Grundstück Strücklinger Hof Lokal-Areal in der Ortsmitte bleibt Brachfläche
Das Traditionslokal Strücklinger Hof ist Geschichte. Das Gebäude wurde verkauft und abgerissen. Auf der Fläche in der Ortsmitte sollten Eigentumswohnungen entstehen. Doch das passiert nun doch nicht.
Strücklingen - Auf dem Grundstück in Strücklingens Ortsmitte, auf dem mehr als 150 Jahre lang das Traditionslokal Strücklinger Hof gestanden hatte, wuchert das Grün. Wildkräuter haben sich auf der knapp 2000 Quadratmeter großen Fläche an der Hauptstraße 640 breitgemacht. Schilder an der Straße weisen darauf hin, dass es über das verwilderte Gelände zur Paddel- und Pedalstation an der Sagter Ems und zum Bootshafen geht. Der Wassersportverein Sagter Ems hat auf dem Grundstück sein Vereinslokal. Sonst befindet sich dort nichts mehr - außer hüfthohem Wildwuchs.
Im August 2020 hatte Projektentwickler Wjatscheslaw Pankratz aus Quakenbrück dem Wirtsehepaar Maria und Bernhard Helmke ihren Gasthof samt Grundstück abgekauft. Der Investor ließ das Wirtshaus, mit dem viele Saterländer Erinnerungen an rauschende Feste und gemütliches Beisammensein verbinden, und das vielen ortsansässigen Gruppen als Vereinslokal gedient hatte, im Frühjahr 2021 abreißen. Er wollte auf der Fläche ein Wohnbauprojekt realisieren. In zwei Gebäuden sollten Mehrfamilienhäuser errichtet werden: eines mit neun Eigentumswohnungen, das andere mit zwölf, dazu Carports.
Mehr als ein Jahr bis zur Baugenehmigung
Mehr als ein Jahr dauerte es, bis der Landkreis Cloppenburg dafür Ende 2021 die Baugenehmigung erteilte. Investor Pankratz äußerte öffentlich seine Freude darüber und erklärte, er werde sein Projekt in Strücklingens Ortsmitte mit einem Bauunternehmer aus dem Nordkreis realisieren.
Doch dazu kam es nicht, und das wird auch so bleiben. Der Quakenbrücker setzt das Bauprojekt nicht mehr um. „Baukosten und Zinsen steigen“, erläutert er im Gespräch mit dieser Zeitung, „jetzt ist nicht die richtige Zeit, um Eigentumswohnungen auf den Markt zu bringen.“ Schön sei das nicht, gibt Pankratz zu, aber auch nicht zu ändern. Bei der derzeitigen Zinsentwicklung könnten sich mögliche Käufer keine Eigentumswohnung mehr leisten. „Wir könnten das Objekt bauen - aber was sollen wir damit?“, fragt der Projektentwickler. Als er die Wohnungen im Internet angeboten habe, hätte er keine Interessenten gefunden. Daraufhin habe er entschieden, den Gebäudekomplex nicht zu realisieren.
Fläche für 550.000 Euro im Internet
Seit einigen Monaten wird Pankratz’ Grundstück über Immobilienportale im Internet angeboten. 550.000 Euro sind für das „Baugrundstück im schönen Strücklingen“ veranschlagt. Es biete „Bebauungsmöglichkeit bis zu circa 1.400 Quadratmeter Wohnfläche“ steht dort. Beworben wird das Gelände auch mit der Angabe, dass „eine Bauvoranfrage für zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 16 Wohneinheiten bereits genehmigt“ worden sei, „alle erforderlichen Unterlagen für einen Bauantrag bereits von den Architekten erstellt“ worden seien und „eine Liste mit potenziellen Kaufinteressenten ebenfalls bereits vorliege. Ansichten von allen Seiten zeigen den von Pankratz geplanten Komplex.
Auch Strücklingens Ortsbürgermeister Rainer Fugel (CDU) hat das Grundstücksangebot im Internet wahrgenommen. „Das ist schade“, stellt der Kommunalpolitiker fest. Das überwucherte Gelände in Strücklingens Ortsmitte sei kein schöner Anblick. Doch es handele sich um ein Privatgrundstück. „Da können wir von der Politik leider nichts machen“, so Fugel. Er hofft, dass Pankratz bald einen Käufer für die Fläche findet, befürchtet jedoch, dass die aktuelle Preisentwicklung das nicht so rasch zulasse.
Bürgermeister „überrascht und betrübt“
„Diese Nachricht überrascht uns und hinterlässt einen bitteren Beigeschmack“, teilt Saterlands Bürgermeister Thomas Otto zu dem nicht umgesetzten Bauprojekt mit. „Der Verlust des Strücklinger Hofes war für viele Saterländer groß – aber in dem Wissen um die geplante Nachnutzung und die von Herrn Pankratz geplante Bebauung mit einer kleinen Träne im Auge verschmerzbar“, führt der Verwaltungschef aus.
„Dass dieses Projekt nun doch nicht realisiert wird, betrübt uns“, so Otto, der hinzusetzt, „wir hoffen, dass Herr Pankratz dann zumindest im Hinblick auf das Ortsbild und die Zufahrtssituation zur Paddel- und Pedalstation nochmal tätig wird und da seinerseits auch eine gewisse Verantwortung für sich erkennt.“
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