Kommentar zum Wahlkreis 83 Leer Thiele siegt - aber die AfD ist der eigentliche Gewinner
Die Alternative für Deutschland hat im Wahlkreis 83 Leer hohe Gewinne erzielt. Das sollte ein Warnschuss für die heimischen Politiker der etablierten Parteien sein.
Auch wenn CDU-Kandidat Ulf Thiele bereits zum fünften Mal hintereinander seinen Wahlkreis direkt gewonnen hat, darf er sich keinesfalls als Sieger fühlen. Denn gegenüber der Wahl 2017 hat Thiele deutlich an Stimmen verloren. Der Gewinner im Wahlkreis 83 Leer ist die Alternative für Deutschland (AfD), die bei den Zweitstimmen 13,5 Prozent erhielt – und damit deutlich mehr als vor fünf Jahren, als die AfD bei 6,1 Prozent lag. Besonders auffällig ist, dass die AfD-Hochburg in diesem Wahlkreis im Oberledingerland liegt. In der Gemeinde Ostrhauderfehn kam die AfD auf mehr als 17 Prozent der Zweitstimmen. In Rhauderfehn waren es auch fast 14 Prozent. Mit ihrem Direktkandidaten holte sie fast ähnliche Werte.
Diese Zahlen sollten auch für die etablierten Parteien ein deutlicher Warnschuss sein. Denn obwohl der Bewerber der AfD kaum bekannt war und im Wahlkampf keine Rolle spielte, bekam er eine große Zustimmung. Ein Großteil der Wähler wird kaum daran glauben, dass die Rechtspopulisten die Probleme vor Ort lösen können. Es ist vielmehr ein Protest gegen derzeitige Politik, die für viele Menschen enttäuschend ist.