Energiesparverordnung In Barßel gehen jetzt früher die Lichter aus
Die neuen Regeln, die ab September bundesweit gelten, werden auch in den Nordkreisgemeinden Saterland und Barßel umgesetzt. Deshalb ist es dort ab sofort dunkler und das Badewasser kälter.
Saterland/Barßel - Ganz Deutschland muss Energiesparen. Auch in den beiden Nordkreisgemeinden Saterland und Barßel wird die seit 1. September bundesweit geltende Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch kurzfristig wirksame Maßnahmen, wie es im Amtsdeutsch heißt, umgesetzt. Wie warm es aktuell im Saterländer Rathaus in Ramsloh ist, vermochte Saterlands Bürgermeister Thomas Otto spontan nicht zu sagen. Noch sei es auf jeden Fall eher zu warm, scherzte der Verwaltungschef. Doch während der demnächst anstehenden Heizperiode darf die Raumtemperatur in den Büros 19 Grad Celsius nicht überschreiten. Flure und Foyer sollen dann komplett ungeheizt bleiben, kündigt der Bürgermeister an.
Die Innenbeleuchtung des Rathausturmes, die das markante Gebäudeteil bislang abends warm erstrahlen ließ, sei bereits seit drei Wochen abgeschaltet - auch wenn das keine Unmengen an Energie einspare, so Otto. Der Rathausturm ist das einzige kommunale Gebäude im Saterland, das abends beleuchtet war.
Badewasser kälter
Die Temperatur des Badewassers im Freizeitbad Saterland in Ramsloh, sei ebenfalls bereits vor einigen Wochen um 1,5 Grad Celsius abgesenkt worden, sagte der Bürgermeister. Die Gemeindeverwaltung werde dem Verwaltungsausschuss, der am 14. September zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, eine weitere Absenkung der Badewassertemperatur vorschlagen. Der Verwaltungsausschuss ist das höchste Gremium nach dem Rat. Er tagt stets nicht-öffentlich. Die Schwimmmeister, so Otto, hätten empfohlen, das Wasser in den Becken nicht weiter abzukühlen als 28 Grad. In anderen Kommunen werde das rigider gehandhabt, weiß Saterlands Bürgermeister mit Blick auf das Hössenbad im benachbarten Westerstede. Es sei auf jeden Fall wichtig und richtig, die Bäde offen zu halten, damit Kinder schwimmen lernen könnten. Alles Weitere müsse die politische Mehrheit entscheiden.
Die Gemeindeverwaltung wolle der Politik auch Veränderungen bei der Straßenbeleuchtung vorschlagen. Welche Kompromisse das Saterland da eingehe, entscheide ebenfalls der VA Mitte September. Dabei sei auch der Sicherheitsaspekt für Verkehrsteilnehmer zu bedenken. Außerdem gehe es auch um die gefühlte Sicherheit, die Straßenbeleuchtung gerade Passantinnen biete.
Feuerwehr bleibt beleuchtet
Das einzige Gebäude, wo die Lichter dauerhaft an bleiben, ist die Feuerwehr. „Es kann ja nicht sein, dass erst einer das Licht einschalten muss, wenn es brennt“, findet der Saterländer Bürgermeister.
Ähnlich wird die neue Bundesverordnung zum Energiesparen auch in der Gemeinde Barßel umgesetzt. Flur- und Wartebereiche im Rathaus werden im Herbst und Winter nicht mehr beheizt, die Temperatur in den Büros darf die 19-Grad-Marke nicht überschreiten, teilt Janina Wlodarczyk von der Gemeindeverwaltung mit. Das Wasser im Hafen-Bad wird um ein Grad kälter gestellt auf dann 29 Grad. Mit dieser Temperatur würden die Vorgaben für den Reha-Sport im Wasser weiterhin eingehalten.
Um 22 Uhr gehen die Laternen aus
Die Rathaus-Beleuchtung und auch die Beleuchtung der Front des Hafen-Bads bleiben künftig ausgeschaltet. Generell gehen jetzt in Barßel eher die Lichter aus: Ab sofort wird die Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet eine Stunde früher ausgeschaltet. Unter der Woche brennen die Lampen dann bis 22 Uhr und am Wochenende bis 23 Uhr. In den Morgenstunden wird die Beleuchtung nicht geändert. Wie bisher gehen die Laternen unter der Woche um 5.30 Uhr an und am Wochenende um 7 Uhr. „Die Änderung an der Schaltung der Straßenbeleuchtung spart rund 25.500 kWh jährlich ein.“, erklärt Heinz-Georg Coners vom Bauamt der Gemeinde Barßel. Ausdrücklich ausgenommen sind Veranstaltungen, wie Schützen- und Volksfeste, bei denen nachts viele Besucher auf den Straßen unterwegs sind.
Obwohl Schulen von der neuen Verordnung ausgenommen sind, werde die Gemeindeverwaltung auch dort prüfen, wie Strom und Gas eingespart werden können, kündigt Barßels Bürgermeister Nils Anhuth an. „Es wird Vor-Ort-Termine mit den Hausmeistern der Schulen und einem Fachbüro geben, bei denen gemeinsam geschaut wird, wo noch sinnvoll Einsparpotenzial sein könnte“, so Anhuth.
Gemeinde achtet auf Einsparpotenzial
Bei ihren Bauprojekten hat Barßel bereits ein Augenmerk auf die Senkung des Energieverbrauchs gelegt. Am Schulzentrum ist ein Blockheizkraftwerk installiert worden, das Hallenbad wurde energetisch saniert, und die Dreifeldsporthalle wurde bei ihrer Modernisierung 2018/19 auf den Stand eines KfW-Energieeffizienzgebäudes gebracht. „Eindrucksvoll“ sei dadurch die Entwicklung der Gasverbräuche am Schulzentrum und im Hallenbad, teilt Anhuth mit. Dort sei der Bedarf von gut 2.000.000 Kilowattstunden im Jahr 2012/2013 auf rund 1.200.000 Kilowattstunden 2018 gesunken.
Die Gemeinde hat zudem die Straßenbeleuchtung im gesamten Gemeindegebiet in den vergangenen Jahren entweder auf LED-Beleuchtung oder energiesparende Lampen umgerüstet. Auf den Dächern der IGS und von drei Grundschulen befinden sich Photovoltaik-Anlagen. Auch der Verwaltungstrakt des neuen Rat- und Bürgerhauses soll mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden, um dort Strom zu produzieren. Darüber hinaus sollen die neuen Gebäude per Geothermie beheizt werden.
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