Bei Schulausfall wegen Glätte Osterfehntjer Schulleiter fordert Regeln für Digital-Unterricht
Falls die Schule - wie an diesem Montag ausfällt - gibt es in Niedersachsen keine einheitlichen Vorgaben für Homeschooling. Ludger Mählmann von der Schule am Osterfehn bemängelt dies.
Ostrhauderfehn/Rhauderfehn/Westoverledingen - Am vergangenen Sonntagabend ging es ganz plötzlich: Zunächst hatte der Landkreis Cloppenburg für den nächsten Morgen den Schulausfall verkündet, kurz danach zog auch der Landkreis Leer nach. Doch eine landesweite einheitliche Regelung, wie die Schulen am Tag des Unterrichtsausfalls zu handeln haben, gibt es nicht.
Das jedoch fordert der Leiter der Schule am Osterfehn in Ostrhauderfehn, Ludger Mählmann. Er betont: „Ich möchte gerne klare Regeln, was wir als Schule machen können, wenn der Unterricht wegen Glatteis oder auch Sturm ausfällt.“ Er fände es sinnvoll, wenn dann automatisch der Digital-Unterricht, das sogenannte Homeschooling, für die Schüler gelte. Bislang ist das nicht der Fall. Einige Lehrer seien an dem Montag in die Schule gekommen und hätten dort andere Arbeiten erledigt, andere wiederum haben die Schüler zumindest mit digitalen Aufgaben versorgt. „Es ist für mich als Schulleiter immer schwierig, das alles zu koordinieren und organisieren. Dabei würde eine klare Ansage enorm helfen.“
Eigenverantwortung der Schulen
Doch dieses gibt es nicht, wie das Niedersächsische Kultusministerium erklärt. Deren Sprecher Sebastian Schumacher sagt: „Die Schulen können in eigener Zuständigkeit im Sinne der Eigenverantwortung auf die Herausforderungen reagieren - dazu gehört selbstverständlich auch, digitale Lernangebote durchzuführen.“
Aber: „Von einer Verpflichtung für alle Schulen, solche Angebote zwingend durchzuführen, ist abgesehen worden.“ Hintergrund sei, dass in einer wetterbedingten Extremlage nicht überall sichergestellt werden kann, dass die Rahmenbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler dergestalt sind, dass kurzfristig flächendeckend Angebote gemacht werden können.
Hausaufgaben digital verschickt
Auch am Schulzentrum Collhusen erfolgte die Betreuung am Montag ebenfalls unterschiedlich. Leiter Rainer Bruns sagt: „In der Regel ist es so, dass wir in solchen Fällen über unser System iServ zumindest digitale Hausaufgaben an diesem Tag verschicken. Doch wir haben zurzeit sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern viele Krankheitsfälle, sodass das wohl nicht überall reibungslos geklappt haben wird.“
Am Gymnasium in Rhauderfehn habe es ebenfalls digitale Hausaufgaben gegeben - aber kein Homeschooling, so wie es aus der Corona-Zeit bekannt ist. Schulleiterin Ulrike Janssen erklärt: „ Wir arbeiten bereits ab Klasse 5 mit digitalen Endgeräten, auf denen auch Hausaufgaben erledigt werden können. Dieses System hat sich auch am Montag bewährt.“