Weihnachtskrippe Ramsloh Nun ist das Fell der Krippenschafe wieder weiß
Die Weihnachtskrippe der katholischen Kirche in Ramsloh ist frisch restauriert. Käthe Tiedeken nahm sich dieser Arbeit an. Die Figuren sind größtenteils aus Lindenholz - nur die Schafe sind aus Torf.
Ramsloh - Nun glänzt das Fell der Schafe, die zur Weihnachtskrippe der Kirche St. Jakobus in Ramsloh gehören, wieder schön weiß. Das liegt an der Arbeit, die Käthe Tiedeken aus Altenoythe in die historischen Tierfiguren investiert hat. Sie hat die Krippe für die katholische Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland restauriert. Dabei hat sie auch festgestellt, dass die Schafe, deren Fellfarbe vorher ganz vergilbt war, aus getrocknetem Schwarztorf angefertigt wurden. Die Figuren der Krippe hingegen sind aus Lindenholz geschnitzt. Außerdem sind sie sehr alt. Die Ramsloher Krippe hatte bereits im früheren Kirchengebäude ihren Platz, das 1898 abgerissen wurde.
Die Restaurierung der Holzfiguren wurde ermöglicht durch einen Zuschuss in Höhe von 4500 Euro der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg, LzO. Stiftungsvertreter Frank Naber, LzO-Regionaldirektor Firmenkunden aus Cloppenburg, der aus Ramsloh stammt, war nach Weihnachten in der Kirche und sah sich die frisch restaurierte Krippe an. Sie ist noch bis in die zweite Januarhälfte hinein in der Kirche aufgestellt.
Oldenburger Münsterland nicht vorstellbar ohne Weihnachtskrippen
„Das Förderprojekt passt sehr gut zu unserem Programm der Kunst- und Kulturpflege“, erläuterte Naber, „denn das Oldenburger Münsterland ist ohne Krippen zur Weihnachtszeit kaum vorstellbar.“ 2017 hat die LzO-Stiftung Kunst und Kultur auch schon die Restaurierung der Weihnachtskrippe der Scharreler Kirche St. Peter und Paul finanziell gefördert. Diese Arbeit nahm ebenfalls Restauratorin Käthe Tiedeken vor.
Dabei stellte sich fest, dass zwei der Hirten, die zur Scharreler Krippe gehören, schon mehr als 130 Jahre alt sein müssen, ebenso einige der Schafe. Erkennbar war das an der Beschaffenheit des Materials, wie Küsterin Birgit Vocks erläuterte.
Seit 26 Jahren kümmern sich Böhmanns um die Krippe
Um die Krippe in der Ramsloher Kirche kümmert sich seit mehr als einem Vierteljahrhundert Familie Böhmann. Als elfjähriger Messdiener hat der heute 37-jährige Wolfgang Böhmann erstmals die Krippe am Altar gestaltet, damals noch zusammen mit Schwester Adelhilde, die in Ramsloh als Küsterin tätig war. Nach dem Tod der Ordensschwester 2005 übernahm sein Vater Heinrich Böhmann gemeinsam mit ihm den Aufbau der Krippe. Der nimmt stets mehrere Tage in Anspruch. Doch das machen die beiden Männer jeden Advent wieder gerne miteinander, wie sie versichern. Die Tannen, die den Altar flankieren, hat Gerd Thedering besorgt. Die hölzerne Stadt, die neben Tannengrün die Kulisse der Krippe bildet, tischlerte in den 60er Jahren Josef Mödden. Johannes Schönhöft baute den Stall, der ebenfalls aus dieser Zeit stammt.
„Wir gestalten die Krippe jedes Jahr ein wenig anders“, schildert Heinrich Böhmann. Dieses Jahr gehöre beispielsweise eine Moorlandschaft zur Szene.
Heilige drei Könige kommen erst am Dreikönigstag dazu
Außerdem verändert sich das Bild der Ramsloher Weihnachtskrippe im Laufe der Zeit. Die Heiligen drei Könige etwa, die tauchen erst dann auf, wenn sie dran sind, nämlich am Dreikönigstag, der am 6. Januar gefeiert wird. „Dann kommen ein paar Schafe weg“, sagt Böhmann. Nach der Weihnachtszeit werden die Figuren sorgfältig verpackt und in der Sakristei verstaut. Das Gerüst für die Krippenlandschaft lagert bei Böhmanns Schuppen.
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