Nach mehr als zwei Jahren Ostfriese Schultz muss Traineramt beim FC St. Pauli räumen
Zu Jahresanfang wurde der Vertrag von Timo Schultz beim Fußball-Zweitligisten noch verlängert. Doch ein sportlicher Abwärtstrend sorgte nun für eine sofortige Trennung.
Hamburg - Timo Schultz ist ab sofort nicht mehr Trainer des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli. Der Hamburger Klub hat den Ostfriesen mit sofortiger Wirkung freigestellt, wie der Verein am Dienstag mitteilte. Das Präsidium sei damit einstimmig der Empfehlung der sportlichen Leitung gefolgt, heißt es. Erst im Januar hatte der gebürtige Esenser Timo Schultz seinen Vertrag als Cheftrainer bei den Kiezkickern einen neuen Vertrag unterschieben – ohne Angaben zur Laufzeit zu machen.
Schultz schürte bis zur A-Jugend die Fußballschuhe für den TuS Esens. Dann wechselte er zum SV Werder Bremen. Nach den Stationen VfB Lübeck, dem Harburger TV und Holstein Kiel zog er 2005 zum FC St. Pauli weiter. Diesem Klub blieb er bis heute treu. Mit den Kiezkickern stieg Schultz als Spieler von der 3. bis in die 1. Liga auf – und begann dann seine Trainerlaufbahn in der Jugend. Mit seiner Frau Mareelke und den drei Kindern lebt er in Hamburg, besucht noch regelmäßig die Familie in Esens.
Seit 17 Jahren bei St. Pauli
Im Juni 2020 hatte Schultz das Amt des Cheftrainers beim FC St. Pauli übernommen. Nun wurde dem 45-Jährigen, der sich noch nicht zu seiner Freistellung geäußert hat, der sportliche Abwärtstrend zum Verhängnis. Zum Zeitpunkt der Vertragsverlängerung zu Jahresanfang war St. Pauli Tabellenführer, verspielte in der zweiten Saisonhälfte 2021/22 aber noch den Erstliga-Aufstieg und wurde für Fünfter. Auch die bisherige Spielzeit war von durchwachsenen Leistungen geprägt. Die Hamburger stehen derzeit auf dem 15. Tabellenrang – punktgleich mit Arminia Bielefeld auf dem Relegationsrang und dem 1. FC Magdeburg auf dem 17. Platz.
Am 9. Dezember startet die FC-Mannschaft wieder ins Training – dann ohne Timo Schultz als Chefcoach. Der bisherige Co-Trainer Fabian Hürzeler wird zunächst das Training leiten, teilte der Klub mit. Präsident Oke Göttlich und Sportchef Andreas Bornemann bezeichneten die Trennung darin als eine schwere, aber notwendige Entscheidung.
Ein Lob vom FC-Präsidenten
„Wir haben die vergangenen Monate intensiv analysiert sowie diskutiert und sehen uns leider gezwungen, nun zu handeln“, sagte Sportchef Bornemann. Göttlich bekräftigte: „Wir müssen das Gesamtwohl des FC St. Pauli immer im Blick haben – und unsere sportliche Bilanz im Kalenderjahr 2022 ist die eines Absteigers.“ Der Präsident hatte zuletzt immer wieder bekräftigt, dass der Verein ins obere Drittel der Tabelle gehört.
Bei seiner Freistellung bekam Timo Schultz noch nette Worte von Göttlich mit auf den Weg. „Timo ist ein verdienter und echter St. Paulianer“, lobte der Präsident. Dementsprechend schwer sei die Entscheidung gefallen. „Ob als Spieler, Co-Trainer, Trainer oder einfach als Mensch: Timo Schultz war, ist und wird immer am Millerntor willkommen und ein Teil des FC St. Pauli sein“, bekräftigte er.
Mit Material von DPA