenden Verwaltungsaufwand. Dementsprechend weniger Zeit bleibt, um die Patienten zu behandeln“, kritisiert Debbrecht. Zudem bereite die eingeschränkte Budgetierung Sorgen. „Es gibt eine Begrenzung der Mittel der gesetzlichen Krankenversicherung für zahnärztliche Leistungen“, sagt der Papenburger, der ergänzt „Die Rahmenbedingungen müssen besser werden, damit der Beruf des Zahnarztes wieder attraktiver wird.“