Landkreis stellte Anfrage Grundschule Burlage kommt als Asylunterkunft nicht infrage
Die Kreisverwaltung in Leer sucht Wohnungen für Flüchtlinge. Die Option, die Grundschule in Burlage zu nutzen, kann nicht realisiert werden. Dafür kommt ein anderes Gebäude in Burlage infrage.
Landkreis Leer/Rhauderfehn - Mehr als 1600 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine haben bislang im Landkreis Leer Zuflucht gesucht – und dank der großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung konnten sie auch untergebracht werden. Doch nun spitzt sich die Situation zu. Es wird immer schwieriger, geeignete Mietwohnungen für diese Menschen zu finden.
In einer gemeinsamen Mitteilung machen der Landkreis Leer und seine Kommunen auf den Ernst der Lage aufmerksam und bitten die Bevölkerung um Unterstützung: „Es werden weiterhin Flüchtlinge zu uns kommen, und auch diese Menschen benötigen eine Unterkunft. Wir brauchen deshalb dringend zusätzlichen Wohnraum.“ Wer eine Wohnung anzubieten hat, kann sich direkt an die Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Kreisgebiet wenden. Angebote können aber auch an die Ehrenamtsstelle des Landkreises gemeldet werden; sie werden dann an die Kommunen weitergeleitet.
Grundschule Burlage kommt nicht infrage
Auch in der der Gemeinde Rhauderfehn hat der Landkreis wegen der benötigten Unterkünfte angefragt. „Wir sind auf die Grundschule Burlage angesprochen worden“, erklärt Bürgermeister Geert Müller. Am Mittwoch habe er sich die Situation vor Ort angeschaut. Aber: Für die Unterbringung von Flüchtlingen sei das Gebäude nicht geeignet.
Die sanitären Anlagen seien nicht ausreichend – auch weil die Abwassersituation schwierig und nicht für einen stärkeren Betrieb ausgelegt sei. Und: Es gäbe keine Möglichkeit für die Bewohner, dort zu kochen. Eine Versorgung sicherzustellen, sei derzeit kaum möglich.
Prüfung im Alten Brunsel
Eine Option gebe es eventuell im Alten Brunsel. Dort seien schon Flüchtlinge untergebracht. Vielleicht könnten weitere Räume genutzt werden. Das müsse aber noch geprüft werden.
Eine Zuweisung an Menschen, die eine Unterkunft benötigen, gibt es für die Gemeinde Rhauderfehn nicht. „Eine Quote hat nur der Landkreis an sich. Alle Kommunen sind bemüht, mitzuhelfen, so gut es geht.“
Bürgermeister Müller berichtet
Müller schildert eine Situation, in der kürzlich acht Flüchtlinge vor dem Rathaus gestanden hätten – mit Koffern und einem Rad. „Da war zum Glück die Unterbringung schon geregelt. Die Leute waren nur etwas verspätet eingetroffen“, so Müller. Aber: „Es ist nicht unrealistisch, dass vielleicht mal spontan Menschen hier ankommen und die Kommune dann helfen muss.“ Diese Problematik komme jetzt näher, als es einmal der Fall war.
Wie der Landkreis weiter mitteilte, werden vor allem separate Wohnungen gesucht , die über einen eigenen Eingang verfügen. Benötigt werden zudem barrierefreie Wohnungen wie auch Wohnungen, in denen Haustiere gehalten werden dürfen. „Niemand muss seinen Wohnraum kostenlos anbieten. Die Entscheidung, ob dafür eine Miete erhoben wird oder nicht, treffen die Eigentümer. Wird die Wohnung an Geflüchtete vergeben, die Sozialleistungen beziehen, darf eine angemessene Miete verlangt werden. Nähere Informationen gibt es bei den Sozialämtern der Kommunen“, heißt es weiter vonseiten der Kreisverwaltung.