Kommentar zur Woche Kann der Landkreis Leer nicht kooperativer sein?
Das Restaurant Ankerplatz in Westrhauderfehn musste erneut schließen. Damit geht der Streit zwischen dem Landkreis Leer und Unternehmerin Silke Plaisir in eine neue, existenzbedrohende, Runde.
Schließung Ankerplatz, die zweite innerhalb dieses Jahres: Mitarbeiter des Landkreises Leer wollten, wie zuvor angedroht, am Freitagvormittag das Restaurant Ankerplatz in der ehemaligen Reilschule in Westrhauderfehn versiegeln. Inhaberin Silke Plaisir kam, wie bereits im Juni, der behördlichen Zwangsschließung durch freiwillige Schließung zuvor. So dürfen die Eigentümer das Gebäude immerhin betreten.
Der monatelange Streit erreicht nun eine neue Eskalationsstufe. Die könnte für die Unternehmerin, die neben dem Restaurant in dem Gebäude noch ein Hotel betreiben möchte, existenzbedrohend sein.
Es ist schon erstaunlich, mit welcher Vehemenz der Landkreis als ehemaliger Eigentümer, Verkäufer und Genehmigungsbehörde des historischen Gebäudes in diesem Fall einer engagierten Unternehmerin immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirft. Geht das nicht kooperativer? Schließlich stehen hier auch Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Der Fall ist für Außenstehende sicher schwer zu durchschauen. Die Genehmigungsbehörde fordert Statiken ein, von denen die Familie Plaisir sagt, der Landkreis habe sie für das Gebäude damals selber nicht gemacht. Auf Anfrage dieser Redaktion weicht der Landkreis einer konkreten Antwort aus.
Rechtsanwalt Niels Plaisir, Rechtsbeistand und Ehemann der Investorin, hält den Landkreis Leer in der Angelegenheit inzwischen für befangen und hat die Dienstaufsicht des Landkreises im Innenministerium in Hannover eingeschaltet. Es ist vermutlich die beste Lösung für beide Seiten, wenn Außenstehende den Fall bewerten und dann schnell eine Lösung gefunden wird. Es wäre auch für die Gemeinde Rhauderfehn sehr bedauerlich, wenn aus dem Hotel- und Gastronomieprojekt der Familie Plaisir nichts werden würde.
Den Autor erreichen Sie unter h.kruse@ga-online.de
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