Erinnerungen zum Volkstrauertag  Holterfehner starb im Zweiten Weltkrieg den „Heldentod“

| | 10.11.2022 17:54 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dieses Kreuz erinnert an den Holterfehner Siegfried Stamm, der 1941 in Russland starb. Foto: privat
Dieses Kreuz erinnert an den Holterfehner Siegfried Stamm, der 1941 in Russland starb. Foto: privat
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Siegfried Stamm erlag im September 1941 auf dem Schlachtfeld. Auch Hans Krückhans aus Elisabetfehn starb während des Zweiten Weltkriegs. Dokumente erinnern an die beiden.

Ostrhauderfehn/Region - Der Volkstrauertag, der am kommenden Sonntag begangen wird, ist ein Tag des stillen Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt. Für den Ostrhauderfehner Folkert Laupichler hat er eine besondere Bedeutung. Der 73-Jährige ist sehr an heimatlicher Geschichte interessiert und setzt sich unter anderem seit vielen Jahren für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein. Seit zwölf Jahren ist er für diese Organisation auch ehrenamtlicher Geschäftsführer im Landkreis Leer. Anlässlich des diesjährigen Volkstrauertags möchte Laupichler auf das Schicksal von zwei Soldaten aus Holterfehn beziehungsweise Elisabethfehn aufmerksam machen, die im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen sind.

Folkert Laupichler interessiert sich für die Geschichte in seiner Heimat. Foto: Zein
Folkert Laupichler interessiert sich für die Geschichte in seiner Heimat. Foto: Zein

Laupichler betont: „Familienangehörige der Beiden haben mir dazu kürzlich Todesbriefe, Anzeigen aus den Tageszeitungen sowie Fotos zur Verfügung gestellt.“ Weil es immer weniger Zeitzeugen gebe, werden solche Quellen zunehmend wichtiger, so der Ostrhauderfehner.

Im Alter von 25 Jahren gestorben

Bei einem der beiden Gefallenen handelt es sich um Unteroffizier Siegfried Stamm aus Holterfehn. Er starb am 1. September 1941 im Alter von 25 Jahren am finnischen Meerbusen in Russland. Seine Nichte hatte die Dokumente zu dessen Tod an Laupichler übergeben.

Soldat Siegfried Stamm wurde nur 25 Jahre alt.
Soldat Siegfried Stamm wurde nur 25 Jahre alt.

In einer Anzeige im General-Anzeiger hieß es damals, dass Siegfried Stamm „für Führer, Volk und Vaterland den Heldentod erlitt“. Laupichler erklärt dazu: „War ein Soldat gefallen, war der jeweilige Kompaniechef verpflichtet, einen Totenbrief an die Eltern oder die Ehefrau zu schreiben.“ In den Briefen seien die positiven Eigenschaften des gefallenen Soldaten und Kameraden hervorgehoben worden. Auch die Todesumstände wurden dort zumeist beschrieben. „Der Hinweis auf den schnellen und schmerzfreien Tod wurde jedoch oft zu Unrecht gegeben. Kameraden, die Augenzeugen waren, schilderten oft das Gegenteil“, erklärt Laupichler.

Hans Krückhans aus Elisabethfehn fiel am 21. November 1941 in Ungarn. Foto: privat
Hans Krückhans aus Elisabethfehn fiel am 21. November 1941 in Ungarn. Foto: privat

Der zweite Gefallene, an den Laupichler erinnern möchte, ist Hans Krückhans aus Elisabethfehn. Dieser starb am 21. November 1944 im Alter von 26 Jahren in Ungarn. „Seine Tochter hat mir Unterlagen zu dessen Tod gegeben“, so Laupichler.

Laupichler sucht weitere Dokumente

Dazu gehört auch der Brief, den die Frau von Hans Krückhans zum Tod ihres Mannes erhalten hat. In dem Schreiben erklärt der Hauptfeldwebel Kurz Silowsky unter anderem: „Es fällt mir heute die schmerzliche Pflicht zu, Sie davon in Kenntnis zu setzen, dass Ihr Ehegatte Johann Krückhans am 21. November 1994 den Heldentod gefunden hat. Die Kompanie befand sich an dem fraglichen Tage in seinem sehr schicksalsschweren Kampf mit weit überlegenen Feindkräften (...) Ich kann Ihnen nur versichern, dass die gesamte Kompanie um den Verlust ihres tapferen Soldaten trauert. Durch sein freundliches, bescheidenes und stets hilfsbereites Wesen hat er sich die Wertschätzung seiner Vorgesetzen und die Freundschaft seiner Kameraden erworben.“

Für Folkert Laupichler sind solche Unterlagen beeindruckende Dokumente der Zeitgeschichte. Der 73-Jährige sucht noch weiteres Material - insbesondere zu Gefallenen aus seiner Heimatgemeinde Ostrhauderfehn. Wer solches hat, kann sich bei ihm unter Telefon 0175/7908862 melden.

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