Mehr als 150.000 Euro Kosten Diepenbrock-Orgel in Ostrhauderfehn wird restauriert
In rund einem Jahr soll die überarbeitete Orgel wieder in der Petruskirche erklingen. Bis dahin muss auf andere Art und Weise für die musikalische Untermalung bei Gottesdiensten gesorgt werden.
Ostrhauderfehn - Zu Beginn dieser Woche wurde in der Ostrhauderfehner Petruskirche fleißig gearbeitet. Handwerker haben die mehr als 125 Jahre alte Orgel der Kirche ausgebaut. Diese soll nun in einem umfangreichen Verfahren restauriert werden, damit sie wieder so erklingen kann, wie es früher einmal der Fall war.
Ostrhauderfehns Pastor Holger Rieken sagt: „Die Orgel wurde in den letzten Kriegstagen 1945 bei der Sprengung des Kirchturms schwer beschädigt und in den folgenden Jahren nicht wieder originalgetreu repariert. Es wurden unter anderem einige Orgelpfeifen baulich verändert.“ Doch das sollte nach Wunsch der Kirchengemeinde nicht so bleiben. Und so wurde sich dazu entschieden, sich nach Fördergeldern umzuschauen, um das jetzige Projekt zu realisieren.
Die Gesamtkosten belaufen sich mehr als 150.000 Euro. „Glücklicherweise haben wir eine große finanzielle Unterstützung bekommen“, so Rieken. Fast die Hälfte, nämlich 70.000 Euro, stellt der Bund aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm zur Verfügung. Auf diesen Fördertopf hatte die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) aus Hesel verwiesen - mit Erfolg. Weitere Unterstützer sind die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die Klosterkammer Hannover, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken. „Wir möchten uns bei ihnen und auch bei allen anderen Spendern vor Ort bedanken“, so Rieken.
Nur noch wenige Diepenbrock-Orgeln
Die Orgel wurde 1896 vom dem Norder Johann Diepenbrock errichtet. Von ihm gibt es nur wenige Orgeln in dieser Region, die nahezu vollständig erhalten werden konnten - beispielsweise in Werdum in der Samtgemeinde Esens und im rheiderländischen Wymeer. Mit dem Bau der Ostrhauderfehner Orgel endete die letzte Phase eigenständiger ostfriesischer Orgelbauer, bevor anschließend der industriell geprägte Bau die Oberhand gewann.
In den kommenden Monaten wird nun die Orgelbauwerkstatt Bente aus Suthfeld-Helsinghausen bei Hannover das Musikinstrument in der eigenen Werkstatt reinigen und die veränderten Pfeifen wieder in den originalen Zustand bringen. Orgel- und Harmonienbauer Mirko Di Giglio erklärt: „Das ist eines der größeren Projekte bei uns und wird bis zu acht Mitarbeiter beschäftigen.“ Er rechnet damit, dass die Restaurierung im kommenden Herbst abgeschlossen sein wird und die Orgel dann wieder weicher klingen wird. In etwa einem Jahr soll in Ostrhauderfehn die Wiedereinweihung des besonderen Musikinstruments gefeiert werden. „In der Zwischenzeit werden die Gottesdienste musikalisch am Klavier begleitet“, erklärt Pastor Holger Rieken.