Gemeinde Saterland  Verzögerungen beim Neubau des Bauhofs treibt Kosten hoch

| | 25.10.2022 15:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der gemeindeeigene Bauhof in Scharrel soll mit einem Multifunktionsgebäude modernen Anforderungen gerecht werden. Foto: Passmann
Der gemeindeeigene Bauhof in Scharrel soll mit einem Multifunktionsgebäude modernen Anforderungen gerecht werden. Foto: Passmann
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Für die Umsetzung des Projekts müsste erst ein Bebauungsplan im Außenbezirk aufgestellt werden. Das Verfahren dauert mindestens ein Jahr. Schneller umsetzbar wäre der Bau in einem Gewerbegebiet.

Saterland/Scharrel - Wo soll das geplante neue Multifunktionsgebäude für den Bauhof der Gemeinde Saterland gebaut werden? Diese Frage stellt sich seit einigen Wochen überraschend. Denn anders als seit mehr als einem Jahr geplant, ist das Projekt am jetzigen Standort an der Hauptstraße in Scharrel aktuell nicht umsetzbar. Ein wichtiges Detail war übersehen worden. Der Landkreis lehnte den Bauantrag ab.

Um das Projekt dennoch möglichst schnell umzusetzen, hatte die Verwaltung einen Neubau im Gewerbegebiet in Scharrel südlich des Scharreler Damms vorgeschlagen. Bei den 2021 vorgestellten Planungen durch das Bauamt der Gemeinde war übersehen worden, dass es am jetzigen Standort keinen gültigen Bebauungsplan gibt. Das bestätigte der Landkreis Cloppenburg auf Anfrage dieser Redaktion.

Mehrkosten von 500.000 Euro?

Doch auch nach zweimaliger Beratung im Verwaltungsausschuss (VA) erzielte die Politik im Rat der Gemeinde Saterland bisher keine Einigung in der Frage, ob die Aufstellung eines Bebauungsplans oder ob ein Umzug die bessere Lösung ist.

Würde dennoch am bisherigen Plan, Neubau am aktuellen Standort, festgehalten, dürfte das Projekt nicht vor Ende 2024 realisierbar sein. In dem Fall rechnet Bürgermeister Thomas Otto auch mit Mehrkosten in Höhe von mindestens 500.000 Euro. Ende 2021 war mit Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro kalkuliert worden. Inzwischen sind aber Materialpreise und Zinsen gestiegen.

Schneller und kostengünstiger würde es nach Meinung von Otto gehen, wenn im Gewerbegebiet gebaut wird. Denn dort gibt es bereits einen Bebauungsplan und die Gemeinde hat dort auch ein Grundstück. Zudem hätte ein schnellerer Neubau auch Vorteile mit Blick auf die Unterbringung von Geflüchteten, meint Otto. Das Multifunktionsgebäude könnte bei einer Überlastung auf dem Wohnungsmarkt vorübergehend als Unterkunft dienen.

Gemeinderat soll entscheiden

Nun soll das Thema im Dezember auf die Tagesordnung der Ratssitzung gesetzt werden. Das sei im VA so entschieden worden. Bis dahin soll auch eine Liste mit den Vor- und Nachteilen der beiden Möglichkeiten erarbeitet werden. „Ich möchte wegen der hohen Kostensteigerung keine Entscheidung hinter verschlossenen Türen“, sagte Otto mit Blick auf den VA. Sitzungen des höchsten Gremiums nach dem Rat sind grundsätzlich nicht öffentlich. Der Bürgermeister ist lediglich verpflichtet, der Presse hinterher Auskunft zu geben.

Aufstellung eines B-Plans dauert mindestens zwölf Monate

Der Landkreis Cloppenburg teilte zu dem Thema auf Anfrage mit: „Der Bauantrag am Standort des Bauhofes ist nicht genehmigungsfähig, weil kein Bebauungsplan dort vorhanden ist und sich der Standort im Außenbereich befindet. Zur Umsetzung des Vorhabens wäre ein Bebauungsplan erforderlich.“

Eine konkrete Aussage zur Dauer eines Bebauungsplanverfahrens sei nicht möglich, teilte Pressesprecher Frank Beumker mit, da die Planung und der Umfang der erforderlichen Untersuchungen nicht bekannt sei. „Mit einem Jahr muss aber in jedem Fall gerechnet werden“, so Beumker.

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