1:4-Pleite in Flensburg Ganz bitteres Ende nach Emdens Traumstart
Kickers Emden trat mit dem „letzten Aufgebot“ an, bot lange eine solide Leistung. Doch wieder leiteten individuelle Fehler eine Niederlage ein.
Flensburg - Rico Cordes konnte sein Glück kaum fassen. Bei seinem Startelf-Debüt war es ausgerechnet der Niederländer, der Kickers Emden beim ambitionierten, aber kriselnden SC Weiche Flensburg früh in Führung gebracht hatte. Ein Luftsprung – und schon befand sich der 23-Jährige nach seinem Tor in der 13. Minute inmitten einer Emder Jubeltraube. Doch nach dem Spiel am Sonnabend überwog bei Rico Cordes und allen Kickers-Akteuren die Enttäuschung. Wie schon in der Vorwoche stand der Tabellenletzte trotz einer Führung am Ende mit leeren Händen da. Durch zwei Gegentreffer in der Nachspielzeit wurde es sogar noch eine 1:4-Pleite, die vierte Niederlage in Folge in der Fußball-Regionalliga.
„Schade“, sagte Rico Cordes kurz nach der Partie in Flensburg auf Deutsch, ehe er auf Englisch mehr Einblicke in seinen Gemütszustand gewährte: „Es ist sehr bitter, dass wir erneut verloren haben. Erstmals in der Startelf zu stehen und dann auch noch ein Tor zu schießen, war ein großartiges Gefühl.“ Allein durch das Tor hat Cordes, der ansonsten wie die meisten Emder eine solide Leistung bot, seine Nominierung gerechtfertigt. „Rico hat sich die Startelf verdient“, äußerte sich Trainer Stefan Emmerling mit Blick auf die Geduld des vorherigen Dauer-Reservisten und die Leistungen im Training und bei Kurzeinsätzen. Zuletzt war Cordes gegen Ottensen und Rehden (jeweils 1:2) spät eingewechselt worden. Dabei hatte er ein paar gute Aktionen.
Eilerts verpasst das 2:0 knapp
Viele andere Startelf-Optionen als Cordes hatte Emmerling für das Flensburg-Spiel aber auch gar nicht. Einige Akteure hatten verletzt oder gesperrt gefehlt. Zu allem Überfluss ist in der Nacht auf den Spieltag auch noch Tade Niehues krank geworden, sodass Emmerling nur ein Rumpfkader aus zwei Torleuten und zwölf Feldspielern zur Verfügung stand. Emmerling sprach vom „letzten Aufgebot“. Auf der Bank nahmen Ersatzkeeper Timo Kuhlmann und die Stürmer Gabriel Bamezon und Vafing Jabateh Platz.
Die elf beginnenden Emder machten es auf tiefem, rutschigem Rasen zunächst gut. „Wir haben in der Phase nicht viel zugelassen und uns nach vorne hin etwas getraut“, sagte der Kickers-Coach. In der Entstehung glücklich fiel die Führung für seine Mannschaft. André Ndiaye schoss nach erfolgreichem Dribbling aus 30 Metern Richtung Tor, doch Mitspieler Ayo Adeniran blockte den Versuch. Von dessen Rücken prallte der Ball zu Rico Cordes, der mit einem Haken Flensburgs Patrick Herrmann stehen ließ und aus 16 Metern per Flachschuss vollstreckte (13.). Auf der anderen Seite traf Flensburgs Angreifer Christopher Kramer per Kopf den Querbalken. Marvin Eilerts wäre nach einem Freistoß von Nick Köster beinahe das 2:0 für die Gäste gelungen, doch Weiche-Keeper Jesper Wolf Heim parierte den Kopfball stark (28.).
Steffens kassiert eine blutige Nase
Zehn Minuten später brannte es im Emder Strafraum lichterloh. Erst parierte Isaak Djokovic einen Schuss von Dominic Hartmann stark, nach der folgenden Ecke wurde ein Schuss von Marcel Cornils so abgefälscht, dass der Ball knapp am Pfosten vorbeistrich. Die folgende Ecke führte dann zum Ausgleich, weil Djokovic einen Kopfball nicht festhalten und Kramer abstauben konnte.
Spieldaten
Kickers: Djokovic - Konda, Eilerts, Jabbie, Visser - Ndiaye, Goosmann (78. Bamezon), Köster, Cordes - Adeniran, Steffens (87. Jabateh).
Tore: 0:1 Cordes (13.), 1:1 Kramer (39.), 3:1 Kramer (90. +1), 4:1 Empen (90. +5).
In der zweiten Spielhälfte waren die Gastgeber die feldüberlegene Mannschaft. Bei ihrem Führungstor profitierte sie aber von einem individuellen Fehler der Emder: Ein Querpass von Kramer am Fünfmeterraum kam genau auf Matthias Goosmann, der den Ball aber durchrutschen ließ. So hatte Jonah Gieseler keine Mühe, den Ball einzuschieben (60.). Alagie Jabbie, Marvin Eilerts und Ayo Adeniran hatten zwischen der 70. und 75. Minute Möglichkeiten auf den Ausgleich, nutzten diese aber nicht. In den Schlussminuten warf Kickers alles nach vorne und kassierte in der Nachspielzeit noch zwei Gegentreffer. Zu allem Überfluss musste in der Schlussphase Kickers-Torjäger Tido Steffens nach einem Zusammenprall im eigenen Strafraum mit einer blutigen Nase ausgewechselt werden. Es war ein ganz bitteres Ende für Emden trotz des Traumstarts.
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