Firrel hat starken Torwart  Pascal de Buhr will den Landesliga-Spitzenreiter ärgern

| | 07.10.2022 17:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Dirigierend, mitspielend und reaktionsschnell: Torwart Pascal de Buhr hat in seiner ersten Saison bei GW bisher einen starken Eindruck hinterlassen. Fotos: Wagenaar
Dirigierend, mitspielend und reaktionsschnell: Torwart Pascal de Buhr hat in seiner ersten Saison bei GW bisher einen starken Eindruck hinterlassen. Fotos: Wagenaar
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Nach dem Triumph beim Ostfriesland-Cup wartet wieder der Liga-Alltag auf die Firreler Fußballer. Einer, der sich bei GW in den Fokus spielte, ist ein junger Torwart.

Firrel - Pascal de Buhr sitzt durchaus gerne mal an seiner Playstation4. Gerade jetzt, wo jüngst die neueste Version des Spiels „Fifa23“ erschienen ist. Doch noch lieber als auf der Konsole zockt der 20-Jährige aus Spetzerfehn Fußball auf dem grünen Rasen. Und das seit Sommer erstmals auf Herren-Landesliga-Niveau. Alle zehn Ligaspiele hat Pascal de Buhr in dieser Saison über die volle Distanz im Tor von GW Firrel bestritten – das schaffte von seinen Teamkollegen nur noch Abwehrmann Henning Röbke.

„Pascal macht das überragend“, ist Trainer Bernd Grotlüschen voll des Lobes über seinen neuen Schlussmann. Besonders die Ausstrahlung für sein Alter und Ruhe am Ball, wenn Pascal de Buhr von Gegnern unter Druck gesetzt wird, beeindruckt. Am Sonntag dürfte es besonders auf den Spetzer ankommen. Denn der noch ungeschlagene und fast übermächtig wirkende Spitzenreiter, der SV Holthausen Biene, wird ab 16 Uhr zu Gast in Firrel sein. Mit elf Punkten Abstand führt der Verein aus Lingen (Ems) die Landesliga-Tabelle an. Im Schnitt erzielt der Tabellenführer fast vier Treffer pro Spiel. „Vier Gegentore sind mir am Sonntag definitiv zu viel. Ich will zusehen, die Null zu halten. Dann könnten wir überraschen“, sagt Pascal de Buhr durchaus selbstbewusst. Trainer Bernd Grotlüschen formuliert es sogar noch offensiver: „Wir wollen den Tabellenführer stürzen.“

Pascal de Buhr spielte in der Jugend in der JSG Großefehn und bei Kickers Emden.
Pascal de Buhr spielte in der Jugend in der JSG Großefehn und bei Kickers Emden.

Von Kickers über Aurich nach Firrel

Firrel scheint nach dem gelungenen Saisonstart (15 Punkte nach zehn Spielen) und dem Triumph im Ostfriesland-Cup-Finale am Mittwoch gegen Regionalligist Kickers Emden vor Selbstvertrauen zu strotzen. Auch gegen den Landesliga-Ersten will sich Firrel nicht verstecken. Die mutige Spielweise mit den schnellen Pässen in die Tiefe nach Balleroberung soll beibehalten werden. Akzente setzen in der Offensive, stabil stehen in der Defensive ist die Devise. Und wenn Holthausen Biene doch mal durchkommt, dann steht da auch noch Pascal de Buhr im Tor.

Erst 13 Gegentore in zehn Spielen hat er hinnehmen müssen. „Ich bin mit dem Verlauf seit meinem Wechsel nach Firrel sehr zufrieden“, sagt Pascal de Buhr. Nach einigen Jugend-Jahren bei der JSG Großefehn wechselte er in die A-Jugend von Kickers Emden, ehe er es in seinem ersten Herrenjahr gleich in Oberliga-Herren-Kader von Trainer Stefan Emmerling schaffte. Doch wegen der mangelnden Aussicht auf Spielpraxis – er war im Torwart-Ranking die Nummer drei – wechselte er für die vergangene Rückserie zum Bezirksligisten SpVg Aurich. Im Sommer wagte er nun den Schritt in die Landesliga. Mit mehr Aufwand verbunden ist das für ihn nicht wirklich. Schließlich benötigt er lediglich 15 Minuten mit dem Auto nach Firrel – wenn überhaupt. Kaum einer aus dem GW-Kader hat eine so kurze Anreise zum heimischen Sportplatz.

Unser Tipp

GW Firrel – Holthausen Biene 1:1. Es wird ein Duell zweier Teams, die vor Selbstvertrauen strotzen. Entsprechend mutig und mit Zug zum Tor dürften beide agieren, sodass es eine unterhaltsame Partie werden könnte. Gegen das dominierende Team der Liga ist für Firrel durchaus was Zählbares drin.

Carstens macht sich wieder fit

Seinen Status als Nummer eins bei Firrel hat Pascal de Buhr erstmal sicher, doch mit René Carstens arbeitet ein ebenfalls starker Torwart derzeit an seinem Comeback. Der 29-Jährige trainiert nach seinem Kreuzbandriss wieder auf dem Platz. „Bis zum Winter wird sich René – so ehrgeizig wie er ist – richtig fit machen. Dann habe ich die Qual der Wahl, wen ich im Tor aufstelle“, äußert sich Trainer Bernd Grotlüschen zur Torwartsituation.

Doch noch ist es nicht so weit. Gegen Holthausen Biene wird Pascal de Buhr das Firreler Tor hüten. Dann kann er voraussichtlich auch auf die Unterstützung seiner Freundin Fabienne Bittermann an der Seitenlinie setzen. „Sie ist immer dabei, wenn es möglich ist. Das ist ein schönes Gefühl für mich“, sagt Pascal de Buhr. Entsprechend gerne gibt der 20-Jährige, der sich bei einem Metallbauunternehmen in Großefehn zum Bürokaufmann ausbilden lässt, seiner Freundin etwas zurück. Die meiste Freizeit, die bleibt, verbringen sie zusammen. Ab und zu darf es aber auch mal das Zocken an der Konsole sein.

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