Studien in drei Gemeinden Mehr Platz für Windkraft im Oberledingerland
In Niedersachsen müssen bis zu 2,2 Prozent der Landesfläche für Windenergie bereitgestellt werden. Das setzt auch die Kommunen im Oberledingerland unter Druck.
Oberledingerland - Die Gemeinden des Oberledingerlandes wollen, beziehungsweise müssen der Windenergie mehr Raum geben. Nicht (nur) wegen der Energiekrise, sondern auch wegen einer neuen Vorgabe des Bundes. Indem man jetzt plant, sagt Rhauderfehns Bauamtsleiter Michael Taaks, behalte man den Hut auf. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass man die Steuerung, wo Windparks entstehen können und sollen, aus der Hand gebe.
Hintergrund: Mit dem „Wind-an-Land-Gesetz“ will die Bundesregierung den Ausbau der Windenergie in Deutschland voranbringen. Bislang mussten sich Kommunen der Windenergie auf substanzielle Weise Raum verschaffen. Sprich: Prüfen, ob und wo Windenergie möglich ist und welche Flächen ausgeschlossen werden können. So konnte das Ergebnis auch eine relativ kleine Fläche sein. Im neuen Gesetz ist dagegen festgelegt, wie viel Fläche pro Bundesland für Windkraft zur Verfügung gestellt werden muss.
Mehr als zwei Prozent bis 2032
„Für Niedersachsen sind das 1,7 Prozent der gesamten Landesfläche, die bis 31. Dezember 2027 bereitgestellt werden müssen. Bis 31. Dezember 2032 sind es 2,2 Prozent“, so Taaks. Derzeit liege der Anteil landesweit bei rund einem Prozent. „Da wird man also was tun müssen.“ Das Land, so viel stehe fest, werde die Anforderung herunterbrechen auf eine kleinere Ebene. „Wir wissen nur noch nicht, ob das Land dabei die Landkreise oder die einzelnen Gemeinden als Einheit nimmt.“
Egal wie: Die einzelnen Kommunen werden ihren Teil beisteuern müssen, um das vorgegebene „Soll“ zu erfüllen. Dabei wollen sie aber, wie Taaks erläuterte, nicht das Steuer aus der Hand geben. Sie wollen selbst entscheiden, wo Windparks entstehen sollen, und wo auf gar keinen Fall. Das Mittel der Wahl heißt deshalb „Potentialstudie“.
Der Auftrag wurde vergeben
Die Gemeinde Rhauderfehn hat eine solche vor wenigen Tagen in Auftrag gegeben. Den Antrag, das zu tun, hatte die Ratsgruppe Ampel+ gestellt. Mit großer Mehrheit (25 Stimmen) wurde er angenommen. In Rhauderfehn gibt es derzeit zwei Windparks in Burlage und Klostermoor mit insgesamt 19 Anlagen.
Damit ist Rhauderfehn im Vergleich zu den Nachbargemeinden schon relativ gut aufgestellt. In Ostrhauderfehn, sagt Bürgermeister Günter Harders, gebe es derzeit drei Windkraftanlagen in Langholt. In der Gemeinde Westoverledingen stehen laut Rathaussprecherin Kirsten Beening sieben Anlagen an der Fehnstraße in Steenfelde.
Nachbarkommunen sind auch dran
„Auch wir haben eine Potentialstudie für Wind und auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Auftrag gegeben“, erklärt Harders. Eine Erweiterung des bisherigen Standorts oder auch ein Repowering sei bisher ausgeschlossen gewesen. „Auch andere Möglichkeiten gab es bislang in Ostrhauderfehn nicht. Ob mit der neuen Studie andere Standorte möglich werden, kann ich im Vorfeld nicht sagen.“
Die Gemeinde Westoverledingen strebe an, sowohl den Ausbau von Solarenergie als auch von Windenergie voranzutreiben.
„Um geeignete Standorte für den Bau von Solarenergie-Freiflächen-Anlagen und von Windenergieanlagen zu ermitteln, wurde im Mai dieses Jahres ein Standortkonzept für Solarenergie sowie eine Standortpotentialstudie für Windenergie in Auftrag gegeben“, so Beening. „Die Aufträge mit einer Auftragshöhe von insgesamt 60.700 Euro wurden an das Büro Diekmann, Mosebach & Partner aus Rastede vergeben. Aktuell befindet sich die Studie noch in Bearbeitung.“
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