Energiekrise  Gemeinde Saterland verkauft in diesem Jahr kein Brennholz

| | 17.10.2022 17:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Immer mehr Menschen setzen auf Holz als alternative Möglichkeit zur Beheizung von Häusern und Wohnungen. Foto: Pixabay
Immer mehr Menschen setzen auf Holz als alternative Möglichkeit zur Beheizung von Häusern und Wohnungen. Foto: Pixabay
Artikel teilen:

Anders als in den Vorjahren wird der Bauhof kein Holz an Bürger aus der Gemeinde verkaufen. Bürgermeister Thomas Otto erklärt, warum die Entscheidung so getroffen worden ist.

Holz als alternative Möglichkeit zur Beheizung von Wohnräumen ist in diesem Jahr beliebter geworden. Grund dafür sind die stark steigenden Preise für Gas, Öl und Strom. Aber auch die Preise für Brennholz haben stark angezogen. Neben der gestiegenen Nachfrage treiben die erhöhten Beschaffungs- und Transportkosten in der Holzindustrie den Preis nach oben. Das hat das Statistische Bundesamt kürzlich mitgeteilt.

Mehr als 100 Euro kostet der Raummeter inzwischen in der Region, je nach Holzart. Vergleichsweise günstig sind dagegen die Preise für Brennholz auf den Bauhöfen der Gemeinden in der Region. Regelmäßig im Herbst und Winter wird dort Holz, das bei Rückschnitten oder Sturmschäden angefallen ist, zum Kauf angeboten. Die Gemeinde Saterland aber macht da in diesem Jahr nicht mit, aus einem Grund, der besorgniserregend klingt.

Abwarten, wie sich die Lage entwickelt

„Bisher haben wir den Preis für das beim Holzschnitt anfallende Holz an dem Marktpreis der hier ansässigen Händler festgesetzt“, teilte Bürgermeister Thomas Otto auf Anfrage mit. „Im letzten Jahr haben wir per Zeitungsanzeige hierzu einen Hinweis und die Möglichkeit der Bewerbung veröffentlicht. Bis auf acht Bewerber konnten alle Nachfrager bedient werden. Diese sollten nun zunächst als erste in diesem Jahr Holz erhalten“, so der Bürgermeister und fügt hinzu: „Aktuell ist es aber so, dass wir von dem Holz zunächst gar nichts an Privatpersonen weitergeben werden und hier erstmal abwarten, wie sich die Situation hinsichtlich des Marktes und des Bedarfs an Brennstoffen entwickelt.“

Thomas Otto sagt das mit Blick auf einen möglichen Ausfall der Versorgung mit Strom und Gas. Er nimmt Warnungen vor einem Blackout ernst. „Wenn sich die Lage extrem zuspitzen sollte, muss die Situation neu überdacht werden. Das frisch geschlagene Holz ist zunächst potenziell kurzf

ristig als Brennmaterial ohnehin nicht geeignet und müsste abgelagert werden“, so Otto. „Ob sich eine Eigennutzung, eine Zuteilung in einer Extremmangellage oder ein späterer Verkauf an Privatpersonen ergibt, wird die Zukunft zeigen.“

Nachbargemeinden verkaufen Brennholz

Die Gemeinden Barßel, Ostrhauderfehn, Rhauderfehn in der Saterländer Nachbarschaft sowie Westoverledingen halten dagegen am Verkauf von Brennholz fest. Die Preise, sofern bereits festgesetzt, sind aber gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. 50 Euro kostet jetzt zum Beispiel der Schüttraummeter in Rhauderfehn. In Barßel gibt es für 160 Euro einen Anhänger voll vor die Haustür mit rund fünf Schüttraummetern Holz.

Zum Vergleich: Bei der AM Zwanefeld GmbH in Bibelte (Saterland) kostet gemischtes, ofenfertiges Nadelholz 75 Euro pro Schüttraummeter und Holz von Laubbäumen 120 Euro pro Schüttraummeter. Das teilt Geschäftsführer und Gesellschafter Alexander Moor dieser Redaktion auf Nachfrage mit. Derzeit sei aber kaum noch Holz zu bekommen.

Ähnliche Artikel